Hab grad Lust n bisschen was zu schreiben. Die letzten zwei Wochen waren intensiv, aber nicht so gut wie die Wochen davor. Das einzig bemerkenswerte war wie viele Stunden ich Snooker geschaut habe, ohne anderes zu sehr zu vernachlässigen oder zu unaufmerksam zuzuschauen. Zwischendurch wars echt ungesund viel, nach anderthalb Wochen hatte ich mich dann daran gewöhnt. Heut abend hat die WM geendet, sehr zurecht hat Ronnie gewonnen, noch nie bisher hat er so lange seine labile Psyche so fest kontrolliert.
Nun hab ich wieder eine schöne ToDo-Liste: zwei Wettbewerbe im Juni, dafür Solo- und Kammermusikliteratur zu üben, hebräisch aufholen, für die SMD Andachten/Bibelarbeiten vorbereiten, Reisen und Übernachtungen buchen, bisschen geistliche Literatur und so. Schrecklich viel Kleinzeug ist liegengeblieben, gut anhand meines realen und virtuellen Schreibtisches zu sehen. Wie wärs z.B. mit Karten der Grafschaften Englands, Irlands und Schottland? Noch ein wenig einprägen oder aufräumen, gleich wegschmeißen? Oder den zwei Streckenplänen der tschechischen Eisenbahn? (In dem Fall nur aufräumen, nicht wegschmeißen)
Falls ihr auch noch an der weiteren Vergangenheit interessiert seid, da hatte ich schon mal einen Eintrag angefangen. Schittebön:
Bin seit Ende Mai wieder in Wuppertal. Kam ne Woche vor der Generalprobe für Gent. Die Generalprobe war ein Konzert von Kr. und mir in der Hochschule, moderiert und ziemlich lang mit anderthalb Stunden reiner Spielzeit. War anstrengend für die Zuhörer, aber gut besucht und gut gelaufen. Das war am Montag vor Ostern, am Donnerstag nach Ostern fuhren wir nun nach Gent. Dort war ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Netterweise kam auch unser Lehrer am Freitag nach und hörte sich unsere Wertungsspiele an. Mit meinem war ich relativ zufrieden, teilweise ist es besser gelaufen als es zu erhoffen war, teilweise empfand ichs nicht als überzeugend genug und fehlte mir am Ende ein bisschen Durchhaltevermögen. Trotzdem bekam ich sehr positive Resonanz, genauso wie Kr., der auch sehr gut spielte, aber selbst wieder einmal unzufrieden war. Nachdem ich langsam davon überzeugt war, dass ich auch ernsthaft in der zweiten Runde sein könnte, kam aber am Abend raus, dass ich doch nicht weiter bin, dafür Kr. Der machte am nächsten Tag auch den vierten Platz, ich war trotzdem zufrieden, da Teilnehmer und Juroren noch länger da blieben und die Gespräche gute Anregungen gaben. Außerdem konnte ich so Gent sehen, sehenswert!
Der Wettbewerb war bis jetzt prägend, schließlich übte ich außer an Ostern drei Wochen auf ihn hin, und auch die letzte Woche ist gut erklärlich, wenn man das Loch nach einem Wettbewerb kennt.
Die Zeit davor in der Heimat war sehr gut für mich, die Messlatte für gute Tage liegt wieder etwas höher. Auch war längst nicht alles nur üben, einige Gottesdienste nahm ich zu Ostern mit, letztes Wochenende war ich auch mit der SMD unterwegs. Trafen uns mit Aachern und hatten viel Zeit für Gemeinschaft und zum Rauskommen aus dem Alltag.
Nach dem hier letzten Wochenende, waren noch zwei dazwischen, recht unbedeutende, mit Seminaren in der Hochschule gefüllt. Nix da mehr, was noch lohnt zu erzählen, also auf ein nächstes Mal.
Montag, 7. Mai 2012
Mittwoch, 8. Februar 2012
Abwechslungsreich
Schade. Dass wieder so ne lange Zeit verstrichen ist. Auch mein Tagebuch hängt ziemlich hinterher. Aber es gibt genug anderes, und wenn ich faul sein will, dann richtig. Zumindest passierte mir das die letzte Woche von Dienstag bis Donnerstag. Typische Angelegenheit nach dem Klassenabend, der am Montag war. Hatte mir also die Faulheit gewissermaßen verdient, die Sonate von Kalevi Aho war durchaus gut abgeliefert (wer sich für den Komponisten interessiert sollte diesen Text lesen). Am Freitag gings dann wieder los mit Üben, vorallem mit Kammermusik, seit heute steh ich wieder voll im Soloprogramm. Den Freitag und Samstag versüßte mir die „Vif“ aus dem Werk „Scaramouche“ von Darius Milhaud. Es gibt verschiedene Versionen davon, ich spiel aus dem Klavierauszug für Orchester und Solosaxophon. Die Orchesterfassungen auf youTube gefielen mir überhaupt nicht, die (originale) Klavierfasung ist aber durchaus hörenswert. Nur der dritte Satz „Brazileira“ gefällt mir nicht so gut mit zwei Klavieren.
Ich war in letzter Zeit zu einer Reihe von guten Konzerten. Vor zwei Wochen fings an, die Celloklasse spielte moderne Werke. Danach kamen noch ein gutes Dutzend Studenten mit ins Café, und auch die Professorin. Ihr Konzept, dass jeder Student zumindest ein oder zwei moderne Werke spielen muss im Studium, ging auf, denn manche spielten mit einem ganz anderen Ausdruck, den sie sich bei Klassischem nicht trauen würden. Auch interessant war, dass sie überzeugte Frankfurterin ist, und trotzdem Wuppertal ungemein reizvoll findet, da die Stadt mehr Charakter hätte als manch andere. Am Freitag darauf war eines der besten Konzerte bislang an der Hochschule, wieder moderne Musik, diesmal alles aus Amerika, aber mit wechselnder Besetzung und mit einer sehr abwechslungsreichen Stilvielfalt. Danach war ich ziemlich aufgedreht, half noch mit beim Abbauen und ging anschließend wieder ins Café und noch Feiern. Die Nacht war sehr kurz, der Morgen verkatert, aber glücklich. An dem Samstag war ich durchweg beschäftigt, morgens Wäsche waschen, dann Soundcheck mit Probe in Remscheid, zurück zur Hochschule, einspielen und Generalprobe für den Klassenabend, wieder zurück nach Remscheid und da trommelte und sang ich in ner kleinen Band für ein Lied, anschließend feierten wir noch in einen Geburtstag hinein. Am Sonntag brauchte ich dann meinen Mittagsschlaf, bevors ins Museum ging zu einer Sisley-Ausstellung, sehenswert! Am Montag übte ich vier Stunden vor dem Klassenabend, ein Unding, normalerweise ruht man sich mehr aus, aber die Generalprobe war ja leicht danebengegangen. Nach dem Klassenabend gingen wir wieder ins Café, war ne sehr schöne Runde, die Öffnungszeiten wurden leicht gedehnt, aber die Stimmung und die Freundschaft wird in unserer Akkordeonklasse immer besser seit etwa anderthalb Jahren. Nach den faulen Tagen kam dann auch noch am Freitag ein Konzert der Mandolinenklasse, gut, wenngleich nicht so klasse wie die ersten Konzerte, aber hab ich schon erwähnt, dass wir danach ins Café gingen? Wie viel hat das eigentlich an mir verdient in letzter Zeit… Zumindest vorgestern dann gingen wir nicht ins Café nach dem Konzert vom Mallet-Ensemble, da gingen wir in eine andere Kneipe. Und das obwohl ich im Konzert schon müder wurde, danach war ich umso wacher.
Hmm… warum schreib ich das alles, will ich wirklich in so einem Licht dastehen? Jo. Denn die Gespräche dazu waren sehr gut, nur gehts in diesem Blog nicht zu sehr um andere Personen. Und um das Bild zu komplettieren: Heut morgen ging mein Wecker nicht und ich hab glatt bis halb 1 durchgeschlafen, passiert mir normalerweise nicht. Musste auch ne Sitzung deswegen absagen, hab dafür ein Diplomkonzert mir anhören können. Noch ein paar lose Gedanken:
Geduld lehrt uns nicht bis zum Tod auf unser Glück zu warten, sondern dem Unerwarteten Raum zu geben.
Ich bin nicht bestechlich, außer durch Ehrlichkeit. Aber auch wenns mir gefiel, ist es eigentlich nicht korrekt, es überspitzt nur, wie sehr es mich freut, wenn andere offener als erwartet sind.
Manchmal bewegt man ein Gespräch immer wieder hin und her, manche Fetzen haben auch nach Jahren noch einen Nachhall in meinem Kopf. Das finde ich wirklich faszinierend.
Ich bin kreativ! Und kanns eindeutig beweisen an der Art, wie ich meine Zeit vertrödel! (Der ist schon älter, passt aber gerade wieder.)
Kennt jemand einen guten Bibelleseplan? Soweit ich welche gefunden habe, gibts nur 3 Ordnungen: Entweder von vorn nach hinten nur halt in Tagesportionen eingeteilt. Oder nach chronologischer Anordnung. Oder nach Textart, bspw. Montag ein Brief, Dienstag ein Gesetzestext, Mittwoch ein Psalm, usw. Was ich suche wäre eher eine thematische Anordnung nach Querverweisen. Oder ich bastel mal selber einen.
Und der Vollständigkeit halber: Natürlich war ich nicht nur in Hochschulkreisen unterwegs. Auch ein paar gute Abende unter Christen waren dazwischen (und mitunter doppelt so ehrlich wie die anderen). Ab nächstem Semester bin ich dann auch einer von drei SMD-Leitern hier. Das wird ein Spaß. Jetzt hab ichs aber ausgereizt mit Schreiben, ick wünsche eine gute Nacht.
Ich war in letzter Zeit zu einer Reihe von guten Konzerten. Vor zwei Wochen fings an, die Celloklasse spielte moderne Werke. Danach kamen noch ein gutes Dutzend Studenten mit ins Café, und auch die Professorin. Ihr Konzept, dass jeder Student zumindest ein oder zwei moderne Werke spielen muss im Studium, ging auf, denn manche spielten mit einem ganz anderen Ausdruck, den sie sich bei Klassischem nicht trauen würden. Auch interessant war, dass sie überzeugte Frankfurterin ist, und trotzdem Wuppertal ungemein reizvoll findet, da die Stadt mehr Charakter hätte als manch andere. Am Freitag darauf war eines der besten Konzerte bislang an der Hochschule, wieder moderne Musik, diesmal alles aus Amerika, aber mit wechselnder Besetzung und mit einer sehr abwechslungsreichen Stilvielfalt. Danach war ich ziemlich aufgedreht, half noch mit beim Abbauen und ging anschließend wieder ins Café und noch Feiern. Die Nacht war sehr kurz, der Morgen verkatert, aber glücklich. An dem Samstag war ich durchweg beschäftigt, morgens Wäsche waschen, dann Soundcheck mit Probe in Remscheid, zurück zur Hochschule, einspielen und Generalprobe für den Klassenabend, wieder zurück nach Remscheid und da trommelte und sang ich in ner kleinen Band für ein Lied, anschließend feierten wir noch in einen Geburtstag hinein. Am Sonntag brauchte ich dann meinen Mittagsschlaf, bevors ins Museum ging zu einer Sisley-Ausstellung, sehenswert! Am Montag übte ich vier Stunden vor dem Klassenabend, ein Unding, normalerweise ruht man sich mehr aus, aber die Generalprobe war ja leicht danebengegangen. Nach dem Klassenabend gingen wir wieder ins Café, war ne sehr schöne Runde, die Öffnungszeiten wurden leicht gedehnt, aber die Stimmung und die Freundschaft wird in unserer Akkordeonklasse immer besser seit etwa anderthalb Jahren. Nach den faulen Tagen kam dann auch noch am Freitag ein Konzert der Mandolinenklasse, gut, wenngleich nicht so klasse wie die ersten Konzerte, aber hab ich schon erwähnt, dass wir danach ins Café gingen? Wie viel hat das eigentlich an mir verdient in letzter Zeit… Zumindest vorgestern dann gingen wir nicht ins Café nach dem Konzert vom Mallet-Ensemble, da gingen wir in eine andere Kneipe. Und das obwohl ich im Konzert schon müder wurde, danach war ich umso wacher.
Hmm… warum schreib ich das alles, will ich wirklich in so einem Licht dastehen? Jo. Denn die Gespräche dazu waren sehr gut, nur gehts in diesem Blog nicht zu sehr um andere Personen. Und um das Bild zu komplettieren: Heut morgen ging mein Wecker nicht und ich hab glatt bis halb 1 durchgeschlafen, passiert mir normalerweise nicht. Musste auch ne Sitzung deswegen absagen, hab dafür ein Diplomkonzert mir anhören können. Noch ein paar lose Gedanken:
Geduld lehrt uns nicht bis zum Tod auf unser Glück zu warten, sondern dem Unerwarteten Raum zu geben.
Ich bin nicht bestechlich, außer durch Ehrlichkeit. Aber auch wenns mir gefiel, ist es eigentlich nicht korrekt, es überspitzt nur, wie sehr es mich freut, wenn andere offener als erwartet sind.
Manchmal bewegt man ein Gespräch immer wieder hin und her, manche Fetzen haben auch nach Jahren noch einen Nachhall in meinem Kopf. Das finde ich wirklich faszinierend.
Ich bin kreativ! Und kanns eindeutig beweisen an der Art, wie ich meine Zeit vertrödel! (Der ist schon älter, passt aber gerade wieder.)
Kennt jemand einen guten Bibelleseplan? Soweit ich welche gefunden habe, gibts nur 3 Ordnungen: Entweder von vorn nach hinten nur halt in Tagesportionen eingeteilt. Oder nach chronologischer Anordnung. Oder nach Textart, bspw. Montag ein Brief, Dienstag ein Gesetzestext, Mittwoch ein Psalm, usw. Was ich suche wäre eher eine thematische Anordnung nach Querverweisen. Oder ich bastel mal selber einen.
Und der Vollständigkeit halber: Natürlich war ich nicht nur in Hochschulkreisen unterwegs. Auch ein paar gute Abende unter Christen waren dazwischen (und mitunter doppelt so ehrlich wie die anderen). Ab nächstem Semester bin ich dann auch einer von drei SMD-Leitern hier. Das wird ein Spaß. Jetzt hab ichs aber ausgereizt mit Schreiben, ick wünsche eine gute Nacht.
Dienstag, 10. Januar 2012
kaum Ahnung, aber immer was zu sagen
Die Faulheit schlug Lösung eins vor. Aber nach drei Monaten ohne Herd, wollte ichs mir doch mal anschauen. Allzu weit bin ich nicht gekommen, hab nur die Bedienleiste abgemacht und mir überlegt, was die Verkabelung dahinter aussagen könnte:

Ein offensichtliches Problem seh ich dabei nicht, und die Kabelstränge bis zum Kochfeld weiterzuverfolgen, wäre auch unsinnig. Also mach ichs wieder zu. (Es wird ja auch deutlich davon abgeraten ohne entsprechende Ausbildung sich an nem Herd zu vergreifen. Kann irgendjemand mir die Kurzfassung davon geben?)
Was mir jetzt erst (oder wieder?) auffiel: Da nur ein Kochfeld vom Kurzschluss betroffen ist, könnte man ja die anderen weiterverwenden. Solange ich nicht koche, würde die Sicherung draußen bleiben, dann ist m. E. das Risiko gering genug.
schönen Tag euch.

Ein offensichtliches Problem seh ich dabei nicht, und die Kabelstränge bis zum Kochfeld weiterzuverfolgen, wäre auch unsinnig. Also mach ichs wieder zu. (Es wird ja auch deutlich davon abgeraten ohne entsprechende Ausbildung sich an nem Herd zu vergreifen. Kann irgendjemand mir die Kurzfassung davon geben?)
Was mir jetzt erst (oder wieder?) auffiel: Da nur ein Kochfeld vom Kurzschluss betroffen ist, könnte man ja die anderen weiterverwenden. Solange ich nicht koche, würde die Sicherung draußen bleiben, dann ist m. E. das Risiko gering genug.
schönen Tag euch.
Freitag, 6. Januar 2012
Ich bin auf Endorphin
Seit vorgestern abend wieder zurück. Und leider kommen sie nicht vor allzu viel Glück, sondern um den Schmerz zu lindern. Bin gestern abend gedankenlos eine lange Treppe runtergesprungen und die letzte Stufe war klitschnass. Die Heftigkeit war mir sofort bewusst. Nachdem sichs zuerst gegeben hatte, humpel ich heute herum und kann durch Aufsetzen meines Fußes mir einen Cocktail ins Blut pumpen. Ansonsten aber alles prima!
Letzten Mittwoch bin ich an die Nordsee gefahren. Auf Ausflug mit der SMD. Die Zeit war gut, um sich kennenzulernen und auch recht erholsam, haben mal Hamburg besucht und mal Museen, aber meist gefaulenzt, gegessen, gespielt…
Davor die Weihnachtszeit von Donnerstag bis Mittwoch in der Heimat war übervoll. Zu wenig Schlaf raubte mir am Ende die Nerven, wie ichs irgendwie schon gewohnt bin.
Vom restlichen Dezember bleibt noch zu erzählen, dass wir ein schönes Konzert hatten. Hab gut 20 Minuten Sololiteratur gespielt und war sehr zufrieden. Mit den meisten anderen Beiträgen ebenso. Die Aho-Sonate hat dafür eine Pause bekommen, die ich jetzt versuche wieder wett zu machen, Ende Januar ist das nächste Konzert. Die anderen Fächer geben wenig her, zwei theoretische langweilen mich grade sehr, Musikpädagogik ist dagegen unterhaltsam (wofür ich schon Comenius gemacht habe und jetzt noch über andere Pädagogen referiert wird).
Für den Jahresabschluss sollte jeder erzählen, was ihn so das Jahr 2011 über beschäftigt hat. Mir sind nur zwei Dinge eingefallen, die sowohl in Wuppertal als auch in der Heimat mich beschäftigt haben und neu waren in diesem Jahr: die Alexandertechnik und der Anlauf, die ganze Bibel durchzulesen. Ansonsten war das Jahr vergleichsweise ruhig, vergleichsweise mit 2010. Zwar trotzdem viel gemacht, aber etwas konzentrierter. Wie war euer Jahreswechsel so?
Letzten Mittwoch bin ich an die Nordsee gefahren. Auf Ausflug mit der SMD. Die Zeit war gut, um sich kennenzulernen und auch recht erholsam, haben mal Hamburg besucht und mal Museen, aber meist gefaulenzt, gegessen, gespielt…
Davor die Weihnachtszeit von Donnerstag bis Mittwoch in der Heimat war übervoll. Zu wenig Schlaf raubte mir am Ende die Nerven, wie ichs irgendwie schon gewohnt bin.
Vom restlichen Dezember bleibt noch zu erzählen, dass wir ein schönes Konzert hatten. Hab gut 20 Minuten Sololiteratur gespielt und war sehr zufrieden. Mit den meisten anderen Beiträgen ebenso. Die Aho-Sonate hat dafür eine Pause bekommen, die ich jetzt versuche wieder wett zu machen, Ende Januar ist das nächste Konzert. Die anderen Fächer geben wenig her, zwei theoretische langweilen mich grade sehr, Musikpädagogik ist dagegen unterhaltsam (wofür ich schon Comenius gemacht habe und jetzt noch über andere Pädagogen referiert wird).
Für den Jahresabschluss sollte jeder erzählen, was ihn so das Jahr 2011 über beschäftigt hat. Mir sind nur zwei Dinge eingefallen, die sowohl in Wuppertal als auch in der Heimat mich beschäftigt haben und neu waren in diesem Jahr: die Alexandertechnik und der Anlauf, die ganze Bibel durchzulesen. Ansonsten war das Jahr vergleichsweise ruhig, vergleichsweise mit 2010. Zwar trotzdem viel gemacht, aber etwas konzentrierter. Wie war euer Jahreswechsel so?
Themen:
Alexandertechnik,
Bibel,
Endorphine,
Jahreswechsel,
Konzert,
SMD,
Urlaub
Samstag, 10. Dezember 2011
… und andere Hussiten
Ausgehend von Comenius hatte ich mich schon einmal durch wikipedia kundig gemacht über Utraquisten (Kalixtiner), Taboristen, Orebiten, Adamiten, Nikolaiten, Amalrikaner, Katharer (daher der Begriff Ketzer) und zuletzt auch Valdes, auch wenn der Schwerpunkt auf den böhmischen „Sekten“ lag, so hat sichs auch in die Vergangenheit gezogen und kreuz und quer…
Nun ist wikipedia nicht die beste Quelle, auch wenns ein netter Überblick über die Vielfalt war. Passenderweise hat aber mein Bruder auch gerade in die Richtung sich belesen und mir nette Dinge geschickt zu den Waldensern und nun bin ich bei Dokumenten zu den Anfängen der Brüderunität wieder angekommen. Auf Anfrage kann das gern weiterverteilt werden. Hier wollte ich nur einen Link weitergeben zu einer interessanten Persönlichkeit, die sich aus all den Kriegswirren nach Hus’ Tod herausgehalten hat und trotzdem konsequenter zum Glauben stand als andere gemäßigte: Petr Chelčický.
Nun ist wikipedia nicht die beste Quelle, auch wenns ein netter Überblick über die Vielfalt war. Passenderweise hat aber mein Bruder auch gerade in die Richtung sich belesen und mir nette Dinge geschickt zu den Waldensern und nun bin ich bei Dokumenten zu den Anfängen der Brüderunität wieder angekommen. Auf Anfrage kann das gern weiterverteilt werden. Hier wollte ich nur einen Link weitergeben zu einer interessanten Persönlichkeit, die sich aus all den Kriegswirren nach Hus’ Tod herausgehalten hat und trotzdem konsequenter zum Glauben stand als andere gemäßigte: Petr Chelčický.
Themen:
Brüdergeschichte,
Chelčický
Donnerstag, 8. Dezember 2011
coole Woche
Und schon wieder unter sieben Stunden Schlaf, und wieder ein Dutzend Mails bekommen und ein halbes Dutzend verschickt… ich mags, wenn eine Woche mal ungewöhnlich viel abbekommt. Gute Nacht.
Themen:
StuPa
Dienstag, 29. November 2011
Comenius
Letzte Woche Mittwoch hab ich ja den Vortrag über Comenius gehalten. Anschließend bin ich Donnerstag nach Hause, hatte einiges zu tun, mich da bei irgendwem angesteckt, und hab Sonntag recht verschnupft ein Konzert gespielt. Montag bin ich dann wieder hier angekommen und hab mir erstmal zwei Tage frei genommen zum Auskurieren, morgen gehts wieder los. D.h. schon heute abend mit ein wenig Üben für die Duoprobe morgen und mit dem Zusammenstellen eines Merkblattes über Comenius. Das geb ich auch an den Blog weiter, die Biographie hab ich für den Blog mal ausgeschrieben und etwas erweitert. Schittebön.
Comenius ist 1592 in Mähren geboren. Mit 16 Jahren ging er erst zur Schule, etwa von 19 bis 23 Jahren studierte er in Deutschland. Kam wieder zurück und wurde 1616 in Fulnek ordiniert (1632 dann zum Bischof). Die Brüderunität, in der er schon aufwuchs (früh verwaist), wurde 1608 offiziell anerkannt, da dem Kaiser allmählich die Macht schwand, machte er Zugeständnisse. 1618 wars mit der Macht ganz vorbei, allerdings führte die Revolte in Prag nur zur Unterstützung des Kaisers aus Österreich-Ungarn, diese formalen Religionskriege wurden die nächsten 30 Jahre an ganz verschiedenen Orten Europas ausgefochten. Die Brüderunität war also ab 1621 verboten und 1627 flüchtete er mit der ganzen Gemeinde über Görlitz und Berlin, bis er sich 1628 in Lissa (Westpolen) niederließ. Dort wurde er Lehrer am Gymnasium und 1636 auch Leiter desselben. Bald nahm seine pädagogische Arbeit viel Raum ein – er ließ sich zwischenzeitlich von seinem Bischofsamt von den in Mähren zurückgebliebenen Brüdern freistellen – und er hatte in ganz Europa, vorallem aber im deutschsprachigen Raum viele Kontakte zu bedeutenden Gelehrten. Ab 1641 hatte er mehrmonatige Aufenthalte in London, Niederlanden, Deutschland, Sárospatak (Ungarn) und Elbing (bei Danzig), wo er gebeten wurde seine Ideen umzusetzen. Auch um Magdeburg und bei anderen Fürsten wurden seine Vorschläge formal umgesetzt – mangels schlechter Lehrerausbildung und zu kleinem, sowie manchmal zu kurzem Einfluss der Fürsten gab es wenig nachhaltige Erfolge (zu recht wurde er wohl auch seines Idealismus’ belächelt). Trotzdem hat er den Begriff Pädagogik geprägt, alle Anfänge davor waren nicht so umfassend und tiefgehend wie seine Konzepte.
Voraussetzungen
- die Welt empfand er als Labyrinth und aus den Fugen geraten (30-jähriger Krieg)
- Ziel: Von wirrer Vielheit zur Einheit, d.h. Gott
- Leben ist Vorbereitung aufs Jenseits (analog zur Kindheit als Vorbereitung auf Erwachsenenleben)
- Verfehlung nicht durch Unsittlichkeit, sondern durch Unkenntnis und Trägheit
Forderungen
Universale und einheitliche Lehrbücher, Schulen (beide Geschlechter, alle soziale Stände), Kollegien und Sprache (Sprache ist Vielfalt, Gegenstände aber Einheit)
Schulplan
- 4 Schulen zu je 6 Jahren:
• „Mutterschule“ (Schulung der Sinne)
• „Muttersprachschule“ (breites Fächerangebot, auch handwerklich)
• „Lateinschule“ (Künste und Wissenschaften)
• „Hochschule“ (Willens- und Urteilsbildung)
- Berufung zum „Weltgelehrtenrat“ zur Vereinheitlichung der Erziehung
Unterrichtsmethode
- Alles zur rechten Zeit (vorsorglich ohne zu überfordern)
- Mit rechter Folge: Stoff vor Form (Merkstoff vor Zusammenhängen)
- zuerst Sinne, dann Gedächtnis, dann Verstehen, zuletzt Urteil
- Darstellung knapp und klar, ständig üben und wiederholen
- gründlich heißt: von innen verstehen und im Ganzen erleben
- keine verfrühten Zweifel, Widersprüche
- Schulen von Zerstreuung und Lärm fern halten, echte pädagogische Atmosphäre schaffen
- auch Sittsamkeit ist durch Vorbilder, guten Umgang und Zucht anzustreben
- Schulzucht soll bei Geistesbildung ganz und in sittlicher Erziehung soweit wie möglich ohne Schläge auskommen
- Hinwendung zu Gott ist Ziel der Geistesbildung und der sittlichen Erziehung
- Frömmigkeit ist nicht erziehbar, nur anzustreben
- „Was nicht zu Gott und dem künftigen Leben in Beziehung steht, das sei alles reine Eitelkeit“
Comenius ist 1592 in Mähren geboren. Mit 16 Jahren ging er erst zur Schule, etwa von 19 bis 23 Jahren studierte er in Deutschland. Kam wieder zurück und wurde 1616 in Fulnek ordiniert (1632 dann zum Bischof). Die Brüderunität, in der er schon aufwuchs (früh verwaist), wurde 1608 offiziell anerkannt, da dem Kaiser allmählich die Macht schwand, machte er Zugeständnisse. 1618 wars mit der Macht ganz vorbei, allerdings führte die Revolte in Prag nur zur Unterstützung des Kaisers aus Österreich-Ungarn, diese formalen Religionskriege wurden die nächsten 30 Jahre an ganz verschiedenen Orten Europas ausgefochten. Die Brüderunität war also ab 1621 verboten und 1627 flüchtete er mit der ganzen Gemeinde über Görlitz und Berlin, bis er sich 1628 in Lissa (Westpolen) niederließ. Dort wurde er Lehrer am Gymnasium und 1636 auch Leiter desselben. Bald nahm seine pädagogische Arbeit viel Raum ein – er ließ sich zwischenzeitlich von seinem Bischofsamt von den in Mähren zurückgebliebenen Brüdern freistellen – und er hatte in ganz Europa, vorallem aber im deutschsprachigen Raum viele Kontakte zu bedeutenden Gelehrten. Ab 1641 hatte er mehrmonatige Aufenthalte in London, Niederlanden, Deutschland, Sárospatak (Ungarn) und Elbing (bei Danzig), wo er gebeten wurde seine Ideen umzusetzen. Auch um Magdeburg und bei anderen Fürsten wurden seine Vorschläge formal umgesetzt – mangels schlechter Lehrerausbildung und zu kleinem, sowie manchmal zu kurzem Einfluss der Fürsten gab es wenig nachhaltige Erfolge (zu recht wurde er wohl auch seines Idealismus’ belächelt). Trotzdem hat er den Begriff Pädagogik geprägt, alle Anfänge davor waren nicht so umfassend und tiefgehend wie seine Konzepte.
Voraussetzungen
- die Welt empfand er als Labyrinth und aus den Fugen geraten (30-jähriger Krieg)
- Ziel: Von wirrer Vielheit zur Einheit, d.h. Gott
- Leben ist Vorbereitung aufs Jenseits (analog zur Kindheit als Vorbereitung auf Erwachsenenleben)
- Verfehlung nicht durch Unsittlichkeit, sondern durch Unkenntnis und Trägheit
Forderungen
Universale und einheitliche Lehrbücher, Schulen (beide Geschlechter, alle soziale Stände), Kollegien und Sprache (Sprache ist Vielfalt, Gegenstände aber Einheit)
Schulplan
- 4 Schulen zu je 6 Jahren:
• „Mutterschule“ (Schulung der Sinne)
• „Muttersprachschule“ (breites Fächerangebot, auch handwerklich)
• „Lateinschule“ (Künste und Wissenschaften)
• „Hochschule“ (Willens- und Urteilsbildung)
- Berufung zum „Weltgelehrtenrat“ zur Vereinheitlichung der Erziehung
Unterrichtsmethode
- Alles zur rechten Zeit (vorsorglich ohne zu überfordern)
- Mit rechter Folge: Stoff vor Form (Merkstoff vor Zusammenhängen)
- zuerst Sinne, dann Gedächtnis, dann Verstehen, zuletzt Urteil
- Darstellung knapp und klar, ständig üben und wiederholen
- gründlich heißt: von innen verstehen und im Ganzen erleben
- keine verfrühten Zweifel, Widersprüche
- Schulen von Zerstreuung und Lärm fern halten, echte pädagogische Atmosphäre schaffen
- auch Sittsamkeit ist durch Vorbilder, guten Umgang und Zucht anzustreben
- Schulzucht soll bei Geistesbildung ganz und in sittlicher Erziehung soweit wie möglich ohne Schläge auskommen
- Hinwendung zu Gott ist Ziel der Geistesbildung und der sittlichen Erziehung
- Frömmigkeit ist nicht erziehbar, nur anzustreben
- „Was nicht zu Gott und dem künftigen Leben in Beziehung steht, das sei alles reine Eitelkeit“
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