Freitag, 13. Juli 2012

Tea And Sympathy

Mit erschreckender Regelmäßigkeit, kommt nun der nächste Post, vermutlich der letzte vorm Sommer. Mal wieder kreuz und quer, was mir einfällt.

Die letzten Wochen waren sehr locker: Hatte nach dem Wettbewerb nicht mehr so viel zu üben, und alles andere ging meist nebenbei. Die freie Zeit verging mit vielen Kleinigkeiten und auch vielem Rumsitzen und Quatschen.

Ein wenig Sightseeing hab ich wieder ins Programm aufgenommen. Noch kann ich in ganz NRW kostenlos rumfahren, aber die Zeit vergeht schnell. Im Semester nimmt man sich selten einen Tag frei, und wer weiß, wie ich nächstes Jahr dazu komme. Vorvorletzten Sonntag ging es mit Freunden zur Müngstener Brücke und Schloß Burg. Sehr schöne Wanderstrecke, nur regnete es durchgehend, sodass ich mir auch ne Erkältung einfing. Auch hab ich mir Bonn angeschaut, einmal ein wenig die Altstadt und letzten Samstag Bad Godesberg mit Burg und die Rheinaue und das Regierungsviertel. Die Rheinaue ist außergewöhnlich groß und schön, Bad Godesberg hat auch schöne Parks und auch Altstadt, aber wenig. Das Regierungsviertel, sollte man sich mal anschauen, inzwischen wird aber schon einiges umgebaut, interessant ist eher, wie klein und normal das meiste ist. Nächsten Montag gehts dann zum Arboretum, und morgen hab ich auch noch einen freien Tag, weiß aber noch nicht, wo ich hin möchte. Vermutlich irgendwas vom Ruhrpott anschauen, denn Münster, Siegen und Aachen sind doch weiter weg, und ich wär gern 18 Uhr wieder zurück.

Was voranging war meine Kammermusik mit En. am Saxophon. Wollen möglichst im Herbst ein Konzert spielen und haben auch beim Klassenabend wieder ne Viertelstunde gespielt.

Zum Konzert noch eine nette Geschichte: Vor ein paar Wochen in Konzertgestaltung sollten wir ein fiktives Programm moderieren. Kurz bevor ich zu Hause los bin, hab ich für mein Programm mir Lebensdaten der Komponisten geholt, falls ich dran komme. Dann kamen erstmal zwei andere dran, aber es war noch etwas Zeit am Ende der Stunde. Da aber sich keiner vorbereitet hatte, ging ich vor, und moderierte halb aus dem Stegreif, d.h. ich hatte mir es vorher durchdacht, aber nicht aufgeschrieben und auch nicht einmal vorgesprochen. Fühlte mich also unwohl und recht unruhig, bekam aber das Feedback, dass es souverän und ruhig war. Nun beim Konzert sollten wir wieder moderieren. Und diesmal vergaß ich es, bis mein Lehrer mich beim Anspielen vor dem Konzert dran erinnerte. Also setzte ich mich rein ins Konzert und überlegte während der ersten Hälfte, was ich sagen würde. Wieder merkte man mir wohl nicht an, wie wenig vorbereitet es war. Leider kann man so zwar nicht viel über die Komponisten sagen, aber wie sagte so schön unser Prof, das kann man bei wikipedia nachlesen, die Leute wollen ja nicht belehrt werden. Und so spricht man nur über das Stück, und was man selber damit verbindet, auf was eventuell die Zuhörer achten sollten, und welches Konzept hinterm Konzertprogramm steckt. Schön, wenn das so relativ stressfrei funktioniert.

Einige Abschlussprüfungen habe ich mir auch anhören können. Darunter drei mal Cello und eine Blockflöte am selben Tag, einmal Gesang, einmal Geige, zweimal Schlagzeug. Selber hatte ich auch zwei Prüfungen in Satztechniken des 20. Jh. und in Gehörbildung. Dabei durften wir bei Gehörbildung auch Instrumente verwenden, um die Musik herauszuschreiben, da ja später im Beruf man die gleiche Möglichkeit hat. Find ich nicht so gut, denn wenn man ohne Instrument sich keine Melodie vergegenwärtigen kann, kann mans im Konzert auch nicht. Und verkehrt kanns nicht sein, das Schwerere zu erlernen. So wie die Prüfung war, hilfts mir dagegen, und obwohl ich nicht sonderlich gut höre, habe ich eine eins bekommen.

Gestern hatte ich noch eine Mugge. War für mich ein Novum, da es auf einer Beerdigung war und ich im Stehen spielen musste. Im Stehen spielen muss ich noch etwas üben, gefallen hat es trotzdem.

Das wär soweit das wichtigste. In einer Woche bin ich in der Heimat, da sieht man sich hoffentlich wieder. Schönen Sommer!

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