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Donnerstag, 20. Januar 2011

Ein Beispieltag

Guten Morgen Lieber Leser,

vorhin dacht ich mir, ich könnt mal wieder etwas detaillierter schreiben, wie der Tag verlief. Anfangs schrieb ich ja alles Neue auf, bis es irgendwann Alltag wurde und nur noch Buchrezensionen übrig blieben. Trotzdem hat sich natürlich im dritten Semester etwas am Alltag getan, er ist freier geworden, wofür der heutige Tag exemplarisch passt.

Aufgestanden bin ich wohl gegen zehn. Hab schon wieder ne leichte Erkältung mitgenommen, wollte aber fit sein, hab deswegen zwei Tage ausgeschlafen, d.h. keinen Wecker gestellt. Wurde aber irgendwann zwischen neun und zehn das erste Mal halb wach. Der Vormittag war unspektakulär, hab gefrühstückt, Bibel gelesen (bin mit dem dritten Buch Mose nun fertig) und hab mich an Frank Sikoras „Neue Jazz Harmonielehre“ gesetzt. Klasse Buch. Hab heute im Kapitel Gehörbildung angefangen und wieder einige interessante Ideen und Übungen bekommen, darüber verging einige Zeit. Anschließend hab ich dann aufm Akkordeon ein älteres Werk gespielt und harmonisch analysiert, bin aber nicht sehr weit gekommen bis es eins war. Da hör ich meistens mit Üben auf (weiß ja nich, ob irgendwer sich doch mal für Ruhezeiten interessiert) und geh in die Mensa. Auf dem Weg immernoch ein paar Lieder gesungen und recht kurz auch die Zunge trainiert – noch hoffe ich irgendwann das Zungen-R zu können. Mittagessen war lecker, bis auf die Gurken, die mal wieder wesentlich zu viel Essig abbekommen haben. Für Fachdidaktik ein Lehrbuch durchgesehn, dann aber nicht Vibraphonüben gegangen, sondern ne halbe Stunde noch gekickert. Hab momentan nicht so viel Lust aufs Vibraphonüben, einerseits weil der letzte Unterricht vor Weihnachten war, andererseits weil zu viel andere Dinge (wie die Harmonielehre) mir grad wichtiger sind. Dann von drei bis halb 5 Fachdidaktik gehabt, anschließend erstmals bei der Ringvorlesung in Köln gefehlt. Stattdessen nach Hause gegangen, Zeit etwas vertrödelt, aber auch endlich etwas, nicht viel Akkordeon für den Unterricht geübt. Bemerkt, dass das moderne Stück mich momentan überhaupt nicht reizt, obwohl es die nächsten anderthalb Wochen oberste Priorität hat. Mist. Ein brand.eins-Heft ausgelesen. Und dann schon wieder Abendbrot gemacht und gegen sieben wieder aufgebrochen zu nem Konzert (weswegen ich Köln ausfallen ließ). – Ich hatte letzten Sonntag meine Chorpflicht absolviert bei nem Studentenkonzert mit dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Dabei war ich krank, nicht in den Proben gewesen (Aushang übersehn) und stand allein im Tenor, anfangs, dann kam noch einer aus dem Chor der Kantorei Barmen-Gemarke. Danach fragte der Leiter, ob wir beiden nicht am Mittwoch noch das Solistenensemble unterstützen könnten, es fehlte im Tenor noch, auch wenns keine Pflicht wär. – Heute war ich dann immernoch krank, hab trotzdem mitgesungen, lustigerweise warens außer uns beiden nur Studenten der Gesangsklasse. Bin aber zufrieden, wenn auch nicht glücklich mit dem Auftritt. Der Rest des Konzerts war schön anzuhören. Anschließend gabs noch ne Rose und dann gings nach Hause. Auf dem Weg zum und vom Konzert las ich übrigens Luise Rinsers Gefängnistagebuch. Interessante Lektüre, aber nicht rezensionswert. Zu Hause stellte sich die Frage, wie ich die Rose hinstellen könnte, hab aber ne gute Lösung gefunden:




Und nun fall ich ziemlich müde wieder ins Bett. Exemplarisch ist der Tag vorallem dadurch, dass ich heut wenig Akkordeon übte (keine Stunde für den Unterricht), und doch ich mich die meiste Zeit des Tages mit Musik beschäftige. Normalerweise übe ich 5 Tage die Woche Vibraphon mit ner dreiviertel Stunde und Akkordeon nicht unter zwei Stunden 6 Tage die Woche, aber abseits dessen, gibt es so viel zu entdecken…

Gute Nacht!

Sonntag, 22. November 2009

Wochenbericht No. 5

Soo, wie war die Woche? Mhm, asiatisch leider. In der Mensa war eine Aktionswoche, die allerdings recht schlecht bei den Studenten ankam. Und bei uns gibst als Alternative nur das vegetarische Menü, nicht wie in der Hauptmensa, wo es noch ein zweites Menü gibt. Ansonsten hab ich am Montagabend wieder ein paar Jazz-Standards geträllert, was jetzt regelmäßig möglich ist. Dann Dienstag und Mittwoch morgen ab nach Köln zu Proben für das Ensemble der modernen Musik, leider verliefen beide Proben nicht so wie erwünscht. Auch bei der Generalprobe am Donnerstag hatten wir nicht einen Durchlauf gemacht, im Konzert klappte das Stück trotzdem erstaunlich gut, seltene Aussetzer nur. Allerdings war das Konzert nicht gut besucht, nur ein-zwei Wuppertaler, dann noch 4-5 von der Hochschule und ansonsten 20-30 Mitspielende. Normalerweise sind immer 60-70 Besucher da, auch am Abend vorher wo neue amerikanische Klaviermusik kam, waren so viele da. Dabei war dieser Abend eigentlich qualitativ schlechter, die Professorin versuchte ihn aufzuwerten mit Hintergrundinformationen, aber auch diese waren viel zu viele, bis endlich das Konzert anfing.
Am Mittwoch war dann noch Studentenvollversammlung, viel Gerede, wenig ist herausgekommen, aber interessant war es schon. Auch hier funktioniert einiges nicht so, wie es sollte, der offizielle Weg bis nach Köln ist anstrengend, am Besten funktioniert, was man einfach macht ohne wen zu fragen.
Am Freitag ein Gitarren-/Vihuelaabend, nichts dazu zu sagen. Am Samstag war mal wieder Wohnung putzen dran, ansonsten zur Hälfte ein vorgezogener Sonntag. Am Abend dann einen „Goal“ besucht, nette Menschen, nette Gespräche, und obwohl durchaus herzlich und freundlich, komme ich mir etwas sehr eigentümlich vor, respektive kommen mir die anderen merkwürdig vor in ihrer (Wuppertaler?) Art. Heute hab ich das erste Mal eine Einladung zu nem Essen vorbeizuschauen bekommen, freu mich drauf. Außerdem mal ne Jugend kennengelernt, wie ich sie verstehe... nicht als 18- bis 30-jährige, sondern als Teenies.
Nachher geh ich dann noch in ein Konzert vom Landesjugend-akkordeonorchester, eigentlich nicht ganz so mein Fall, aber da auch eine Kommilitonin mitspielt, wollte ichs mir mal anhören.
Hmm... ansonsten... nichts mehr für die breite Masse. Ab Mittwoch habe ich hoffentlich zu Hause Internet (und einen Telefonanschluss), da könnt ihr mich gern persönlich nochmal auf das Leben hier ansprechen. Wünsche noch eine schöne Woche.