Samstag, 30. April 2011

drei Wochen

ists schon wieder her, dass das Studium anfing. Geübt hab ich in der Zeit noch nicht allzu viel, und auch heute hab ich noch keine Muße und schreib stattdessen lieber nen Blogeintrag…

Vor zwei Tagen hielt ich das Referat über Gluck. Da ich kaum Vorwissen hatte, weder über Gluck noch über die Oper im allgemeinen, musst ich mich in einiges hineinlesen und hab dementsprechend die zwei Wochen vorher genutzt – nicht zum Üben. Das Referat war dann aber auch sehr gut, halbwegs frei, stilistisch hochtrabend und vorallem gut im Stoff. Halbwegs frei, da ich mir zwar komplette Sätze ausformuliert hatte – das letzte Referat mit Stichworten ging schief – aber in denen die Stichworte markiert hatte, und zu guter letzt den Text so gut kannte, dass ich doch nur Satzanfänge abgelesen habe. Stilistisch hochtrabend, weil werte Frau Mama auch bei einem mündlichen Vortrag durchaus auf gehobeneres Deutsch wert legt, und ich mit ihr den ganzen Text am Vorabend einmal durchging. Was auch zur Folge hatte, dass ichs nicht von Textblättern ablas (keine Zeit mehr zum Ausdrucken), sondern vom Laptop, der stand wiederum auf einem Notenständer als Pult – höchst praktisch, auch um seine Hände irgendwohin abzulegen. Vermutlich als finales Schlußwort erübrig bleibend sich nur: „Ich bin begluckt“.

Und sonst… hatte ich nen guten Studiumsstart. Ich hab mich spät angemeldet, bin aber in der Alexandertechnik-Gruppe. Neben dem Seminar Musikgeschichte bin ich freiwillig auch noch bei Literaturkunde am Donnerstag. Und vorgestern abend war ich das erste Mal bei Aikidō, an dem ich wohl das ganze Semester teil nehmen werde; es ist auch eine nette Gruppe, die sich nachher noch zusammensetzt und sonst in der Freizeit auch öfters was gemeinsam unternehmen. Gestern ging dann ein Tag für nen Umzug drauf. Bei der smd essen wir neuerdings zusammen bevor der Abend anfängt. Die Sonne scheint schon relativ lang und relativ stark, bis auf ein paar Wolkenbrüche, Gewitter und Hagel ist hier recht sommerliches Wetter. Über Ostern war ich auf der studikon, was sich auch in jeder Hinsicht gelohnt hat. Mir gehts gut, ich sollte nur langsam mal anfangen zu üben…

Samstag, 16. April 2011

Arienparodie

Das Semester hat wieder angefangen und ich würde gern ein paar Notizen dazu loswerden, vorerst habe ich aber an einem Referat zu arbeiten. Was mich seit meinem letzten Referat schon etwas ängstigt, das letzte war in Englisch und war sehr in den Sand gesetzt von mir. Nun, das nächste über Christophus Willibaldus Gluck und seine Opernreform wird nicht gerade leichter von Länge und Anspruch. Da ich aber grad bei der Lektüre einen netten Absatz über eine Opernsatire fand, wollte ich den gern mal abtippen:

„Da wird etwa, wie in der folgenden Arie, einer der geheiligten Stützpfeiler der ernsten Oper, die Abgangs-Gleichnis-Da-capo-Arie, auf dreierlei Weise verspottet: mit einem Text voll blühenden Unsinns, mit der Feststellung des Sängers, dass er ohne Arie nicht abgehen kann und mit dem Ersetzen des Da-capos durch einen flehentlichen Appell an die Souffleure:

Ich gehe also – ach nein, erst noch die Arie.
Die Hirtin, wenn sie
im Gras eine Eidechse sieht,
verbirgt sich und ist auf der Hut,
bis sie sie gefangen hat.
Wenn sie sie dann in ihrer Gewalt hat,
verschmäht und verachtet sie sie,
oder tötet oder streichelt
oder lässt sie frei.
Da er die Worte vergessen hat, mit denen der erste Teil der Arie für das Da-capo beginnt, singt er statt dessen:
Sagt mir vor, sagt mir vor,
sagt mir um Himmels willen vor!“

(aus: Christoph Willibald Gluck und seine Zeit, S. 42)