Schwanitz schreibt auf Seite 515:
„Literatur macht die komplexen Zusammenhänge zwischen sozialen Prozessen und Lebensläufen von Einzelpersonen zitierbar, indem sie ihnen ein Gesicht und eine Adresse gibt. In ihren Geschichten verkörpern sich typische Schicksale, […] Wie lebende Personen auch sind sie »Kompaktinformationen«: Zusammen bilden diese Figuren einen Freundeskreis, den alle Mitglieder eine Gesellschaft miteinander teilen. […] Und nur vermittels der Geschichten, die man an anderen beobachtet, kann man die Abläufe beobachten, in denen man selbst steckt.“
Einen dieser Freunde hab ich in der letzten Woche kennengelernt: Pinneberg. Hauptcharakter in Hans Falladas Roman: „Kleiner Mann, was nun?“. Zu Anfang des Buches heiratet er Lämmchen und folgend handelt das Buch von ihren ersten 2 Ehejahren etwa. Den Geldsorgen. Den Problemen beim häuslichen Einrichten, mit eben jenen im Nacken. Das Zusammenbekommen von Arbeit und Privatleben, besser: Eheleben. Dazu kommen, die grundverschiedenen Weltsichten, die sich erst beim Zusammenziehn auftun, wie sollten sie diese auch vorher bemerken, irgendwann bekommt man mit, dass sie sich wenige Wochen oder Tage vor der Heirat nur gekannt haben dürften. Außerdem wird Berlin um 1930 herum skizziert mit all seiner Arbeitslosigkeit und sozialen Problemen, sowie den Kämpfen zwischen Nazis und Kommunisten, auch wenn das Pinneberg nur am Rande zu betreffen scheint. Und natürlich auch einige interessante Nebenfiguren – ich fand das Buch sehr interessant. War eindeutig am Lesetempo festzustellen. Auch wenn ich nicht in den Abläufen selbst stecke und vermutlich nie in diese kommen werde, dafür ist die Ausgangslage doch zu unterschiedlich. Aber so verschiedene Schicksale in einer »Kompaktinformation« zu haben, ist doch wirklich eine schöne Sache.
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Donnerstag, 2. Dezember 2010
Samstag, 20. November 2010
Ich bestimme das Thema.
Die Zeit fließt schnell vor sich hin, schneller als erwartet. Momentan lese ich viele Bücher und übe mäßig, dazu einige Gedanken im Kopf, was ich ändern könnte, mal angehen sollte. Da ichs schon gegenüber einigen erwähnte, für alle nochmal eine kurze Aufzählung der Bücher:
Von Tucholsky einige Kurzgeschichten, manche sind sehr gut, viele aber für mich belanglos, nach einem Drittel des Buches stockt es grad ziemlich. Von Hemingway einige Kurzgeschichten, wie ich finde, ein mühsamer Stil, auf seine Art schön, aber etwas zu spröde. Dagegen war die etwas längere Geschichte „Der alte Mann und das Meer“ sehr eindrucksvoll, da sich nochmal eine andere Welt öffnet, wenn man nach einigen Seiten in den Stil eingetaucht ist. Nun bin ich bei Schweitzers „Aus meinem Leben und Denken“ angelangt, was ein sehr inspirierendes Buch ist, schon von den ersten Seiten an. Wenn ich Zeit und Muße finde, will ich gern dazu noch was schreiben.
Des Weiteren lese ich von Schwanitz „Bildung. Alles was man wissen muß“. Zugegeben, der Name hat mich abgeschreckt. Aber er ist nicht nur provokant, sondern durchaus gerechtfertigt. Im ersten Teil gehts ums Allgemeinwissen, knapp dargestellt, aber umfassend. Im zweiten Teil um den Umgang unter Gebildeten, die Einleitung dazu ist sehr lesens- und denkenswert. Würde ich auch gern einmal paar Dinge rausschreiben. Auch standen in diesem Buch einige interessante selbstreflexierende Sätze, die zu dem Posttitel führten.
Last but no least probier ichs doch mal, die Bibel von vorn nach hinten zu lesen. Einige Passagen in den Büchern Mose schreckten mich zwar immer davon ab, aber irgendwann wollte ichs doch mal angehn. Zwei von fünf Büchern sind schon passé, ob ich bis Weihnachten allerdings Mose schaffe, ist zu bezweifeln.
Drei weitere, kurze Bücher liegen noch auf meinem Schreibtisch, sodass die Zeit bis Weihnachten in jedem Fall gut gefüllt ist.
Als letztes wollte ich schon lange nachtragen, dass ich mit den Father-Brown-Erzählungen durch bin, zumindest in der fast vollständigen Gesamtausgabe. Durchaus empfehlenswert, wenn man sein englisch etwas üben möchte und Spaß an Kriminalfällen hat. Nur wenige sind in ihrem Verlauf absehbar, auch wenn sie sich sehr ähneln; mehr noch macht diese Geschichten die pointierte Darstellung des Fathers und die wortreiche Schreibweise Chestertons lesenswert.
Nun denn, genug geschrieben, wünsche eine angenehme Adventszeit.
P.S.: Da les ich grad bei wikipedia, dass es für Hemingways Geschichte – ähäm – Novelle den Literaturnobelpreis gab… dass sie als so außergewöhnlich eingeschätzt wird, hätte ich nicht gedacht.
Von Tucholsky einige Kurzgeschichten, manche sind sehr gut, viele aber für mich belanglos, nach einem Drittel des Buches stockt es grad ziemlich. Von Hemingway einige Kurzgeschichten, wie ich finde, ein mühsamer Stil, auf seine Art schön, aber etwas zu spröde. Dagegen war die etwas längere Geschichte „Der alte Mann und das Meer“ sehr eindrucksvoll, da sich nochmal eine andere Welt öffnet, wenn man nach einigen Seiten in den Stil eingetaucht ist. Nun bin ich bei Schweitzers „Aus meinem Leben und Denken“ angelangt, was ein sehr inspirierendes Buch ist, schon von den ersten Seiten an. Wenn ich Zeit und Muße finde, will ich gern dazu noch was schreiben.
Des Weiteren lese ich von Schwanitz „Bildung. Alles was man wissen muß“. Zugegeben, der Name hat mich abgeschreckt. Aber er ist nicht nur provokant, sondern durchaus gerechtfertigt. Im ersten Teil gehts ums Allgemeinwissen, knapp dargestellt, aber umfassend. Im zweiten Teil um den Umgang unter Gebildeten, die Einleitung dazu ist sehr lesens- und denkenswert. Würde ich auch gern einmal paar Dinge rausschreiben. Auch standen in diesem Buch einige interessante selbstreflexierende Sätze, die zu dem Posttitel führten.
Last but no least probier ichs doch mal, die Bibel von vorn nach hinten zu lesen. Einige Passagen in den Büchern Mose schreckten mich zwar immer davon ab, aber irgendwann wollte ichs doch mal angehn. Zwei von fünf Büchern sind schon passé, ob ich bis Weihnachten allerdings Mose schaffe, ist zu bezweifeln.
Drei weitere, kurze Bücher liegen noch auf meinem Schreibtisch, sodass die Zeit bis Weihnachten in jedem Fall gut gefüllt ist.
Als letztes wollte ich schon lange nachtragen, dass ich mit den Father-Brown-Erzählungen durch bin, zumindest in der fast vollständigen Gesamtausgabe. Durchaus empfehlenswert, wenn man sein englisch etwas üben möchte und Spaß an Kriminalfällen hat. Nur wenige sind in ihrem Verlauf absehbar, auch wenn sie sich sehr ähneln; mehr noch macht diese Geschichten die pointierte Darstellung des Fathers und die wortreiche Schreibweise Chestertons lesenswert.
Nun denn, genug geschrieben, wünsche eine angenehme Adventszeit.
P.S.: Da les ich grad bei wikipedia, dass es für Hemingways Geschichte – ähäm – Novelle den Literaturnobelpreis gab… dass sie als so außergewöhnlich eingeschätzt wird, hätte ich nicht gedacht.
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Sonntag, 14. März 2010
Ein Sonntag
Und ich hab heute einige Dinge über den Sabbat nachgeschlagen. Grund war wohl eine Predigt letzte Woche, aber noch mehr, dass ich heute die Schlagzeugprobe hatte. Mein erster Plan war Dienstag als freien Tag zu erklären und heute noch Akkordeon zu üben, aber dazu konnte ich mich nicht überreden. Und so hab ich mir nach der Probe mehr ruhige Zeit genommen, als ichs sonst manchmal an Sonntagen mache, an denen ich nix vor habe. Zu meinen Recherchen:
Kennt irgendwer eine Familie, die nach Art des jüdischen Sabbats feiern? Also am Abend vorher anfangen, möglichst kein Licht (oder auch gar keine Elektrik) während dieser Zeit nutzen, und auch keine anstrengenden Tätigkeiten, Feiern oder ähnliches bis zum nächsten Abend machen? Ich seh einige Vorteile in dieser absoluten Ruhe, aber kann es mir nicht vorstellen es umzusetzen.
Übrigens das Stück, was wir spielen gibt es auf youTube. Nicht zu empfehlen :). Ich spiel das Glockenspiel (in diesen Zeiten).
Erster und zweiter Satz (3:32-3:58)
Dritter und vierter Satz (6:19-7:05 + 7:42-8:22)
Fünfter Satz (0:58-1:41 + 3:22-4:12)
Könnt ja sein, dass es jemand interessiert, welche Musik grad manchmal in meinem Kopf läuft.
Hab hier noch einen Spruch von Weihnachten gefunden, der nicht bis in den Blog kam. Hatte aber grad Mitleid. Bitteschön:
Wer reichlich Segen hat, sollte einen guten Terminkalender haben. Um nich zu vergessen auszusäen, was er später ernten will.
Hmm, und das grad vor mir liegt: Ich les momentan Carl Zuckmayers: Als wär’s ein Stück von mir. Interessant. Genauso aber auch die wikipedia-Seiten, die ich dazu ergänzend gelesen habe.
Oh, und da fällt mir noch ein Link ein für Musikcracks: Eine Umfrage über die Vermittlung der Musiktheorie. Wenn man viel Zeit hat, sicher interessant alles zu lesen, mich interessierte natürlich, was mein Dozent dazu schrieb (nach de Cillis suchen). Ein paar Dinge sind mir klarer geworden, eins aber auch aufgestoßen: „Hierin liegt genügend Material für Haus- und Diplomarbeiten, das akkurates wissenschaftliches Vorgehen verlangt – meiner Meinung nach ein Muss für jeden Hochschulabsolventen“ sagt er, und ich dachte in der Musik von dem akkurat wissenschaftlichen Vorgehen zumindest teilweise erlöst zu sein...
äh jut, ich sollte aufhören. Als Zeitstempel steht hier immer noch 22:02 Uhr, dabei ist es doch schon 22:46 Uhr? wo ist nur die Zeit hin... angenehme Nachtruhe.
Kennt irgendwer eine Familie, die nach Art des jüdischen Sabbats feiern? Also am Abend vorher anfangen, möglichst kein Licht (oder auch gar keine Elektrik) während dieser Zeit nutzen, und auch keine anstrengenden Tätigkeiten, Feiern oder ähnliches bis zum nächsten Abend machen? Ich seh einige Vorteile in dieser absoluten Ruhe, aber kann es mir nicht vorstellen es umzusetzen.
Übrigens das Stück, was wir spielen gibt es auf youTube. Nicht zu empfehlen :). Ich spiel das Glockenspiel (in diesen Zeiten).
Erster und zweiter Satz (3:32-3:58)
Dritter und vierter Satz (6:19-7:05 + 7:42-8:22)
Fünfter Satz (0:58-1:41 + 3:22-4:12)
Könnt ja sein, dass es jemand interessiert, welche Musik grad manchmal in meinem Kopf läuft.
Hab hier noch einen Spruch von Weihnachten gefunden, der nicht bis in den Blog kam. Hatte aber grad Mitleid. Bitteschön:
Wer reichlich Segen hat, sollte einen guten Terminkalender haben. Um nich zu vergessen auszusäen, was er später ernten will.
Hmm, und das grad vor mir liegt: Ich les momentan Carl Zuckmayers: Als wär’s ein Stück von mir. Interessant. Genauso aber auch die wikipedia-Seiten, die ich dazu ergänzend gelesen habe.
Oh, und da fällt mir noch ein Link ein für Musikcracks: Eine Umfrage über die Vermittlung der Musiktheorie. Wenn man viel Zeit hat, sicher interessant alles zu lesen, mich interessierte natürlich, was mein Dozent dazu schrieb (nach de Cillis suchen). Ein paar Dinge sind mir klarer geworden, eins aber auch aufgestoßen: „Hierin liegt genügend Material für Haus- und Diplomarbeiten, das akkurates wissenschaftliches Vorgehen verlangt – meiner Meinung nach ein Muss für jeden Hochschulabsolventen“ sagt er, und ich dachte in der Musik von dem akkurat wissenschaftlichen Vorgehen zumindest teilweise erlöst zu sein...
äh jut, ich sollte aufhören. Als Zeitstempel steht hier immer noch 22:02 Uhr, dabei ist es doch schon 22:46 Uhr? wo ist nur die Zeit hin... angenehme Nachtruhe.
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