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Mittwoch, 6. Juli 2011

Zwischen den Speichen

Die Woche ist so viel los, dass ich möglichst dicht bloggen möchte.
Montag war zuerst die Harmonielehre-Klausur. Hab ein gutes Gefühl, kein schweres Thema für mich, trotzdem war die Zeit zu knapp berechnet. Hab eine kleiner Aufgabe nicht geschafft, die anderen waren längst nicht so weit. Nach ner Pause sollte es dann weitergehen mit Gehörbildung, da der Dozent aber einsah, dass die Zeit zu kurz war, hat er die halbe Stunde vor Gehörbildung noch mal die Arbeit rausgegeben. Nur ich hab nicht dran weitergearbeitet. Dafür war ich dann ausgeruht und hab ein sehr gutes Gefühl bei Gehörbildung, obwohls nicht meine Stärke ist. Und die anderen hatten spürbar Probleme mit dem Streß. Leider verpasste ich durch die Prüfung den Tanzkurs, der wohl gut angekommen ist. War ne (bis jetzt?) einmalige Angelegenheit wegen des Sommerfestes am Freitag an unserer Hochschule.
Auch noch interessant war, wie detailliert ich mich am Montagmorgen an meinen letzten Traum erinnern konnte. Verknüpfte durchaus kreativ meine ehemalige Schule mit der Hochschule, hab danach ne halbe Stunde es aufgeschrieben, wens interessiert, dem schick ichs zu – nur hierher wäre mir grad zu öffentlich.
Gestern war ich dann in Krefeld zur Reparatur. Während der Mittagspause hab ich die Stadt besichtigt. Krefeld ist erschreckend normal. Die meisten Städte find ich entweder langweilig oder in irgendeine Richtung besonders, Krefeld hat alles, aber nichts übermäßig oder herausstehend. Etwas mehr Grün, etwas mehr Kinder, und mehr Wohnviertel am Rand der Innenstadt, mehr braucht sie gar nicht fürs Stadtbild. Die Tour hatte ich vorher nicht geplant, auf gut Glück kommt dann so etwas heraus:



Die Reparatur war auch recht interessant, haben viel geredet nebenbei, einerseits gibt es mechanisch viel an meinem Instrument auszusetzen, andererseits klingt es gut, auch wenn die Stimmung schon wieder ziemlich weg war… muss wohl nochmal hin. Abends wollte ich noch zu ner Probe nach Köln, aber die erste Straßenbahn hatte nen Motorschaden, die zweite kam auch nicht pünktlich beim Hauptbahnhof an, da hatte sich die Probe. Fuhr noch einmal zurück zum Reparieren, war also von früh um acht bis abends um zehn außer Haus, hab nicht geübt, am Montag schon wenig.
Heute kaum mehr geübt, dafür Probenarbeit. Die erste Probe für Nosferatu lief gut, normale Eingewöhnungsprobleme, aber nicht zu weit weg von dem, was ich mir vorstellte. Da gibts im Orchester schon eher Resentiments gegen die Neue Musik. Nach Fachdidaktik und Ensemble-Probe dann in Köln gewesen, mit dem Professor noch einmal die Kammermusik durchgesprochen. Alle sind jetzt mit dem Ergebnis zufrieden, Freitag wirds abgeliefert bei seiner K.A.-Prüfung, dafür muss ich wieder nach Köln. Genauso wie morgen abend, da hat das StuPa seine konstituierende Sitzung. Keine Ahnung, obs interessant wird, aber da Wuppertal fünf Plätze zustehen und momentan nur drei Vertreter in diesem Organ hat, isses schon nich verkehrt, wenn ich das mal ein Semester mitmache.
Zu allem Überfluss löst sich auch noch die Sohle bei meinen Sandalen auf. Darf die einfach so wegschwimmen, nach nem knappen Jahr Benutzung nur? Also minus die Wintermonate natürlich. Ärgerlich zumindest.
Ich hoffe, ich hab nicht zu viel gespammt, wünsche eine gute Nacht.

Samstag, 12. Februar 2011

Das mach ich mit links

Dacht ich mir so. Und fing beim Zähnebürsten an. Schnitten schmieren sieht auch ok aus, inzwischen. Beim Rasieren hilfts auch. Nur mit dem Schreiben tut se sich noch etwas schwer, aber vielleicht wird auch das noch.
Gestern abend wars Akkordeonkonzert. Meine Laune war den Tag über sehr gut. Dann gabs ein Ermattungsloch um sechs Uhr abends, hab mich hingelegt und langsam wieder meinen Körper unter Kontrolle gehabt. Das Konzert war dann sehr gut, sowohl Duo als auch Solo. Auch die anderen Beiträge waren (fast) alle sehr gut, nur das Programm war deutlich zu lang. Halb acht fing das Konzert an, nach zehn waren wir erst fertig. Inzwischen gibt es einen Erstsemester Kr., der deutlich besser spielt als alle anderen, halt in der internationalen Wettbewerbsliga. Unsere beiden Masterstudenten könnten das wohl auch, sind aber inzwischen zu sehr mit dem Leben beschäftigt, was nichts Gutes verheißt für ihre Prüfung in einem Monat. Tja, und ich… bin zwar noch besser als die anderen, deutschlandweit auch wettbewerbsfähig, aber bis zu Kr. ist es noch ein Stück. Wobei ich das Gefühl habe, dass ichs schaffen würde, wenn ich höhere Anforderungen hier hätte und mich konsequenter dem Üben verschreiben würde. Allerdings ist mein Fokus ja nicht voll auf die solistische Karriere ausgerichtet, und das find ich auch sehr sinnvoll. Netterweise bestätigte die Familie unter mir diese Woche, dass ich genug geübt habe… sie zog aus.
Mit dem Rest des Wintersemesters bin ich ganz zufrieden. Nicht mit allem, aber mit meinen Entdeckungen diese Woche. Das Studium der Jazz-Harmonielehre hat sich gelohnt. Da sich Gehörbildung, Ringvorlesung und jenes Buch gesondert mit dem Thema Melodie beschäftigten, bin ich darin wohl am Weitesten gekommen, hatte wohl aber auch wenig Vorkenntnisse. Auch stimmlich bin ich treffsicherer geworden, was mich überrascht hat, dass ich da eindeutig Fortschritte feststellen konnte. Aber wie schon gesagt, das Thema Melodie war präsent in letzter Zeit, genauso war die praktische Seite recht umfangreich durch den Chor. Letzten Sonntag führten wir mit diesem und natürlich mit Orchester und Solisten den „Messias“ von Händel auf. Was sich streckenweise mehr nach Ausdauersport anfühlt, als nach bewußtem Singen. Wonach es aber natürlich keinesfalls klingen darf. Macht trotzdem eine Heidenfreude (wobei messianische Juden sich mitfreuen dürften), die Lieder gingen mir auch die nächsten Tage nicht ausm Kopf, irgendwann will ich den mal wieder singen. Achja, einen Einsatz hat der Tenor verpatzt, aber da schlief der ganze Chor bei der schönen Bass-Arie vorneweg…
Und sonst so… gehts gut. Hab mit der smd und der Barmer Gemeinde hier auch geistlich ein zu Hause gefunden. Freu mich aber auch auf zu Hause und auf die akkordeonfreie Zeit, allerdings nicht deswegen. Ein bisschen merkwürdig isses, seit Jahren das Akkordeon mal wieder zur Reparatur abzugeben, und das dann für fünf Wochen. Bleibt Zeit für anderes. Wird schnell genug weg sein. Nun denn, wenn keine Buchrezension mehr kommt, wünsch ich euch ne schöne, für Studenten auch entspannte Zeit, Ende März bin ich zu ner Prüfung in Wuppertal, und dann gehts ab April hier weiter. Bis denn.