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Samstag, 10. Dezember 2011

… und andere Hussiten

Ausgehend von Comenius hatte ich mich schon einmal durch wikipedia kundig gemacht über Utraquisten (Kalixtiner), Taboristen, Orebiten, Adamiten, Nikolaiten, Amalrikaner, Katharer (daher der Begriff Ketzer) und zuletzt auch Valdes, auch wenn der Schwerpunkt auf den böhmischen „Sekten“ lag, so hat sichs auch in die Vergangenheit gezogen und kreuz und quer…

Nun ist wikipedia nicht die beste Quelle, auch wenns ein netter Überblick über die Vielfalt war. Passenderweise hat aber mein Bruder auch gerade in die Richtung sich belesen und mir nette Dinge geschickt zu den Waldensern und nun bin ich bei Dokumenten zu den Anfängen der Brüderunität wieder angekommen. Auf Anfrage kann das gern weiterverteilt werden. Hier wollte ich nur einen Link weitergeben zu einer interessanten Persönlichkeit, die sich aus all den Kriegswirren nach Hus’ Tod herausgehalten hat und trotzdem konsequenter zum Glauben stand als andere gemäßigte: Petr Chelčický.

Dienstag, 29. November 2011

Comenius

Letzte Woche Mittwoch hab ich ja den Vortrag über Comenius gehalten. Anschließend bin ich Donnerstag nach Hause, hatte einiges zu tun, mich da bei irgendwem angesteckt, und hab Sonntag recht verschnupft ein Konzert gespielt. Montag bin ich dann wieder hier angekommen und hab mir erstmal zwei Tage frei genommen zum Auskurieren, morgen gehts wieder los. D.h. schon heute abend mit ein wenig Üben für die Duoprobe morgen und mit dem Zusammenstellen eines Merkblattes über Comenius. Das geb ich auch an den Blog weiter, die Biographie hab ich für den Blog mal ausgeschrieben und etwas erweitert. Schittebön.


Comenius ist 1592 in Mähren geboren. Mit 16 Jahren ging er erst zur Schule, etwa von 19 bis 23 Jahren studierte er in Deutschland. Kam wieder zurück und wurde 1616 in Fulnek ordiniert (1632 dann zum Bischof). Die Brüderunität, in der er schon aufwuchs (früh verwaist), wurde 1608 offiziell anerkannt, da dem Kaiser allmählich die Macht schwand, machte er Zugeständnisse. 1618 wars mit der Macht ganz vorbei, allerdings führte die Revolte in Prag nur zur Unterstützung des Kaisers aus Österreich-Ungarn, diese formalen Religionskriege wurden die nächsten 30 Jahre an ganz verschiedenen Orten Europas ausgefochten. Die Brüderunität war also ab 1621 verboten und 1627 flüchtete er mit der ganzen Gemeinde über Görlitz und Berlin, bis er sich 1628 in Lissa (Westpolen) niederließ. Dort wurde er Lehrer am Gymnasium und 1636 auch Leiter desselben. Bald nahm seine pädagogische Arbeit viel Raum ein – er ließ sich zwischenzeitlich von seinem Bischofsamt von den in Mähren zurückgebliebenen Brüdern freistellen – und er hatte in ganz Europa, vorallem aber im deutschsprachigen Raum viele Kontakte zu bedeutenden Gelehrten. Ab 1641 hatte er mehrmonatige Aufenthalte in London, Niederlanden, Deutschland, Sárospatak (Ungarn) und Elbing (bei Danzig), wo er gebeten wurde seine Ideen umzusetzen. Auch um Magdeburg und bei anderen Fürsten wurden seine Vorschläge formal umgesetzt – mangels schlechter Lehrerausbildung und zu kleinem, sowie manchmal zu kurzem Einfluss der Fürsten gab es wenig nachhaltige Erfolge (zu recht wurde er wohl auch seines Idealismus’ belächelt). Trotzdem hat er den Begriff Pädagogik geprägt, alle Anfänge davor waren nicht so umfassend und tiefgehend wie seine Konzepte.

Voraussetzungen

- die Welt empfand er als Labyrinth und aus den Fugen geraten (30-jähriger Krieg)
- Ziel: Von wirrer Vielheit zur Einheit, d.h. Gott
- Leben ist Vorbereitung aufs Jenseits (analog zur Kindheit als Vorbereitung auf Erwachsenenleben)
- Verfehlung nicht durch Unsittlichkeit, sondern durch Unkenntnis und Trägheit

Forderungen

Universale und einheitliche Lehrbücher, Schulen (beide Geschlechter, alle soziale Stände), Kollegien und Sprache (Sprache ist Vielfalt, Gegenstände aber Einheit)

Schulplan

- 4 Schulen zu je 6 Jahren:
• „Mutterschule“ (Schulung der Sinne)
• „Muttersprachschule“ (breites Fächerangebot, auch handwerklich)
• „Lateinschule“ (Künste und Wissenschaften)
• „Hochschule“ (Willens- und Urteilsbildung)
- Berufung zum „Weltgelehrtenrat“ zur Vereinheitlichung der Erziehung

Unterrichtsmethode

- Alles zur rechten Zeit (vorsorglich ohne zu überfordern)
- Mit rechter Folge: Stoff vor Form (Merkstoff vor Zusammenhängen)
- zuerst Sinne, dann Gedächtnis, dann Verstehen, zuletzt Urteil
- Darstellung knapp und klar, ständig üben und wiederholen
- gründlich heißt: von innen verstehen und im Ganzen erleben
- keine verfrühten Zweifel, Widersprüche
- Schulen von Zerstreuung und Lärm fern halten, echte pädagogische Atmosphäre schaffen
- auch Sittsamkeit ist durch Vorbilder, guten Umgang und Zucht anzustreben
- Schulzucht soll bei Geistesbildung ganz und in sittlicher Erziehung soweit wie möglich ohne Schläge auskommen
- Hinwendung zu Gott ist Ziel der Geistesbildung und der sittlichen Erziehung
- Frömmigkeit ist nicht erziehbar, nur anzustreben
- „Was nicht zu Gott und dem künftigen Leben in Beziehung steht, das sei alles reine Eitelkeit“

Samstag, 29. Oktober 2011

Und die zweite Woche ist vorbei

Es fühlt sich aber nach mehr an. Mehr Arbeit und mehr Gewöhnung. Nur leider hab ich grad keinen Zielpunkt vor Augen, geschweige denn große Erfolgserlebnisse. Zumindest beim Üben.

Hab gestern abend einen sehr schönen Film gesehen, der vorgestern auf dem BR kam. Falls ihr die Möglichkeit habt, ihn zu sehen (ich behalte ihn auf meinem Computer) – sehr zu empfehlen, hier der Trailer.

Außerdem habe ich eine sehr gute Biographie von Zinzendorf gelesen, die Website hat noch einige andere interessante Dokumente, werde mir aber wahrscheinlich nicht die Zeit dafür nehmen, obwohl sich die bisher investierte Zeit gelohnt hat.

Und auch sonst geht es mir gut. Manche Tage sind mir etwas zu einseitig, dann würde ich mich am liebsten noch mit wem unterhalten, aber wenn man nach elf auf den Gedanken kommt, bleibt halt nur noch der Blog…