Montag, 5. November 2012

Meine Tage fliehen dahin

Wo soll man anfangen, wenn man länger nix geschrieben hat? War zu viel los…

Ich dachte ja mal im September, wär schön wieder introvertierter zu leben. Spontaner Gedanke, spontane Zustimmung. Wobei der Hintergrund mir auch klar war: In den letzten Jahren hab ich mich absichtlich immer mehr mit Leuten getroffen und versucht so viel wie möglich mitzunehmen. Bin auch gern unter Menschen und das wird sich wohl nicht ändern. Aber mal wieder Zeit für ein schönes Buch haben und in seine Welt eintauchen – oder nur so die eigenen Gedanken kreisen lassen ohne den nächsten Termin im Hinterkopf – sich weder ständig zu beschäftigen noch abzulenken, das ist mir auch wichtig, nur gönne ichs mir zu wenig. Und obwohl ich das im September dachte, nahm ich mir wieder zu viel vor. Wenn man nämlich immer nur kurz zwischendurch mal Freizeit hat, will man lieber abschalten, als bewusst genießen. Und im Zug oder an der Bushaltestelle hat man zwar Zeit, aber keinen Kopf dafür. Naja. Jedenfalls ist das einer der Gedanken in letzter Zeit.

Projekt eins ist abgeschlossen. Bis auf lange und kalte Wartezeiten war nicht viel dran, wenig geübt und bekomme trotzdem Geld. Diese Woche kommen die ersten drei von nun insgesamt sieben Vorspielen. Damit kann ich mir finanziell erstmal mehr erlauben. Nächste Woche kommt noch das Projekt in Aachen. Heißt viel Zugfahren. Aber im Ensemble fühle ich mich sicher, in der ersten Probe konnte ich sehr viele falsche Töne mit dem passenden Gestus überspielen…

Ich hör grad Johannes Falks Pilgerreise. Definitiv zu empfehlen. Hab auch überlegt, ob ich ab und an Liedtexte hier einfließen lasse. Meistens kann ich mich dann aber nicht für einen entscheiden, da viele gute in meinem Kopf gespeichert sind. Da mich bei der Pilgerreise mehr Konzept und Musik begeistert als Text, fang ich mal an mit Steven Curtis Chapman, da bei ihm der Text und seine Umsetzung besser ist, als die Musik an sich.

I cannot help but ask myself:
What about the change?
What about the difference?
What about the grace?
What about forgiveness?
What about a life that’s showing, I’m undergoing the cha.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.a.ange.
(Man beachte die schöne Zweitstimme am Ende!)

You know it all comes down to this:
Do justly, love mercy
Walk humbly with your God

Take the leap of faith
So here I go […]
The river’s deep, the river’s wide, the river’s water is alive
So sink or swim, I'm diving in

Alle drei Zitate gehören zu seinen energiegeladenen Liedern und nicht selten hab ich mich schon damit aufwecken lassen, dann bleiben die Fragen den ganzen Tag im Kopf. Wenn man mal SCC mit Falk vergleicht, oder noch besser Lukas mit Falk, dann kommt in mir die Ahnung auf, dass mir der rockigere Klang von vor wenigen Jahren langfristig besser gefällt. Die Jugendjahre prägen…?

Achja, zur Akkordeonmusik kommen ähnliche Fragen hoch. Die letzten Jahre waren gut investiert, auch mit der zeitgenössischen Musik. Aber zeitgenössisch ist nicht gleich gute oder schlechte Musik, das Empfinden ist individuell vorbelastet. Nur wo will ich für mich die Grenze setzen, was ich dem Publikum serviere? Wenn mans übt, gefällt einem irgendwann jedes Stück, aber welche Qualitäten könnten universell gefallen… u.s.w.u.s.f. – Fortsetzung folgt.

Dann ein letztes, länger soll der Eintrag nicht werden. Ich hab mir vorgenommen, ab jetzt jeden Samstag eine Frage in den Raum zu werfen. Vielleicht bringts dem einen oder anderen was, oder ein Gespräch.

Welcher Aspekt deines Glaubens macht ihn für andere besonders anziehend?

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