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Montag, 27. Januar 2014

Erster Nachtrag

Das letzte Semester verschwand ohne einen weiteren Eintrag. Sehr charakteristisch für die Beschleunigung innerhalb des Studiums. Folgerichtig befinde ich mich jetzt also in der angekündigten Auszeit. Und denke, manches könnte man doch nachtragen, auch wenn ich sonst nicht sonderlich nachtragend bin. Mal schauen, was daraus wird.

Fangen wir mit dem erfreulichsten an, Mitte Mai und Mitte Juni war ich bei Hochzeiten. Die eine war von meinem Bruder, bei der anderen wäre ich nicht eingeladen gewesen, hätten wir nicht eine Band auf die Beine gestellt. War ein sehr kurzer, aber guter Ausflug Richtung Rock / Pop, die Musiker waren gut, der Anspruch bleibt da eher gering.

Ebenso erfreulich ist, dass ich das Studium abgeschlossen habe. Zuerst stand eine kleine schriftliche Arbeit an, für die ich in der letzten Woche einige Tage die Bibliothek bewohnt habe. Vom Umfang waren es nur zwölf Seiten, einiges an Analyse darunter, aber ich wollte es halbwegs wissenschaftlich fundiert haben und wissenschaftliche Recherche frisst mir viel zu viel Zeit. Deswegen hatte ich es auch bis zuletzt herausgeschoben…

Außerdem gab es noch ein Konzert im Juli, auf den September komme ich später. Ich hatte das Glück, dass das Konzert eine Woche verschoben wurde. So war es zwar unmittelbar vor meiner Wohnungsauflösung am folgenden Wochenende, aber davor war das Üben etwas entspannter und ich konnte mir einige Prüfungen meiner Kommilitonen anhören. Das führte die Statistik zu einem krönenden Abschluß: 32 7 14 8 16 20 27 33. In etwa sollte das die Anzahl der Konzerte und Prüfungen je Semester sein.

Wo wir schon die Wohnungsabnahme ansprachen: Gott sei Dank! für diesen letzten Hausmeister, den ich hatte, der sehr vernünftig war und nichts beanstandet hat, wo auch keine ungewöhnliche Abnutzung war.

Zurück zum Konzert, was eigentlich die Kernmodulprüfung war, aber wenigstens ein paar Zuhörer fanden sich ein. Es war toll! Die Aho-Sonate hat mir ziemlich viel abverlangt. Die Alten Meister sind auch nicht mein Spezialgebiet. Dafür war die Kammermusik ein sicherer Hafen. Wir hatten schon zu ihrer Prüfung zusammengespielt, daher mussten wir kaum etwas proben auch an den neuen Stücken nicht. Und zusätzlich hab ich zum Abschluß des Programms eine Szene gemacht: im letzten Lied vor dem letzten Refrain erschoß sie ihren Liebhaber, mangels anderer Personen auf der Bühne also mich. Ich hatte mich vorher schon runter auf den Bühnenrand gesetzt, konnte daher nach hinten umkippen und im Liegen weiterspielen. Beim Proben hatte ich regelmäßig Lachanfälle bei der Vorstellung, wie irritiert mein Lehrer und andere Akkordeonisten sein werden. Beim Auftritt konnt ichs mir grad so verkneifen.

Kommen wir nun noch zu weiteren Auftritten im Semester. F., einen Sänger, durfte ich bei einem Lehrerkonzert an der MuSchu begleiten. Das Filmprojekt ging in eine zweite Runde, dieses Mal mit weniger Teilnehmern, dafür mit besseren Absprachen. Bald bekamen die Proben eine Eigendynamik auch ohne den Professor und am Ende waren viele begeistert von der Aufführung, O-Ton des Profs: Ich denke sogar, dass ich eine bessere Filmmusik zu dem Streifen noch nicht gehört habe. Weiter ging es auch im Duo mit Enrico, es fand sich endlich ein Name fürs Duo: Phoneon. Soweit ich sehe, hatten wir aber nur einen Auftritt bei der Brüdergemeine Köln. Bei dieser spielte ich später auch zum Sommerfest einige Choräle, am gleichen Tag wie unser Klassenabend. Bei diesem konnte ich u.A. endlich mit Cello auftreten, das Intermezzo von Yun bereitete mir viel Freude. Ein wichtiger Auftritt fehlt noch, beim Sommerfest der Hochschule zeigte sich endlich mein wahres Gesicht… angestoßen vom Geigenprof, komplettiert mit einem Cello-Dozenten und einem Gitarren-Studenten fand sich unsere vierköpfige Zigeunergruppe um vier Schlager zum Besten zu geben. Die Aufmachung war super witzig, mangels überzeugender Kleidung ging ich barfuß und schmierte mir vorher noch etwas Erde obenauf. Die Stücke waren allerdings sehr anspruchsvoll, dass ich heilfroh war, als es vorbei war. Anschließend hatte ich richtig Laune aufs Sommerfest, leider konnte es nicht ganz an seinen Vorgänger heranreichen. Getanzt wurde trotzdem.

Zum Abschluss noch drei andersartige musikalische Ereignisse. Zum einen sang ich Ende Juni noch zwei Konzerte mit der Kantorei. Beides mal die überaus schöne „Petite Messe solennelle“ von Rossini. Insbesondere die Benedictus-Zeile im Sanctus hatte es mir angetan und die nächsten Tage sang ich sie vor mich hin, so oft es ging. Gerade der Wiegenlied-Charakter war recht eingängig und im Hinblick auf Jesus nicht abwegig gewählt, wie ich finde. Als nächstes ist noch ein Opernbesuch zu nennen. Da wir in Musikgeschichte Wagner behandelten, organisierte unser Prof Karten für Tannhäuser. Nicht alle wollten mit und einige wollten zuerst und vergaben dann ihre Karten oder ließen sie sogar verfallen, da inzwischen die Inszenierung abgesetzt wurde. Also nicht die Oper an sich, das Orchester spielte ganz normal, aber da es bei der Premiere zu einem kleinen Eklat kam, wurde die Szenerie für die folgenden Aufführungen gestrichen. Trotzdem spielten die Sänger überaus gut die Handlung, eine gut improvisierte Szene reichte völlig aus. Da der Saal nun einige freie Sitze hatte, kamen wir in den Genuß besserer Plätze, beim dritten Akt setzte ich mich in die erste Reihe um in den Graben schauen zu können. Besser hätte es kaum sein können. Ach, fast. Die Apostrophe der Übertitel waren falsch…! Und um auf den letzten Akt noch zu kommen: Nachdem mein Lehrer mir es mehrmals näher gelegt hatte, habe ich nun doch „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ gelesen. Er hatte extra beteuert, dass es sich nicht um religiöse Aspekte handelt. Leider muss ich ihm darauf bescheiden, dass er keinen Sinn dafür hat, natürlich handelt es sich zuvorderst um einen Glauben. Aber auch um eine Technik und ja, die ist nachahmenswert. Mit ihm darüber zu streiten wäre müßig, aber manchmal bekomme ich Lust dazu. Es scheint, als ob man Musikern die Augen öffnen muss, wo sie sich für Spirituelles öffnen, und als ob man Christen die Augen öffnen muss, wovon sie lernen können, ohne alles übernehmen zu müssen. Aus diesem Grund ist das Buch allein als Anschauungsobjekt schon interessant. Irgendwo hätte ich auch Notizen, falls sich jemand dafür interessiert.

Für heute solls genug sein. Ein zweiter ähnlich langer Nachtrag müsste mal folgen…

Dienstag, 9. April 2013

Aus gegebenem Anlass

Heut abend war ein Konzert in der Hochschule: Hayk Melikyan spielt Werke von Willy Weiner. Auch dieser war anwesend, dazu ein ebenfalls armenischer Moderator und jemand, der für Ton-, Video-, Fotoaufnahmen zuständig war. Der Kulturunterschied wurde auch recht deutlich durch allzu lange Reden und eine merkwürdige Verbindung aus Festlichkeit und Beiläufigkeit. Abgesehen davon war es mir wert genug, unerwartet Geld auszugeben für zwei CDs. Die Musik ist eine nette Mischung zwischen Folklore und klassischer Musik. Vom Klang her erinnert es mich an israelische Musik, Weiner ist auch Jude und wird von dem Jüdischen Kulturzentrum „Menora“ unterstützt.

Anschließend hatte ich noch nette Schwätzchen, bei denen ein Professor erwähnte, er findet es gut, dass ich so viel mitnehme. Ich hab ja schon letzte Woche bei Procol Harum teilgenommen. Und ich hatte mir ne Tagung in Köln angeschaut, die aber doch ziemlich langweilig war. Und heute hab ich mich angemeldet für einen Djembe-Workshop im Mai. Zwar nehme ich das selbstverständlich, aber anscheinend die anderen Studenten nicht so. Und mich bestätigt es grad im Gefühl, ich brauchte nächstes Jahr ne Auszeit. Die vier Jahre hier hab ich wohl eher in die Breite genutzt, als konzentriert gearbeitet. Nicht, dass ich diese Erfahrungen missen möchte, aber das Verarbeiten kommt noch zu kurz.

Noch zur Info: Meinem Knie gehts recht gut. Kann es wieder normal bewegen, schätzungsweise zwei Wochen noch bis alles überstanden ist. Wieder gerade sitzen zu können ist sehr erfreulich.

Sonntag, 7. April 2013

Sing on brightly

Gestern und vorgestern war ich bei einem tollen Konzert von Procol Harum. Zusammen mit der Generalprobe am Donnerstag hab ich dreimal die Lieder gehört mit Orchesterbegleitung und mit Singen der Kantorei. Es hat sich echt gelohnt! Ich war mir zuerst nicht sicher, ob ich schon Dienstag nach Ostern ne längere Probe haben will und im März proben… aber ne, das wars allemal wert. Anfangs dachte ich wieder, die regulären Chorsänger wären besser vorbereitet, konnte ja bei den ersten Proben nicht dabei sein. Aber im Endeffekt ist Rhythmus und Ausdruck wichtiger als schöner Klang… zumindest bei einem Rockkonzert. Es gab einige Rückmeldungen von Zuhörern, die begeistert waren. Nur etwas unangenehm war mir, als eine mich beglückwünschte und mir dann versicherte, dass sie mich rausgehört hätte, zum Beweis zeigte sie ihr Fernglas. Ok, ich habs drauf angelegt, aber bei den schiefen Tönen hofft man dann doch, dass der Techniker das Mikrophon runtergedreht hat. Dass das Ganze so n Spaß gemacht hat, lag nicht nur an Gary Brookers Stücken und den guten Arrangements, sondern vorallem an einem überaus inspirierenden Dirigenten, namens David Firman.


P.S.: Wem das alles nichts sagt: Vielen aus dem Chor und mir ging es genauso. Allerdings ist ihr Tophit laut BBC der weltweit meistgespielte Titel bislang.

P.P.S.: Wens wirklich interessiert, ein paar Beiträge: Lokales Fernsehen (s. 0:47-1:10; 2:38-3:13), Besuchermitschnitt (4:44) und eine Wuppertaler Debatte (-1:13).

Sonntag, 20. Januar 2013

Filme über Filme

Zwar brauch ich jetzt grad nich zu schreiben, aber sonst erfahrt ihr nix, wenn ich warte, bis ich wieder Lust dazu hab.

Die Woche war gut. Am Dienstag in Düsseldorf gewesen, recht spontan ein paar Fetzen eingespielt für einen Kurzfilm. Ne Studentenarbeit, gibt also keine Gage, aber vielleicht Rum und Ehre vom Käpten.

An der Hochschule bin ich in einem Stummfilmprojekt drin. Läuft leider nicht so professionell, wie ichs mir wünschte, aber ne Erfahrung wert. Wär schön in der Richtung noch ein bisschen mehr zu machen.

Und am Freitag gabs auch noch ne Filmaufnahme von mir. Wobei im Mittelpunkt die Sängerin stand, die ich spontan begleitete. Die Noten sah ich am Tag das erste Mal, war aber langsam genug für Blattlesen. Und Purcell eignet sich fürs Akkordeon.

Und dann hab ich mir noch das letzte Stück eines und am Samstag fast ein ganzes Konzert angehört, eins wird noch diesen Sonntag folgen. Was ein guter Ersatz für verpasste Mensen ist :). (Wobei ich mir gern diese Woche noch zwei Konzerte mehr angehört hätte – die Streicher sind grad gut dabei.) Und vor zwei Wochen sang ich mit der Kantorei aus dem WO die Teile IV bis VI. Die Probe half mir, wieder besser mit meiner Stimme zurecht zu kommen. Und das Konzert ging recht unaufgeregt über die Bühne – schöne Texte zum Meditieren, musikalisch läuft es fast automatisch. Obwohl mangels Proben vermutlich der Tenor auch seine Probleme hatte.

Ansonsten plätschert es so vor sich hin. Noch ist alles entspannt, aber es sind nur noch drei Wochen und die Arbeit häuft sich immer mehr… ich hab am Freitag die „Bachelorarbeit“ angemeldet und einige Dinge möchte ich gern dieses Semester noch erledigen… mal sehn. Auf bald!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Ich hab Zeit.

Dann kommt heute der etwas längere Eintrag, in dem mir hoffentlich alles einfällt, was ich in letzter Zeit mal schreiben wollte.

Wie schlaft ihr abends ein? Die Frage ist spannender als ich dachte. Meistens kann ich nämlich gut einschlafen. Und wenn nicht, dann kommen Ratschläge von früher: Versuch an nichts zu denken und freu dich, dass wenigstens dein Körper schon ruht, das macht schon nen halben Schlaf. Vor nem halben bis einen Monat schätze ich, war ne Phase wo es abends manchmal länger dauerte. Obwohl ich ziemlich müde war, jedoch meist gedanklich zu unruhig um schlafen zu können. Gefährlich ist, wenn ich noch Lust hab was zu machen, obwohl der Verstand mich ins Bett schickt. Dann an nichts zu denken ist fast unmöglich, aber man kann an sehr ruhiges denken, oder sein denken verlangsamen. Was neu dazu gekommen ist, sind verschiedene Schlafpositionen. Inzwischen bin ich feinfühliger dafür, wenn der Körper nicht schlafen kann: Kalte Füße gehn gar nicht, dann lieber aufstehn und dicke Socken holen, geht immer noch schneller. Und nach gewisser Zeit braucht der Körper Abwechslung, d.h. still liegen bleiben führt nicht langfristig zum Erfolg. Allgemein sind aber innerer Frieden und Geduld wohl die wichtigsten Voraussetzungen, ohne die… kein Wunder, dass viele Schlafprobleme haben.

Ich hab in den letzten Wochen Hauptmanns Weber gelesen, plus einige Texte aus der Zeit, die im Anhang waren. Punkt eins: Es ist im Dialekt geschrieben und das gefällt mir gut. Punkt zwei: Das Thema ist so alt wie neu, und ich finde Hauptmann verarbeitet es durchaus gut. Punkt drei: Der Anhang war noch einmal genauso interessant, sowohl wie groß das Elend damals war, als auch wie desinteressiert verharmlosend Berichte der Regierung und Zeitungen waren. Oder aber wie immer gleich anstrengend die Debatte um die Zensur des Stückes verlief.

Und dann hab ich noch ein Buch durch: von Loung UngDer weite Weg der Hoffnung“. Über die Herrschaft der Roten Khmer aus ihrer Sicht als sie 5-10 Jahre alt war. Heftig und bewegend, ich wollte meist weiterlesen, als der Zug oder Bus ankam.

Was war noch so los? Vor drei Wochen kamen David und Tanja vorbei. Haben drei schöne Treffen gehabt. Trotz vollen Terminkalenders. Am ersten Advent war nämlich auch ein Konzert in der Stadthalle zum Thema Tango, in dem spielte ich solistisch, als Gesangsbegleitung und mit Saxophon. Der Auftritt war gelungen, und es war auch ziemlich lustig mit den anderen Studenten zusammen. Nur hätte ich mir auch gern das Konzert entspannt angehört, bzw. auch zugeschaut beim Quintett, das zwischendurch seinen Spaß auf der Bühne hatte.
Dann zwei Tage später sang ich mal wieder im Chor bei nem kleineren Auftritt. Und fuhr am Abend mit Kr. nach Köln, hörten uns ein Konzert von Viviane Chassot im Deutschlandfunk an. Leider war sie entweder aufgeregt, oder anderweitig unkonzentriert oder hatte nicht genug Zeit zur Vorbereitung. Das werden normale Zuhörer nicht unbedingt gehört haben, vielleicht haben diese nur ihren sehr schönen Klang gehört, aber uns störten schon die streckenweis häufigen Verspieler. Teilweise obwohl sie aus Noten spielte. Und der zweite Punkt ist, dass sie einen schönen zarten Klang hat, aber dieser immer gleich blieb. Keine lauten Passagen, keine eckigen oder sperrigen und keine virtuosen, wobei das natürlich keine Pflicht ist. So kommt einem das lange Konzert noch länger vor, und ich weiß nicht, ob dieses erstmalige Akkordeonkonzert in der Reihe des Deutschlandfunks genug Werbung für weitere war.
Ansonsten war die Woche gut gefüllt mit Proben fürs Konzert mit Enrico. Das war am zweiten Advent um 18 Uhr. Leider gab es wohl schon wieder falsche Uhrzeitangaben in der Presse, an uns lags nicht. Es kamen 30-40 Leute, womit wir total zufrieden waren. Technisch war nicht alles da, klanglich war es aber gut, und das Programm fand ich auch sehr überzeugend. Vielen hat es auch gut gefallen. Nun brauchen wir bald weitere Auftritte, damit es warm bleibt und reift.
Das Konzert hat viel Energie gekostet und war der letzte Höhepunkt; kein Wunder, dass ich daraufhin erstmal krank wurde. Zwei Tage später spielte ich trotzdem eine LMN-Mugge, da ich vorher und nachher in der Bahn schlief, ging das aber alles. Ich nahm auch an fast allen Veranstaltungen teil, Hauptfachunterricht ließ ich ausfallen, weil ich nicht geübt hatte. In der Woche war auch die Mensaparty mit dem Thema Bad Taste. Meine Verkleidung war ungewöhnlich genug, leider hab ich keine Fotos. Bei der Wahl hab ich zum Glück nicht gewonnen, einige haben wohl auch mich gewählt. Dabei wollte ich nur den Kreativpreis: Da ich weder einkaufen ging, noch irgendwelche hässliche Kleidung hier habe, hab ich kurzerhand mich einfach falsch herum gekleidet, was besonders schön bei Hut und Haaren aussah. Die Party war ziemlich gut, sehr viele kamen verkleidet, es kamen auch mehr als sonst.
Dann war ich noch auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund, der leider fast nur aus Freßbuden besteht, nicht empfehlenswert. Und ich war in Düsseldorf, die Weihnachtsmärkte sind nett, genauso wie die zwei Verkäufer, der wohl kitschigsten und hässlichsten Schmuck-Buden. Leider macht man damit viel Geld.
Heute gabs auch noch ein richtig gutes Konzert im Treppenhaus der Hochschule. Gut komponierte Neue Musik, die richtig einhüllte und sehr klangvoll war. Müller-Hornbachs sind definitiv gute Musiker.

Und jetzt? Endlich mal wieder Solo-Programm üben, das hab ich drei Wochen lang ausgesetzt. Dann noch ein neues Stück mit Cello bis Januar einstudieren. Gehörbildung mal voranbringen. Und vielleicht auch mal Bratsche üben. Sprachen lernen hab ich schon seit einigen Wochen und Monaten komplett ausgesetzt. Und dann wäre noch das nächste Jahr zu planen, was mir auch nicht leicht fällt.

Übrigens: Ich hatte heute das erste Mal Besuch von Zeugen. Da mein Wecker nicht klingelte, hatte ich ein nettes Gespräch im Nachtanzug. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht daran dachte, sie warten zu lassen bis ich mich umgezogen hätte; nächstes Mal. Zumindest sind sie nicht soo abwegig wie die Meinung über sie ist (he, der Satz ist ja doppeldeutig).

Und am Samstag gehts dann wieder in die Heimat für zwei Wochen. Deswegen wünsch ich allen schon mal eine gute Weihnachtszeit und ein schönes neues Jahr. Man sieht sich.

Samstag, 8. Dezember 2012

Der Abend hat sich doch noch gelohnt, nach-

dem es zuvor reichlich schleppend vorwärts ging. Der Tag hatte zu viel andere Inputs, als dass ich mich, wieder zu Hause und wieder aufgabenlos, konzentriert dem Üben hätte zuwenden können. Beinahe wär die dringend benötigte Übezeit ganz in Ablenkung versunken. Dann kommen solche Maßnahmen, wie im Dunkeln üben, oder versuchen sich den Computer zu verbieten. Aber am Ende kam dann noch der Geistesblitz, als ich über die Moderation nachdachte. Das Konzert diesen Sonntag teilen wir uns bei der Moderation, und ich habe ein Stück übernommen, dessen Anmoderation besonders wichtig ist. Denn wenn der Zuhörer nicht weiß, dass es neunzehn Minuten dauert, erwartet er schon nach vieren den Höhepunkt, und nach sechs Minuten den Schluss. Dann ist es besser, man gibt ihm ein paar Bilder an die Hand mithilfe derer er das Stück strukturieren kann, und etwa weiß, welcher Teil gerade erklingt, damit lässt sich leichter ein Spannungsbogen empfinden. Und mir sind nicht Bilder eingefallen, sondern ein einzelnes Bild, in dem das ganze Stück enthalten ist. Da lauf ich also im Zimmer auf und ab, und werde immer faszinierter und glücklicher, weil ich mich innerlich moderieren höre, was sag ich, was lass ich weg, wass muss der Hörer wissen, was schränkt seine Phantasie ein, etc. Ich freu mich aufs Konzert!

Und grad als ich den Post anfing, kam Jakob hier vorbei und wir hatten noch einen schönen Abend mit sehr guten Gesprächen. Überhaupt passiert grad viel, und mit vielem bin ich sehr glücklich. Fragt mich zu Weihnachten! :)

Wenn du Jesus wärst – was würdest du an deinem Leben als erstes verändern?

Donnerstag, 22. November 2012

Zeit. Zeitnot. Zeitlos.

Komm grad vom Chor. War ein bisschen spät dran. Leider kein Platz vorne mehr frei. Setzte mich in die zweite Reihe. Bass rechts, Alt links, Tenor vor mir: selten zu hören. Blatt singen in vollem Tempo, wie immer bei Leseproben in diesem Chor. Heut war ein bisschen weihnachtliches Tralala dran und dann aus dem WO die No. 4 bis 6. Ein Stück überforderte mich teils, das war das einzige, das wir heute auch geprobt haben und nicht nur durchgesungen. Insgesamt gehts auch durch solche Aktionen aufwärts, was mein Gehör (Intonation) und musikalische Vorstellungskraft anbelangt. Bis ich es allerdings ausreichend finde, werden vermutlich noch fünf Jahre vergehen. – Zum Chor ist noch zu erwähnen, dass heute Leseprobe war, weil letzten Sonntag Konzert war. Wir sangen Mendelssohn-Bartholdys 3 Psalmen (2., 43., 22.) und seinen Lobgesang. Da ich bisher nie etwas von ihm gespielt habe, war es sehr interessant für mich. Die Psalmen sind a-capella und 8-chörig. Das ganze in der großen Stadthalle braucht gute Vorbereitung, macht aber auch Freude. (Lieblingssatz vom Lobgesang)

Ich mag es, wenn nachm Chor noch die Musik durch den Kopf läuft. So lang lasse ich die Beschäftigung mit anderer Musik, morgen ist auch noch ein Tag. Überhaupt trainier ich grad (unfreiwillig?) mich nicht um morgen zu sorgen, denn jeden Tag könnte ich besser vorbereitet sein. Vor 16 Tagen war StuPa-Sitzung, innerhalb einer Woche sollte ich das Protokoll schreiben. Morgen also, beschwert sich ja keiner. In 17 Tagen ist unser Konzert, Saxophon und Akkordeon, Enrico und ich. Hat noch keinen Pressetext, an dem wir schon seit über einem Monat ab und zu arbeiten. Morgen. Oder übermorgen. 2 Briefe? Möglichst morgen. Vielleicht die doch noch heute abend schreiben. Üben? Naja, morgen Hauptfach, Vorbereitung war schon zwei mal gerade ausreichend, ich setze noch auf eine gute Übezeit morgen früh. Trotzdem: Ohne Sorgen funktioniert es besser, allzumal sich noch ein anderer um unsere Bedürfnisse sorgt, das durfte ich erfahren. Und dann bleibt auch noch unerwartet Platz: Diesen Dienstagabend haben wir mit der SMD eine Gebetsnacht gestartet. Geschlafen hab ich am Mittwoch von 8 bis 12. Trotzdem behaupte ich, dass ich nicht weniger geschafft habe, als an anderen Mittwochen.

Fünf der erwähnten sieben Vorspiele sind vorbei (eins fällt aus). Was bleibt? Nun, Gewißheit, dass ich immer noch gut und gern muggen kann, auch wenn der erste Auftritt nicht das Gelbe vom Ei war. Hatte schlecht geschlafen, vermutlich da ich zu angespannt war. Muggen sind der einfachste Weg Musik zu vermitteln und manchmal auch ein sehr direkter, wenn man dazu moderieren darf. Bei den ersten zwei Vorspielen war es auch eher eine persönliche Atmosphäre. Die Programmwahl war gut, nur eine Organisatorin hörte es drei mal hintereinander, weiß nicht, ob ihr es dann noch so gut gefiel. Diese Vorspiele sind alle in sozialen Einrichtungen. Merkwürdig war, dass den Organisatoren und meiner Kollegin diese Atmosphären manchmal viel näher gingen, und sie meinten, man kennt das gar nicht, was in solchen Einrichtungen abgeht. Ich würde nicht behaupten mich auszukennen, sondern nur normal damit umzugehen, aber da die anderen emotional darauf reagierten, muss ich befürchten, normal ist irgendwo dazwischen.

Auch das Ensemble-Projekt in Aachen ist durch. Die Generalprobe war schlecht, hatte aber auch aus mehreren Gründen einen schweren Stand. Bei der Aufführung zeigten wir dann, dass wir es doch konnten. Nicht alle Töne bei mir, das beeinträchtigte aber nicht den Gestus. Netterweise meinte dann der Leiter des Ensembles, dass er vielleicht mal auf mich zurück käme, wenn sie ein Akkordeon brauchten. Auch mit dem Komponist Oliver Schneller konnte ich reden, mir gefiel sein Stück. Auch den Vortrag zur französischen Neuen Musik fand ich sehr interessant, Stichwort instrumentale Nachbildung aufgezeichneter und verarbeiteter Klänge. Könnte sein, dass die französischen Komponisten den deutschen ein paar Dinge vorweg haben, da kenn ich mich zu wenig aus, will ich gern ändern. Anschließend waren wir noch in einem guten Lokal mit einem sehr exaltierten Kellner. Und am Vormittag traf ich mich mit Hagen und am späten Nachmittag mit Martin, mit altbekannten Fragen, was jetzt und in Zukunft wir oder Freunde so machen. Sehr erfolgreiches Wochenende mit dem direkt am Sonntag folgenden Chorkonzert.

Nur geschlafen hab ich viel zu viel in Zügen. Sehr oft 6 Stunden zu Hause und ein bis drei Stunden in der Bahn. Auf Dauer irgendwie anstrengend, auch wenn mir die Tagesunterteilung gefällt. Manchmal ist es schwierig, sich mehrmals am Tag aufs Üben zu konzentrieren. Nach nem Tagesschlaf bin ich zuerst noch schläfrig, dann aber zum Üben meist wieder fit. Was ein gutes Stichwort ist, ich werd schläfrig und will morgen früh fit sein zum Üben vor dem Unterricht. Gute Nacht.

Freitag, 13. Juli 2012

Tea And Sympathy

Mit erschreckender Regelmäßigkeit, kommt nun der nächste Post, vermutlich der letzte vorm Sommer. Mal wieder kreuz und quer, was mir einfällt.

Die letzten Wochen waren sehr locker: Hatte nach dem Wettbewerb nicht mehr so viel zu üben, und alles andere ging meist nebenbei. Die freie Zeit verging mit vielen Kleinigkeiten und auch vielem Rumsitzen und Quatschen.

Ein wenig Sightseeing hab ich wieder ins Programm aufgenommen. Noch kann ich in ganz NRW kostenlos rumfahren, aber die Zeit vergeht schnell. Im Semester nimmt man sich selten einen Tag frei, und wer weiß, wie ich nächstes Jahr dazu komme. Vorvorletzten Sonntag ging es mit Freunden zur Müngstener Brücke und Schloß Burg. Sehr schöne Wanderstrecke, nur regnete es durchgehend, sodass ich mir auch ne Erkältung einfing. Auch hab ich mir Bonn angeschaut, einmal ein wenig die Altstadt und letzten Samstag Bad Godesberg mit Burg und die Rheinaue und das Regierungsviertel. Die Rheinaue ist außergewöhnlich groß und schön, Bad Godesberg hat auch schöne Parks und auch Altstadt, aber wenig. Das Regierungsviertel, sollte man sich mal anschauen, inzwischen wird aber schon einiges umgebaut, interessant ist eher, wie klein und normal das meiste ist. Nächsten Montag gehts dann zum Arboretum, und morgen hab ich auch noch einen freien Tag, weiß aber noch nicht, wo ich hin möchte. Vermutlich irgendwas vom Ruhrpott anschauen, denn Münster, Siegen und Aachen sind doch weiter weg, und ich wär gern 18 Uhr wieder zurück.

Was voranging war meine Kammermusik mit En. am Saxophon. Wollen möglichst im Herbst ein Konzert spielen und haben auch beim Klassenabend wieder ne Viertelstunde gespielt.

Zum Konzert noch eine nette Geschichte: Vor ein paar Wochen in Konzertgestaltung sollten wir ein fiktives Programm moderieren. Kurz bevor ich zu Hause los bin, hab ich für mein Programm mir Lebensdaten der Komponisten geholt, falls ich dran komme. Dann kamen erstmal zwei andere dran, aber es war noch etwas Zeit am Ende der Stunde. Da aber sich keiner vorbereitet hatte, ging ich vor, und moderierte halb aus dem Stegreif, d.h. ich hatte mir es vorher durchdacht, aber nicht aufgeschrieben und auch nicht einmal vorgesprochen. Fühlte mich also unwohl und recht unruhig, bekam aber das Feedback, dass es souverän und ruhig war. Nun beim Konzert sollten wir wieder moderieren. Und diesmal vergaß ich es, bis mein Lehrer mich beim Anspielen vor dem Konzert dran erinnerte. Also setzte ich mich rein ins Konzert und überlegte während der ersten Hälfte, was ich sagen würde. Wieder merkte man mir wohl nicht an, wie wenig vorbereitet es war. Leider kann man so zwar nicht viel über die Komponisten sagen, aber wie sagte so schön unser Prof, das kann man bei wikipedia nachlesen, die Leute wollen ja nicht belehrt werden. Und so spricht man nur über das Stück, und was man selber damit verbindet, auf was eventuell die Zuhörer achten sollten, und welches Konzept hinterm Konzertprogramm steckt. Schön, wenn das so relativ stressfrei funktioniert.

Einige Abschlussprüfungen habe ich mir auch anhören können. Darunter drei mal Cello und eine Blockflöte am selben Tag, einmal Gesang, einmal Geige, zweimal Schlagzeug. Selber hatte ich auch zwei Prüfungen in Satztechniken des 20. Jh. und in Gehörbildung. Dabei durften wir bei Gehörbildung auch Instrumente verwenden, um die Musik herauszuschreiben, da ja später im Beruf man die gleiche Möglichkeit hat. Find ich nicht so gut, denn wenn man ohne Instrument sich keine Melodie vergegenwärtigen kann, kann mans im Konzert auch nicht. Und verkehrt kanns nicht sein, das Schwerere zu erlernen. So wie die Prüfung war, hilfts mir dagegen, und obwohl ich nicht sonderlich gut höre, habe ich eine eins bekommen.

Gestern hatte ich noch eine Mugge. War für mich ein Novum, da es auf einer Beerdigung war und ich im Stehen spielen musste. Im Stehen spielen muss ich noch etwas üben, gefallen hat es trotzdem.

Das wär soweit das wichtigste. In einer Woche bin ich in der Heimat, da sieht man sich hoffentlich wieder. Schönen Sommer!

Sonntag, 17. Juni 2012

Hier liege ich, ich kann nicht anders.

Schaun mer mal, was aus der ToDo-Liste vom letzten Mal geworden ist:

Ein Wettbewerb (DAM) fand statt und war sehr gut, für den anderen hab ich mich nicht qualifizieren können. Hatte auch wenig Mühe in das Video gesteckt, da ich nicht dachte, dass danach schon ernsthaft aussortiert wird.
Vor allem Kammermusik hab ich viel geübt und das geht noch mind. eine Woche weiter, am 25. ist Klassenabend und wir wollen noch ein neues Stück dazu vorstellen, was wir nicht letzte Woche zum DAM spielten.
Hebräisch hab ich anfangs sehr fix aufgeholt und dann aussetzen müssen für den Wettbewerb. Nun wollte ich für den Sommer erstmal wieder mit tschechisch anfangen, aber eigentlich darf ich auch bei hebräisch keine zu große Pause machen, was einmal liegen bleibt, liegt lange. Mal sehn.
Die SMD Bibelarbeiten gingen alle recht gut von der Hand, momentan machens andere, da werden aber im nächsten Monat noch ein paar auf mich drauf zu kommen.
Reisungen und Übernachtungen sind alle durch, jetzt gehts an die Sommerplanung. Will öfter in Wuppertal sein als die letzten zwei Sommer, da aber die Fahrtkosten recht hoch sind, sollte es gut geplant sein. Vermutlich siehts etwa so aus: Mitte Juli gen Heimat, Anfang August kurz in Wuppertal, Ende August für mind. anderthalb Wochen, September mind. drei von vier Wochen in der Heimat. Ob ich auf Freizeiten, Urlaub fahre, weiß ich noch nicht. Hab grad nicht das Gefühl, ich brauchte es unbedingt (werd ich alt? ach ne, war schon immer so).
Bei der geistlichen Literatur bin ich wenig vorangekommen.

Zum DAM noch: Das Wochenende war super. Am Freitag hab ich mir vor allem Kat. 5 angehört. Netterweise kommen bei mir sofort Urlaubsgefühle auf bei so viel Akkordeonmusik, langjährige Prägung. Auch verschiedene alte Bekannte zu treffen war sehr gut. Meine beiden Auftritte am Samstag waren recht gut, hatten aber auch beide noch etwas Luft nach oben. Nichtsdestotrotz macht Auftreten Spaß und egal was schief ging, kann ich (bzw. können wir) trotzdem schön viel präsentieren. Am Sonntag war dann etwas die Luft raus, aber nach einer langwierigen Abschlussveranstaltung hat sich meine kleine Sightseeingtour in Bruchsal echt noch gelohnt. Hübsches Städtchen.

Tja, und dann waren noch StuPa-Sitzung + ne Kommission, SMD-Leiter- + Regio-Treffen letzte Woche. Im Mai auch ein intern. Kochabend, ein interessanter Abend zu Günther Wand, mehrere Konzerte, da konnt ich vom djo gespielt mal ne Mahler-Symphonie mir anhören. Wen mehr interessiert, sollte nachfragen, ansonsten kommt vielleicht in nem Monat der nächste Eintrag…?

Mittwoch, 8. Februar 2012

Abwechslungsreich

Schade. Dass wieder so ne lange Zeit verstrichen ist. Auch mein Tagebuch hängt ziemlich hinterher. Aber es gibt genug anderes, und wenn ich faul sein will, dann richtig. Zumindest passierte mir das die letzte Woche von Dienstag bis Donnerstag. Typische Angelegenheit nach dem Klassenabend, der am Montag war. Hatte mir also die Faulheit gewissermaßen verdient, die Sonate von Kalevi Aho war durchaus gut abgeliefert (wer sich für den Komponisten interessiert sollte diesen Text lesen). Am Freitag gings dann wieder los mit Üben, vorallem mit Kammermusik, seit heute steh ich wieder voll im Soloprogramm. Den Freitag und Samstag versüßte mir die „Vif“ aus dem Werk „Scaramouche“ von Darius Milhaud. Es gibt verschiedene Versionen davon, ich spiel aus dem Klavierauszug für Orchester und Solosaxophon. Die Orchesterfassungen auf youTube gefielen mir überhaupt nicht, die (originale) Klavierfasung ist aber durchaus hörenswert. Nur der dritte Satz „Brazileira“ gefällt mir nicht so gut mit zwei Klavieren.

Ich war in letzter Zeit zu einer Reihe von guten Konzerten. Vor zwei Wochen fings an, die Celloklasse spielte moderne Werke. Danach kamen noch ein gutes Dutzend Studenten mit ins Café, und auch die Professorin. Ihr Konzept, dass jeder Student zumindest ein oder zwei moderne Werke spielen muss im Studium, ging auf, denn manche spielten mit einem ganz anderen Ausdruck, den sie sich bei Klassischem nicht trauen würden. Auch interessant war, dass sie überzeugte Frankfurterin ist, und trotzdem Wuppertal ungemein reizvoll findet, da die Stadt mehr Charakter hätte als manch andere. Am Freitag darauf war eines der besten Konzerte bislang an der Hochschule, wieder moderne Musik, diesmal alles aus Amerika, aber mit wechselnder Besetzung und mit einer sehr abwechslungsreichen Stilvielfalt. Danach war ich ziemlich aufgedreht, half noch mit beim Abbauen und ging anschließend wieder ins Café und noch Feiern. Die Nacht war sehr kurz, der Morgen verkatert, aber glücklich. An dem Samstag war ich durchweg beschäftigt, morgens Wäsche waschen, dann Soundcheck mit Probe in Remscheid, zurück zur Hochschule, einspielen und Generalprobe für den Klassenabend, wieder zurück nach Remscheid und da trommelte und sang ich in ner kleinen Band für ein Lied, anschließend feierten wir noch in einen Geburtstag hinein. Am Sonntag brauchte ich dann meinen Mittagsschlaf, bevors ins Museum ging zu einer Sisley-Ausstellung, sehenswert! Am Montag übte ich vier Stunden vor dem Klassenabend, ein Unding, normalerweise ruht man sich mehr aus, aber die Generalprobe war ja leicht danebengegangen. Nach dem Klassenabend gingen wir wieder ins Café, war ne sehr schöne Runde, die Öffnungszeiten wurden leicht gedehnt, aber die Stimmung und die Freundschaft wird in unserer Akkordeonklasse immer besser seit etwa anderthalb Jahren. Nach den faulen Tagen kam dann auch noch am Freitag ein Konzert der Mandolinenklasse, gut, wenngleich nicht so klasse wie die ersten Konzerte, aber hab ich schon erwähnt, dass wir danach ins Café gingen? Wie viel hat das eigentlich an mir verdient in letzter Zeit… Zumindest vorgestern dann gingen wir nicht ins Café nach dem Konzert vom Mallet-Ensemble, da gingen wir in eine andere Kneipe. Und das obwohl ich im Konzert schon müder wurde, danach war ich umso wacher.

Hmm… warum schreib ich das alles, will ich wirklich in so einem Licht dastehen? Jo. Denn die Gespräche dazu waren sehr gut, nur gehts in diesem Blog nicht zu sehr um andere Personen. Und um das Bild zu komplettieren: Heut morgen ging mein Wecker nicht und ich hab glatt bis halb 1 durchgeschlafen, passiert mir normalerweise nicht. Musste auch ne Sitzung deswegen absagen, hab dafür ein Diplomkonzert mir anhören können. Noch ein paar lose Gedanken:

Geduld lehrt uns nicht bis zum Tod auf unser Glück zu warten, sondern dem Unerwarteten Raum zu geben.
Ich bin nicht bestechlich, außer durch Ehrlichkeit. Aber auch wenns mir gefiel, ist es eigentlich nicht korrekt, es überspitzt nur, wie sehr es mich freut, wenn andere offener als erwartet sind.
Manchmal bewegt man ein Gespräch immer wieder hin und her, manche Fetzen haben auch nach Jahren noch einen Nachhall in meinem Kopf. Das finde ich wirklich faszinierend.
Ich bin kreativ! Und kanns eindeutig beweisen an der Art, wie ich meine Zeit vertrödel! (Der ist schon älter, passt aber gerade wieder.)
Kennt jemand einen guten Bibelleseplan? Soweit ich welche gefunden habe, gibts nur 3 Ordnungen: Entweder von vorn nach hinten nur halt in Tagesportionen eingeteilt. Oder nach chronologischer Anordnung. Oder nach Textart, bspw. Montag ein Brief, Dienstag ein Gesetzestext, Mittwoch ein Psalm, usw. Was ich suche wäre eher eine thematische Anordnung nach Querverweisen. Oder ich bastel mal selber einen.

Und der Vollständigkeit halber: Natürlich war ich nicht nur in Hochschulkreisen unterwegs. Auch ein paar gute Abende unter Christen waren dazwischen (und mitunter doppelt so ehrlich wie die anderen). Ab nächstem Semester bin ich dann auch einer von drei SMD-Leitern hier. Das wird ein Spaß. Jetzt hab ichs aber ausgereizt mit Schreiben, ick wünsche eine gute Nacht.

Freitag, 6. Januar 2012

Ich bin auf Endorphin

Seit vorgestern abend wieder zurück. Und leider kommen sie nicht vor allzu viel Glück, sondern um den Schmerz zu lindern. Bin gestern abend gedankenlos eine lange Treppe runtergesprungen und die letzte Stufe war klitschnass. Die Heftigkeit war mir sofort bewusst. Nachdem sichs zuerst gegeben hatte, humpel ich heute herum und kann durch Aufsetzen meines Fußes mir einen Cocktail ins Blut pumpen. Ansonsten aber alles prima!

Letzten Mittwoch bin ich an die Nordsee gefahren. Auf Ausflug mit der SMD. Die Zeit war gut, um sich kennenzulernen und auch recht erholsam, haben mal Hamburg besucht und mal Museen, aber meist gefaulenzt, gegessen, gespielt…

Davor die Weihnachtszeit von Donnerstag bis Mittwoch in der Heimat war übervoll. Zu wenig Schlaf raubte mir am Ende die Nerven, wie ichs irgendwie schon gewohnt bin.

Vom restlichen Dezember bleibt noch zu erzählen, dass wir ein schönes Konzert hatten. Hab gut 20 Minuten Sololiteratur gespielt und war sehr zufrieden. Mit den meisten anderen Beiträgen ebenso. Die Aho-Sonate hat dafür eine Pause bekommen, die ich jetzt versuche wieder wett zu machen, Ende Januar ist das nächste Konzert. Die anderen Fächer geben wenig her, zwei theoretische langweilen mich grade sehr, Musikpädagogik ist dagegen unterhaltsam (wofür ich schon Comenius gemacht habe und jetzt noch über andere Pädagogen referiert wird).

Für den Jahresabschluss sollte jeder erzählen, was ihn so das Jahr 2011 über beschäftigt hat. Mir sind nur zwei Dinge eingefallen, die sowohl in Wuppertal als auch in der Heimat mich beschäftigt haben und neu waren in diesem Jahr: die Alexandertechnik und der Anlauf, die ganze Bibel durchzulesen. Ansonsten war das Jahr vergleichsweise ruhig, vergleichsweise mit 2010. Zwar trotzdem viel gemacht, aber etwas konzentrierter. Wie war euer Jahreswechsel so?

Sonntag, 20. November 2011

Weiter geht die wilde Fahrt

Erfolgserlebnisse hab ich dies mal beim Üben, auch wenn ich weiter kritisch bleibe: es müsste mehr drin sein, auch mehr Übezeit. Aber wer weiß, vielleicht würde das Üben weniger produktiv werden, gebe ich ihm mehr Zeit.

Bin heut von der RegioKon zurückgekommen, war sehr gut. Hab mich gleich ins Bett und an den Computer gelegt, denn meine Füße taten (vom Spiel gestern?) weh und ich war schrecklich müde. War zusätzlich am Freitagabend statt beim Begrüßungsabend beim Geburtstag eines Kommilitonen, dadurch hatte ich nur 3,5h Schlaf. Aber es hat sich alles sehr gelohnt.

Morgen wirds dafür wieder voll, morgens (oder doch heut abend?) noch Theorie-HAn, dann Einspielen für den Akkordeon-Unterricht, abends Konzert der Schlagzeugklasse anhören und am Nachmittag will ich in 4h ein Referat basteln. Über Comenius. Soll ne knappe halbe Stunde Vortrag sein und ne Viertelstunde muss man ne Diskussion über die Pädagogik anzetteln. Muss mit Polylux oder Powerpoint begleitet werden, würde gern zweiteres nehmen, dafür sind 4h recht knapp bemessen.

Und zurück zur letzten Woche: War von Mittwochabend bis Freitagmorgen in Hannover, um zwei Konzerte anzuhören. Wen es interessiert, der kann sich auf NDRKultur am 4. Dez einen Mitschnitt anhören (hier ganz unten ab 22:05). Oder mich mal über Sofia Gubaidulina ausfragen, deren 80. Geburtstag dort gefeiert wurde. Ein Tag später war hier ein gutes Jazz-Konzert und am Montag wollte ich ins Konzert des Hochschulorchesters gehen. Allerdings mussten über hundert Besucher abgewiesen werden, weil der Saal nicht groß genug war. So saßen wir halt sehr lang in der Kneipe rum…

Ansonsten: Alltag. Eine Sache wollte ich noch erwähnen, von der ich gute Bilder wollte, was gar nicht so einfach ist. In Alexandertechnik hieß es dann einmal, stellt euch vor den Spiegel und schaut mal in euren Mund rein hinter das Zäpfchen. Alles, was ich gesehen habe, war etwa dies:



Dacht ich mir, das kanns nicht sein (und es bestätigte sich mal wieder, wie unflexibel ich mit meiner Zunge bin), und hab probiert, bis die Zunge unten lag und ich das Zäpfchen sehen konnte. Was ich nun im Spiegel sah, war noch lustiger (und deutlicher als man es auf dem Foto erkennen kann) – meine Zungenmuskel sind unterschiedlich stark ausgeprägt, ich bekomme nur eine Seite nach unten, während die andere höher bleibt:



Interessant. Seitdem spür ich auch, dass meine Zunge auf der rechten Seite immer gegen den Gaumen drückt. Werd ich mir wohl abgewöhnen.

Am Donnerstag gehts mal wieder kurz in die Heimat. Und der Sylvesterurlaub ist jetzt auch geplant, also bin ich auch zu Weihnachten nicht soo lang da. Aber man läuft sich ja sicher irgendwann wieder über die Füße…

(P.S.: Ist der Posttitel eigentlich ein literarisches Zitat?)

Samstag, 16. Juli 2011

gegen die Lust

Heut war ein vergammelter Tag. Also wie geplant. Ungeplant war, dass mir Computerspielen kaum Spaß mehr macht. Naja, vielleicht schon irgendwann mal wieder, aber heute nich so. Aber fangen wir vorne an.
Ursache für meinen Stromausfall war mein Herd. Der geht jetzt nicht mehr, bzw. verursacht nen Kurzschluss, wenn man ihn einschalten will. Fachmann kommen lassen lohnt sich nicht, entweder ich leb ab Oktober ohne Herd hier, oder ich find selber nen Fehler oder ich zieh aus. Die Faulheit schlägt Lösung eins vor.
Sonntag war der Klassenabend, der diesmal nur zwei Stunden lang ging, und qualitativ auch recht gut war. Solo und Kammermusik waren sehr gut, unser Ensemble war ausreichend gut fürs Konzert, aber wir könnten wohl mehr, wenn wir gewollt hätten.
Montag bis Mittwoch waren dann täglich zwei Proben für Nosferatu. Die Abendprobe war immer deutlich besser als die Morgenprobe (da verzählt man sich grundlos) und auch im Laufe der Tage gabs eine deutliche Steigerung bis zum Konzert. Das war am Mittwochabend und bis auf einen falschen Einsatz im Fortissimo, zu meiner vollsten Zufriedenheit gelaufen. Hab mich nicht verzählt und Solostellen so gut wie möglich abgeliefert, nicht alles war so möglich, wie vom Komponisten gefordert.
Dienstag war noch mündliche Theorie-Prüfung, insgesamt haben wir 3 Noten bekommen (mündl., schriftl., schriftl. in Gehörbildung), hab bei allem eine 1,7.
Dann war ich ganz schön erschöpft. Als ich Mittwochabend zum Konzert ging, wollten meine Beine kaum noch laufen. Auf dem Nach-Hause-Weg war es einfacher, zwar liefen sie langsam, aber ich war glücklich genug, dass es mich nicht interessierte. Donnerstag war ich ziemlich im Eimer, hab tagsüber lange Pausen gemacht. War trotzdem morgens um neun zu Musikgeschichte gegangen, hab auch Mittwoch und Donnerstag mit In. und Ve. einander vorgespielt, am Freitag hatten wir drei Zwischenprüfung. Üben ging mit langen Pausen dazwischen, laufen war ganz schön anstrengend. Wollte Donnerstagabend eigentlich noch zum Hochschulsport, evtl. sogar zu nem Film, aber das erschien mir nicht möglich, wenn ich noch irgendwie Kraft für den nächsten Tag haben wollte. So hab ich bis neun noch in der Hochschule geübt.
Am Freitag dann ausgeschlafen, hab dann die Zwischenprüfung gespielt, zwei Stücke sehr gut, beim dritten vergaloppierten sich ständig meine Finger. Einmal musste ich ein paar Takte eher neu ansetzen, hab dafür aber nicht abgesetzt, sondern nen Takt lang improvisiert. Also hab ich durchgängig den Gestus des Stückes beibehalten, nur die Töne oftmals nicht, was man bei dieser Komposition aber auch nicht unweigerlich merkt. Raus kam dann ne 1,3. Nach ner Essenspause und bissl Warmspielen dann noch Nebenfachprüfung. Ein wenig und ein wenig mäßig kleine Trommel gespielt und recht gut auf dem Vibraphon dann musiziert, raus kam ne 1,7. Also kann ich durchaus zufrieden sein mit dem Semesterabschluss. Vor drei Wochen kam mir das Semester noch kurz vor, nach der letzten Woche, aus der man drei hätte machen können, kam es mir sehr lang vor. Hab mir trotzdem noch ne Schlagzeug-Masterprüfung am Freitagabend angehört, war sehr schön, anschließend noch beim Sektempfang gewesen. Bin dann aufgebrochen zur Abschiedsparty, wo ich erstaunlich lange durchhielt, bin um fünf wieder zu Hause gewesen. Bis halb eins heut geschlafen, ich denke den Tag könnt ihr euch vorstellen.
Bin noch bis Donnerstagmorgen hier, ab Samstag dann in der Heimat. Hab Montag und Dienstag recht viel freie Zeit, muss mir noch strukturieren, was ich über den Sommer machen will/soll/kann. Ansonsten gibts hier wohl wieder ne Sommerpause und es geht erst wieder im Oktober weiter. Gute Nacht, o Wesen.

Sonntag, 3. Juli 2011

Außer es passiert zu viel

Die Woche war gut voll. Hab einiges geübt, das meiste ist dem Ziel nahe, ein Stück macht mir momentan etwas Sorge. Dann war ich jeden Abend außer Haus: am Montag gab der Schlagzeugprofessor ein Konzert an der Hochschule, Dienstag normal smd, Mittwoch war ich zu einem leckren Abendessen eingeladen, Donnerstag Aikido, Freitag nochmal von Freunden eingeladen. Nur den Samstag blieb ich komplett zu Hause, da ich zu viel Arbeit hatte. Dafür war ich heut mal wieder im jwd. Dazu gabs bei den meisten Abenden auch ein-zwei gute Gespräche, die ich nicht online stellen will, weswegen es mir aber grad besonders gut geht. Da morgen die Prüfungszeit anfängt, ist das gar nicht so verkehrt. Nebenbei gibts dann auch typische Studentenversuche: Schimmel stirbt nicht ab, wenn man ihn in der Mikrowelle erhitzt. Achja, noch eine Begebenheit, hatte am Freitagmittag mal wieder nen Kreislaufaussetzer. War n ruhiger Morgen, dann ne Stunde entspannt bei der Alexandertechnik, plus nix getrunken: das gefiel meinem Kreislauf so gut, dass er aufhören wollte. Zumindest war das Gehirn deutlich unterfüttert, auch wenn ichs ohne Hinlegen hinbekommen habe. Achja, ich freu mich auf den Sommer, hab mir aus der Bibliothek mal Noten geholt, und auch so ein paar Ideen, was ich gern mal probieren würde… never stop dreaming. ebenso wie reflektieren. oh, und da kommt noch was: gefühltermaßen funktionieren meine Sehübungen. War mal wieder waschen und da konnte ich die hässlichen Digitalanzeigen wieder besser lesen. na denn, eine wunderschöne gute Woche wünsche ich.

Montag, 13. Juni 2011

Das Wort zum Montag

Es geht mir gut. Die zwei Wochen waren voll, zu voll um noch einen klaren Kopf zu behalten, aber mit etwas Übung legt sich das wieder. Voriges Wochenende war ich in der Heimat mit einer guten Mischung aus vorrangig Familie treffen und nachrangig Freunde treffen. Dabei war das Grundgefühl von anfang an, dass man sich viel zu selten so trifft und man ein weiteres Treffen planen sollte, wo doch mein Vater meinte, es würde das letzte in dieser Runde sein. Dieses Wochenende war ich dann auf dem Jazz-Festival in Moers. Wußte nicht, worauf ich mich einlasse, war aber überraschend positiv. Auf der einen Seite gibts eine Bühne mit durchlaufendem Programm und auch einigen guten, sowie einer für mich außergewöhnlich starken Band. Diese war allerdings speziell fürs Festival zusammengekommen, deswegen sei an dieser Stelle nur auf den kreativen Kopf hingewiesen. Auf der anderen Seite treffen sich jährlich wieder ein Haufen Punks um den Park zu verwüsten. Die Masse befindet sich irgendwo dazwischen, freut sich an den vielen (alternativen) Ständen und den noch viel zahlreicheren Spaßmusikanten auf dem Gelände, und sympathisiert oder verachtet das eine oder andere Extrem. Mir gefielen die beiden Parallelwelten und es gab auch ein paar denkwürdige Begegnungen, das soll aber nicht alles in den Blog. Abgesehen von den Wochenenden waren die Wochen dementsprechend vom Versuch geprägt, die verlorene Übezeit wieder aufzuholen. Da bleibt nur noch die Erwähnung vom Saxophonabend. Wir haben hier in Wuppertal zwar keine, da aber die zwei Kölner Säle immer belegt sind, kam die Kölner Saxophonklasse zum Konzert nach Wuppertal. Was mir außerordentlich gut gefiel, da mir das Saxophon deutlich vertrauter ist als viele andere Instrumente und die Klangvielfalt längst nicht so ausgeschöpft und verbraucht wie bei manch einem „alten“ Instrument. Ich wünsch frohe Pfingsten und dass der Heilige Geist schön fleißig ist.

Montag, 30. Mai 2011

Klartext

So. Da wär mer wieder. Schließlich gibt es ja doch noch die ein oder andere treue Seele, die sich für mein Leben interessiert – wobei ich nicht gern jemanden als untreu klassifizieren würde. Was mir dabei in letzter Zeit oft durch den Kopf geht, ist 2. Samuel 22, 26+27: „Gegen die Heiligen bist du heilig, gegen die Treuen bist du treu, gegen die Reinen bist du rein, und gegen die Verkehrten bist du verkehrt“. Sehr interessante Aussage, auch wenn ich sie in Bezug auf das Neue Testament relativieren würde. Wer sich dafür interessiert: Ich bin momentan in der 2. Chronik angelangt mit einem recht zügigen Tempo, drei oder vier Verse pro Tag sind keine Seltenheit. Weiterhin lerne ich auch spanisch und hab seit letzter Woche wieder die Tschechischvokabeln aufgenommen. Das ganze per elektronischem Karteikartensystem, unterstützt vom google-Übersetzer, um zusammenhängende Sätze zu üben, und von Rescate und Pranic, die auch sehr helfen beim Lernen.
Dann übe ich momentan für fünf Zwecke: Das Unwichtigste ist das Akkordeon-Ensemble. Zwei Viertsemester und zwei Zweitsemester sind wir und haben wenig Lust dafür zu üben, und es hängt auch nichts davon ab, wie wir spielen. Der Tango von Piazzolla ist aber interessant, weil er sich gegen die Erwartung sperrt. Das nächste ist meine Zwischenprüfung. Ich spiele drei Werke, die ich schon letztes Jahr zum Hochschulwettbewerb gespielt habe, möchte sie dieses Mal „nur“ besser spielen. Aber hier setzt sich meine ungeheure Motivation fort: Zwar gibt es eine Note darauf, aber wenn man sichs genau betrachtet, zählt sie recht wenig fürs Endergebnis. Gut wird sie sowieso, also warum sollte ich mich besonders anstrengen, damit sie sehr gut wird? Da ist mir mein Zusammenspiel schon wichtiger. Ich hab dieses Semester Kammermusik mit einem Saxophon, was mir immer wieder Spaß macht, auch wenn die erste Probe mit dem Professor eine kleine Dämpfung der Freude war. Dafür gibts jetzt gut zu üben. Und da ich den Saxophonisten in seiner KA-Prüfung begleite, ist das natürlich wichtiger, als meine eigene Prüfung. Und zu guter letzt gibt es da noch das Stück mit Sinfonieorchester, das am Besten werden muss. Kurz schrieb ich über all das schon, aber was ist das fünfte? Nun, mein voraussichtlich letztes Semester am Vibraphon. Normalerweise muss man nach vier Semestern auch im Nebenfach eine Prüfung ablegen, und bekommt dann darin keinen Unterricht mehr. Nur bis jetzt hat die Hochschulleitung es vertrant die Prüfung anzusetzen, mal schauen, was das wird.
Feste Termine sind immer noch dienstags SMD, inzwischen regelmäßig mit Abendbrot vorher, donnerstags Aikido, auch das regelmäßig mit Kneipenbesuch nachher und sonntags die Heckinghauser Brüdergemeinde mit danach ebenso regelmäßigem Mittagessen, allerdings bei wechselnden Gastgebern.
Nich so fest waren in letzte Zeit: Letztes Wochenende zwei Konzerte meines Kollegen Kr. in Köln, bei denen jeweils einige aus der Akkordeonklasse da waren als Unterstützung. Davor die Wochenenden eine chinesische Taufe (also eigentlich acht oder neun Taufen in einer chinesischen Gemeinde) und eine chinesische Hochzeit, allerdings nach deutschem Vorbild (in China wird dann nochmal chinesisch gefeiert). Dann kam an nem Freitagabend auch mal ein Freund mich hier besuchen, immerhin der sechste Gast in meiner Wohnung bislang. Ab und zu bin ich mittwochs noch bei einer Bandprobe, außerdem besuchte ich zwei Konzerte in der Wuppertaler Hochschule in der letzten Zeit. Obendrein half ich diese Woche einem Freund bei seiner Diplomarbeit mit Korrekturlesen. Und wenn dann nicht noch abends Freunde online sind und mich anchatten – dann hab ich doch noch einige Abende hier, wo ich zu Hause bleibe und anders als in der Heimat, auch ganz froh darüber bin. Denn schließlich wollte ich diese Woche ausschlafen und so recht tat es mir nicht gelingen – Donnerstag und Freitag waren keine guten Tage, Samstag dann gelang es mir einmal mitm Ausschlafen. Und inzwischen bin ich doch müde geworden über den Eintrag, ich hab auch das Gefühl, dass ihr wieder ausreichend wisst, was bei mir so vorgeht, den Rest würdet ihr vielleicht irgendwann in persönlichen Gesprächen erfahren, momentan erschließt sich mir grad einiges durch das Lesen des AnTs. Ick wünsch euch nen guten Start in die Woche, man schreibt sich.

P.S.: Zu allem Überfluß verpflichte ich mich hiermit noch zu einem weiteren Eintrag die Woche. Sonst wirds wieder nicht.

Samstag, 12. Februar 2011

Das mach ich mit links

Dacht ich mir so. Und fing beim Zähnebürsten an. Schnitten schmieren sieht auch ok aus, inzwischen. Beim Rasieren hilfts auch. Nur mit dem Schreiben tut se sich noch etwas schwer, aber vielleicht wird auch das noch.
Gestern abend wars Akkordeonkonzert. Meine Laune war den Tag über sehr gut. Dann gabs ein Ermattungsloch um sechs Uhr abends, hab mich hingelegt und langsam wieder meinen Körper unter Kontrolle gehabt. Das Konzert war dann sehr gut, sowohl Duo als auch Solo. Auch die anderen Beiträge waren (fast) alle sehr gut, nur das Programm war deutlich zu lang. Halb acht fing das Konzert an, nach zehn waren wir erst fertig. Inzwischen gibt es einen Erstsemester Kr., der deutlich besser spielt als alle anderen, halt in der internationalen Wettbewerbsliga. Unsere beiden Masterstudenten könnten das wohl auch, sind aber inzwischen zu sehr mit dem Leben beschäftigt, was nichts Gutes verheißt für ihre Prüfung in einem Monat. Tja, und ich… bin zwar noch besser als die anderen, deutschlandweit auch wettbewerbsfähig, aber bis zu Kr. ist es noch ein Stück. Wobei ich das Gefühl habe, dass ichs schaffen würde, wenn ich höhere Anforderungen hier hätte und mich konsequenter dem Üben verschreiben würde. Allerdings ist mein Fokus ja nicht voll auf die solistische Karriere ausgerichtet, und das find ich auch sehr sinnvoll. Netterweise bestätigte die Familie unter mir diese Woche, dass ich genug geübt habe… sie zog aus.
Mit dem Rest des Wintersemesters bin ich ganz zufrieden. Nicht mit allem, aber mit meinen Entdeckungen diese Woche. Das Studium der Jazz-Harmonielehre hat sich gelohnt. Da sich Gehörbildung, Ringvorlesung und jenes Buch gesondert mit dem Thema Melodie beschäftigten, bin ich darin wohl am Weitesten gekommen, hatte wohl aber auch wenig Vorkenntnisse. Auch stimmlich bin ich treffsicherer geworden, was mich überrascht hat, dass ich da eindeutig Fortschritte feststellen konnte. Aber wie schon gesagt, das Thema Melodie war präsent in letzter Zeit, genauso war die praktische Seite recht umfangreich durch den Chor. Letzten Sonntag führten wir mit diesem und natürlich mit Orchester und Solisten den „Messias“ von Händel auf. Was sich streckenweise mehr nach Ausdauersport anfühlt, als nach bewußtem Singen. Wonach es aber natürlich keinesfalls klingen darf. Macht trotzdem eine Heidenfreude (wobei messianische Juden sich mitfreuen dürften), die Lieder gingen mir auch die nächsten Tage nicht ausm Kopf, irgendwann will ich den mal wieder singen. Achja, einen Einsatz hat der Tenor verpatzt, aber da schlief der ganze Chor bei der schönen Bass-Arie vorneweg…
Und sonst so… gehts gut. Hab mit der smd und der Barmer Gemeinde hier auch geistlich ein zu Hause gefunden. Freu mich aber auch auf zu Hause und auf die akkordeonfreie Zeit, allerdings nicht deswegen. Ein bisschen merkwürdig isses, seit Jahren das Akkordeon mal wieder zur Reparatur abzugeben, und das dann für fünf Wochen. Bleibt Zeit für anderes. Wird schnell genug weg sein. Nun denn, wenn keine Buchrezension mehr kommt, wünsch ich euch ne schöne, für Studenten auch entspannte Zeit, Ende März bin ich zu ner Prüfung in Wuppertal, und dann gehts ab April hier weiter. Bis denn.

Montag, 31. Januar 2011

Kurzmeldungen vom Januar

Am 15. war Klassenstunde. Nach einer guten Übewoche, sehr gut gelaufen, obwohl ich nicht auswendig spielen konnte vor Publikum. Programm ist derzeit Bach und Scarlatti (möglichst auswendig), Aho (sehr modern) und von Lundquist das Duell für Schlagzeug und Akkordeon.
Letzteres spielten wir am 18. öffentlich und verrissen es. Das Publikum fands trotzdem gut, obwohls wirklich schlecht war. Lustig, wie mein Duopartner Jo. sich an dem Abend noch ewig lang drüber aufregte, was wir alles verrissen haten, da kann ich sowas schneller abhaken. Warn natürlich noch ne Stunde oder zwei im Café Moritz.
Vom folgenden Tag berichtete ich schon.
Am 21. war SMD-Mitarbeitertreffen. Noch hab ich die Richtlinien nicht unterschrieben, werds wohl aber tun, und auch gleich als Kassenwart einsteigen. Der Abend war sehr schön, auch geistlich eindeutig ein zu Hause.
Am 26. das letzte Mal Ringvorlesung. Thema: Melodien in der Neuen Musik. Vortrag: Recht schlecht, aber mit interessanten Gedankenanstößen zur Frage, was Melodie eigentlich ist. Wer kann einen guten Lexikon-Eintrag über Melodie finden?
Am 28. interessante Alexandertechnik-Stunde gehabt. Werd wohl noch öfters ordentlich sitzen, auf- und stehen üben müssen. Am Abend dann ein gutes Konzert der Masterstudenten der Posaunenklasse. Anschließend kleinen Abendspaziergang gehabt und noch bei Jo. und Ph. eingekehrt. Kurz nach Vier den Nachtbus zurückgenommen, dementsprechend spät und verkatert war auch der folgende Samstag. Abend war trotzdem sehr interessant gewesen.
Am 30. abends sehr gutes Konzert vom djo gehört. Gustav Holsts „Planeten“ sind klasse, qualitativ auch gut gespielt. Nur Beethovens „Pastorale“ im ersten Teil kann ich wenig abgewinnen, zumindest als Konzertstück, dem man lauschen möchte. Der Dirigent war dazu mir zu unruhig für so eine ruhige Sinfonie.
Gelesen in der Zeit: Rinser: „Gefängnistagebuch“, Schweitzer: „Aus meiner Kindheit und Jugendzeit“, 2 brand.eins-Magazine, Wilde: „Dorian Gray“ zu 2/3, Sikora: „Neue Jazz-Harmonielehre“ zu 1/3, 3. Buch Mose 2. Hälfte und 4. Buch Mose.
Gesehen: 3 Filme von Helge Schneider, die grad kostenlos und legal abrufbar waren.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Ein Beispieltag

Guten Morgen Lieber Leser,

vorhin dacht ich mir, ich könnt mal wieder etwas detaillierter schreiben, wie der Tag verlief. Anfangs schrieb ich ja alles Neue auf, bis es irgendwann Alltag wurde und nur noch Buchrezensionen übrig blieben. Trotzdem hat sich natürlich im dritten Semester etwas am Alltag getan, er ist freier geworden, wofür der heutige Tag exemplarisch passt.

Aufgestanden bin ich wohl gegen zehn. Hab schon wieder ne leichte Erkältung mitgenommen, wollte aber fit sein, hab deswegen zwei Tage ausgeschlafen, d.h. keinen Wecker gestellt. Wurde aber irgendwann zwischen neun und zehn das erste Mal halb wach. Der Vormittag war unspektakulär, hab gefrühstückt, Bibel gelesen (bin mit dem dritten Buch Mose nun fertig) und hab mich an Frank Sikoras „Neue Jazz Harmonielehre“ gesetzt. Klasse Buch. Hab heute im Kapitel Gehörbildung angefangen und wieder einige interessante Ideen und Übungen bekommen, darüber verging einige Zeit. Anschließend hab ich dann aufm Akkordeon ein älteres Werk gespielt und harmonisch analysiert, bin aber nicht sehr weit gekommen bis es eins war. Da hör ich meistens mit Üben auf (weiß ja nich, ob irgendwer sich doch mal für Ruhezeiten interessiert) und geh in die Mensa. Auf dem Weg immernoch ein paar Lieder gesungen und recht kurz auch die Zunge trainiert – noch hoffe ich irgendwann das Zungen-R zu können. Mittagessen war lecker, bis auf die Gurken, die mal wieder wesentlich zu viel Essig abbekommen haben. Für Fachdidaktik ein Lehrbuch durchgesehn, dann aber nicht Vibraphonüben gegangen, sondern ne halbe Stunde noch gekickert. Hab momentan nicht so viel Lust aufs Vibraphonüben, einerseits weil der letzte Unterricht vor Weihnachten war, andererseits weil zu viel andere Dinge (wie die Harmonielehre) mir grad wichtiger sind. Dann von drei bis halb 5 Fachdidaktik gehabt, anschließend erstmals bei der Ringvorlesung in Köln gefehlt. Stattdessen nach Hause gegangen, Zeit etwas vertrödelt, aber auch endlich etwas, nicht viel Akkordeon für den Unterricht geübt. Bemerkt, dass das moderne Stück mich momentan überhaupt nicht reizt, obwohl es die nächsten anderthalb Wochen oberste Priorität hat. Mist. Ein brand.eins-Heft ausgelesen. Und dann schon wieder Abendbrot gemacht und gegen sieben wieder aufgebrochen zu nem Konzert (weswegen ich Köln ausfallen ließ). – Ich hatte letzten Sonntag meine Chorpflicht absolviert bei nem Studentenkonzert mit dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Dabei war ich krank, nicht in den Proben gewesen (Aushang übersehn) und stand allein im Tenor, anfangs, dann kam noch einer aus dem Chor der Kantorei Barmen-Gemarke. Danach fragte der Leiter, ob wir beiden nicht am Mittwoch noch das Solistenensemble unterstützen könnten, es fehlte im Tenor noch, auch wenns keine Pflicht wär. – Heute war ich dann immernoch krank, hab trotzdem mitgesungen, lustigerweise warens außer uns beiden nur Studenten der Gesangsklasse. Bin aber zufrieden, wenn auch nicht glücklich mit dem Auftritt. Der Rest des Konzerts war schön anzuhören. Anschließend gabs noch ne Rose und dann gings nach Hause. Auf dem Weg zum und vom Konzert las ich übrigens Luise Rinsers Gefängnistagebuch. Interessante Lektüre, aber nicht rezensionswert. Zu Hause stellte sich die Frage, wie ich die Rose hinstellen könnte, hab aber ne gute Lösung gefunden:




Und nun fall ich ziemlich müde wieder ins Bett. Exemplarisch ist der Tag vorallem dadurch, dass ich heut wenig Akkordeon übte (keine Stunde für den Unterricht), und doch ich mich die meiste Zeit des Tages mit Musik beschäftige. Normalerweise übe ich 5 Tage die Woche Vibraphon mit ner dreiviertel Stunde und Akkordeon nicht unter zwei Stunden 6 Tage die Woche, aber abseits dessen, gibt es so viel zu entdecken…

Gute Nacht!

Sonntag, 10. Oktober 2010

Didaktische Woche

hieß die Veranstaltungsreihe von Mittwoch bis Samstag. War zwar keine Pflicht-, sondern nur ne Wahlveranstaltung, trotzdem waren so 60-80 Leute die meiste Zeit da; bei 80%-iger Teilnahme gabs zwei Creditpoints. Die brauchte ich nicht unbedingt, hab aber trotzdem alles mögliche mitgenommen. Teilweise um die Dozenten kennenzulernen, teilweise weil sie auch wirklich was relevantes zu sagen hatten; und teilweise nur, weil ich ja vorher nicht wissen kann, wie schlecht die Vorlesung wird… Abends waren dann noch Konzerte, da es auch für die eine Unterschrift gab, saßen auch mal ordentlich Studenten drin. Am Mittwoch waren Akkordeonisten vom Hohner-Konservatorium da, haben wohl viele beeindruckt, mich nich so. Dadurch hat das Akkordeon immerhin nen besseren Stellenwert, aber ich fand den Namen „einarmige Banditen“ sehr zutreffend. Zum Abschluß der Woche war dann gestern abend eine Mensa-Party. Inzwischen meine dritte hier gewesen und sie haben sich kontinuierlich gesteigert. Da es gestern nicht primär vom Asta veranstaltet wurde, gab es sogar Freibier und Freiessen: Brötchen mit Käse und Würstchen, sowie vier Fässer Kölsch und noch ein ganz paar Becks… das Bier hat von um 7 bis halb 12 gereicht, was ich echt nich erwartet hätte. Dafür dass es kostenlos war. Dann hat noch ne richtig gut Jazzband von unseren Dozenten gespielt und sonst war die Konservenmusik etwas abwechslungsreicher diesmal… Stimmung top. Na jut. Die Woche war viel los, vorallem da ich in jeder freien Minute nach Hause ging, um zu üben. Trotzdem wars für mich entspannender als all der Trubel, der in Herrnhut in letzter Zeit los war. Und wenn ich jetzt noch ein bisschen an meinem Zeitmanagement schraube, gibts so viele kleine Dinge, die ich in letzter Zeit liegen gelassen habe und mal wieder machen möchte… ich freu mich auf die nächste Woche. Auch wenn ich befürchte morgen meinen Dozenten enttäuschen zu müssen… Sellavieh.