Mittwoch, 6. Juli 2011

Zwischen den Speichen

Die Woche ist so viel los, dass ich möglichst dicht bloggen möchte.
Montag war zuerst die Harmonielehre-Klausur. Hab ein gutes Gefühl, kein schweres Thema für mich, trotzdem war die Zeit zu knapp berechnet. Hab eine kleiner Aufgabe nicht geschafft, die anderen waren längst nicht so weit. Nach ner Pause sollte es dann weitergehen mit Gehörbildung, da der Dozent aber einsah, dass die Zeit zu kurz war, hat er die halbe Stunde vor Gehörbildung noch mal die Arbeit rausgegeben. Nur ich hab nicht dran weitergearbeitet. Dafür war ich dann ausgeruht und hab ein sehr gutes Gefühl bei Gehörbildung, obwohls nicht meine Stärke ist. Und die anderen hatten spürbar Probleme mit dem Streß. Leider verpasste ich durch die Prüfung den Tanzkurs, der wohl gut angekommen ist. War ne (bis jetzt?) einmalige Angelegenheit wegen des Sommerfestes am Freitag an unserer Hochschule.
Auch noch interessant war, wie detailliert ich mich am Montagmorgen an meinen letzten Traum erinnern konnte. Verknüpfte durchaus kreativ meine ehemalige Schule mit der Hochschule, hab danach ne halbe Stunde es aufgeschrieben, wens interessiert, dem schick ichs zu – nur hierher wäre mir grad zu öffentlich.
Gestern war ich dann in Krefeld zur Reparatur. Während der Mittagspause hab ich die Stadt besichtigt. Krefeld ist erschreckend normal. Die meisten Städte find ich entweder langweilig oder in irgendeine Richtung besonders, Krefeld hat alles, aber nichts übermäßig oder herausstehend. Etwas mehr Grün, etwas mehr Kinder, und mehr Wohnviertel am Rand der Innenstadt, mehr braucht sie gar nicht fürs Stadtbild. Die Tour hatte ich vorher nicht geplant, auf gut Glück kommt dann so etwas heraus:



Die Reparatur war auch recht interessant, haben viel geredet nebenbei, einerseits gibt es mechanisch viel an meinem Instrument auszusetzen, andererseits klingt es gut, auch wenn die Stimmung schon wieder ziemlich weg war… muss wohl nochmal hin. Abends wollte ich noch zu ner Probe nach Köln, aber die erste Straßenbahn hatte nen Motorschaden, die zweite kam auch nicht pünktlich beim Hauptbahnhof an, da hatte sich die Probe. Fuhr noch einmal zurück zum Reparieren, war also von früh um acht bis abends um zehn außer Haus, hab nicht geübt, am Montag schon wenig.
Heute kaum mehr geübt, dafür Probenarbeit. Die erste Probe für Nosferatu lief gut, normale Eingewöhnungsprobleme, aber nicht zu weit weg von dem, was ich mir vorstellte. Da gibts im Orchester schon eher Resentiments gegen die Neue Musik. Nach Fachdidaktik und Ensemble-Probe dann in Köln gewesen, mit dem Professor noch einmal die Kammermusik durchgesprochen. Alle sind jetzt mit dem Ergebnis zufrieden, Freitag wirds abgeliefert bei seiner K.A.-Prüfung, dafür muss ich wieder nach Köln. Genauso wie morgen abend, da hat das StuPa seine konstituierende Sitzung. Keine Ahnung, obs interessant wird, aber da Wuppertal fünf Plätze zustehen und momentan nur drei Vertreter in diesem Organ hat, isses schon nich verkehrt, wenn ich das mal ein Semester mitmache.
Zu allem Überfluss löst sich auch noch die Sohle bei meinen Sandalen auf. Darf die einfach so wegschwimmen, nach nem knappen Jahr Benutzung nur? Also minus die Wintermonate natürlich. Ärgerlich zumindest.
Ich hoffe, ich hab nicht zu viel gespammt, wünsche eine gute Nacht.

Sonntag, 3. Juli 2011

Außer es passiert zu viel

Die Woche war gut voll. Hab einiges geübt, das meiste ist dem Ziel nahe, ein Stück macht mir momentan etwas Sorge. Dann war ich jeden Abend außer Haus: am Montag gab der Schlagzeugprofessor ein Konzert an der Hochschule, Dienstag normal smd, Mittwoch war ich zu einem leckren Abendessen eingeladen, Donnerstag Aikido, Freitag nochmal von Freunden eingeladen. Nur den Samstag blieb ich komplett zu Hause, da ich zu viel Arbeit hatte. Dafür war ich heut mal wieder im jwd. Dazu gabs bei den meisten Abenden auch ein-zwei gute Gespräche, die ich nicht online stellen will, weswegen es mir aber grad besonders gut geht. Da morgen die Prüfungszeit anfängt, ist das gar nicht so verkehrt. Nebenbei gibts dann auch typische Studentenversuche: Schimmel stirbt nicht ab, wenn man ihn in der Mikrowelle erhitzt. Achja, noch eine Begebenheit, hatte am Freitagmittag mal wieder nen Kreislaufaussetzer. War n ruhiger Morgen, dann ne Stunde entspannt bei der Alexandertechnik, plus nix getrunken: das gefiel meinem Kreislauf so gut, dass er aufhören wollte. Zumindest war das Gehirn deutlich unterfüttert, auch wenn ichs ohne Hinlegen hinbekommen habe. Achja, ich freu mich auf den Sommer, hab mir aus der Bibliothek mal Noten geholt, und auch so ein paar Ideen, was ich gern mal probieren würde… never stop dreaming. ebenso wie reflektieren. oh, und da kommt noch was: gefühltermaßen funktionieren meine Sehübungen. War mal wieder waschen und da konnte ich die hässlichen Digitalanzeigen wieder besser lesen. na denn, eine wunderschöne gute Woche wünsche ich.

Sonntag, 26. Juni 2011

Aller zwei Wochen ist ein gutes Metrum

Es geht mir gut. Immernoch. Ich hab das Gefühl, meine Produktivität gesteigert zu haben, was mir durchaus Freude bereitet. Vieles ist auf einem guten Weg, und auch wenn ich noch einiges an Wegstrecke übrig hab für die letzten drei Wochen, so ist sie durchaus schaffbar. Zwei Klassenvorspiele haben auch geholfen genauer zu wissen, was ich noch üben muss. Sonst nix passiert bis auf vorgestern abend eine Geburtstagsfeier und gestern eine Hochzeit. Hochzeit No. 2 von 5 in diesem Jahr die beiden kenne ich halb-gut, deswegen fand ichs auch schön, dass ich viel helfen durfte in der Küche und beim Programm. Streng genommen wurde es ein bisschen zu viel, nicht für mich, aber ich wollte schon aufpassen, dass ich meine innere Angespanntheit nicht auf andere übertrage. Heute war ich dann noch beim Abbau dabei und somit war es ein wirklich volles Wochenende. Den Sonntagabend muss ich mir immer frei halten, damit ich am Montagmorgen beim Hauptfachunterricht voll anwesend bin.

Heut morgen kam mir im Gottesdienst mal wieder ein netter Sinnspruch: Ich bin Optimist, ich optimiere ständig. Einer von vielen, die mir oft wieder entfallen, manchmal aber auch irgendwo in alten Aufzeichnungen begegnen und wenige bleiben permanent. Bei den permanenten hätte ich auch noch ein paar anzubieten, z.B.: Was ist das größte Geschenk an sich selbst? – Bescheidenheit. Ein Schlüsselgedanke ist auch: Adam und Eva waren fern von Gut und Böse. Was oft nicht in letzter Konsequenz durchdacht wird. Die Beiden wussten nicht, ob es Böse wäre vom Baum zu essen, da sie nicht wussten, was böse ist. Ob sie sich es vorstellen konnten, bevor sie die Frucht aßen? Also mit dem Gedanke schon vor der Tat das Böse in die Welt kam? Was heißt das für uns, wenn wir vom Paradies träumen? Dass wir nicht entscheiden sollten, was gut und böse ist? Etc.

Nächste Woche ist noch nicht so viel los, ich freu mich durchaus auch auf irgendeine Art von Kommunikation, danach kommen zwei streßige Wochen und vermutlich irgendwann danach meld ich mich auch hier mal wieder. bis denn.

Montag, 13. Juni 2011

Das Wort zum Montag

Es geht mir gut. Die zwei Wochen waren voll, zu voll um noch einen klaren Kopf zu behalten, aber mit etwas Übung legt sich das wieder. Voriges Wochenende war ich in der Heimat mit einer guten Mischung aus vorrangig Familie treffen und nachrangig Freunde treffen. Dabei war das Grundgefühl von anfang an, dass man sich viel zu selten so trifft und man ein weiteres Treffen planen sollte, wo doch mein Vater meinte, es würde das letzte in dieser Runde sein. Dieses Wochenende war ich dann auf dem Jazz-Festival in Moers. Wußte nicht, worauf ich mich einlasse, war aber überraschend positiv. Auf der einen Seite gibts eine Bühne mit durchlaufendem Programm und auch einigen guten, sowie einer für mich außergewöhnlich starken Band. Diese war allerdings speziell fürs Festival zusammengekommen, deswegen sei an dieser Stelle nur auf den kreativen Kopf hingewiesen. Auf der anderen Seite treffen sich jährlich wieder ein Haufen Punks um den Park zu verwüsten. Die Masse befindet sich irgendwo dazwischen, freut sich an den vielen (alternativen) Ständen und den noch viel zahlreicheren Spaßmusikanten auf dem Gelände, und sympathisiert oder verachtet das eine oder andere Extrem. Mir gefielen die beiden Parallelwelten und es gab auch ein paar denkwürdige Begegnungen, das soll aber nicht alles in den Blog. Abgesehen von den Wochenenden waren die Wochen dementsprechend vom Versuch geprägt, die verlorene Übezeit wieder aufzuholen. Da bleibt nur noch die Erwähnung vom Saxophonabend. Wir haben hier in Wuppertal zwar keine, da aber die zwei Kölner Säle immer belegt sind, kam die Kölner Saxophonklasse zum Konzert nach Wuppertal. Was mir außerordentlich gut gefiel, da mir das Saxophon deutlich vertrauter ist als viele andere Instrumente und die Klangvielfalt längst nicht so ausgeschöpft und verbraucht wie bei manch einem „alten“ Instrument. Ich wünsch frohe Pfingsten und dass der Heilige Geist schön fleißig ist.

Sonntag, 5. Juni 2011

Was ist Bildung?

Hier kommt nun der versprochene Post. Er ist noch nachgereicht vom längst ausgelesenen Schwanitz, allerdings fällt es mir schwer über die Gedankenanstöße daraus zu bloggen. Einerseits ist Schwanitz eigene Sicht recht platt, und ich möchte versuchen alles gleichmäßig auszuleuchten, andererseits können die Blogleser auch ganz schön weit in ihrer Ausgangslage auseinanderliegen. Draus geworden ist ein viel zu langer Text.

„Blicken wir indes auf die soziale Wirklichkeit, stellen wir fest, daß Bildung nicht nur ein Ideal, ein Prozeß und ein Zustand, sondern auch ein soziales Spiel ist. […] In den Club der Bildung wird man nur aufgenommen, wenn man das Spiel schon beherrscht; aber spielen lernen kann man nur im Club. […] Weil das Bildungsspiel ein »Unterstellungsspiel« ist. Im geselligen Verkehr unterstellt jeder dem anderen, daß er gebildet ist, und der andere unterstellt, daß ihm das unterstellt wird. […] Das Ergebnis ist, daß in der Bildung wie in der Liebe die Erwartungen unrealistisch werden, weil sie nicht überprüft werden dürfen.“ (S. 505f.)

Weiter führt er aus, dass nicht begründbar ist, was zu einer Bildung gehört, und wichtiger als das Wissen die Spielregeln sind, nach denen gespielt wird.

Dieses Kapitel hat mir geholfen in der bewussten Wahrnehmung von unbewussten Erwartungen. Natürlich weiß man sofort, wer das Spiel spielen kann, und wer nicht, die Ergebnisse des Bildungsspiels lassen sich leicht zeigen. Und gerade weil wir so intuitiv mit unserer Bildung spielen, scheint uns diese Klassifizierung eine sehr logische zu sein, denn die Beherrschung der Regeln zeigt sich ja in den einfachsten Gesprächen. All das wirkt nun leicht lächerlich, wenn man ein ganzes Buch über Bildung liest, um am Ende festzustellen, dass ein festgeschriebenes Bildungsminimum entweder sehr minimal ist oder, wenn wir von einem größeren Kanon sprechen, sehr dumm ist (Kanon ist nicht begründbar und lähmend – s.u.). Trotzdem ist Bildung ja hilfreich, oder?
Das Ideal der Bildung ist hilfreich, es verhindert die Fachidioten und begünstigt unorthodoxe Lösungen, wenn man über den Tellerrand seiner eigenen Welt sehen kann. Persönlich weiß ich, dass es glücklicher macht, wenn das Gehirn unterschiedliche Kost hat, und sich nicht um die eigenen Sorgen dreht. Bildung als Prozeß und Zustand beleuchtet zwei unterschiedliche Seiten, wobei das beständige Dazulernen betonenswert ist (macht demütig und lernbereit), wogegen der Zustand relativ gesehen werden muss, relativ zur Gesellschaft in der man sich befindet. Der Zustand des Gebildetseins löst natürlich zwangsläufig das soziale Spiel aus, dessen Nützlichkeit ich bezweifeln will.
Die Kenntnis der Regeln kann man als Nutzen auffassen, man lernt inhaltsvollen Unterhaltungen folgen zu können. Wer mit dem Etcetera-Prinzip arbeitet, muss sich nicht im Thema auskennen, sondern wird im Verlaufe des Gesprächs herausfinden, worum es geht. Dagegen lähmt die Erwartung, dass jeder gebildet ist. Denn was nützt uns gemeinsames Wissen? Nützlich ist es, wenn man beim Gespräch gemeinsame Bekannte hat (siehe da), aber wenn man nur einem aus der Gruppe die vorausgesetzten Begriffe erklären muss, dauert es wieder länger. Als zweites Argument spricht gegen den Kanon, dass es eine Diskussion lähmt, wenn alle die gleichen Bücher oder gleiche Medien konsumieren. Ich halte den Schulunterricht für sinnvoller, wenn in einer Schulklasse jeder ein anderes Buch des selben Autors liest. Theoretisch könnte ein Lehrer sich dann für ein-zwei Stunden zurückziehen, selbstständiges Austauschen und Lernen wäre möglich. (Gleiches Prinzip auf der nächsten Cocktail-Party.) – Leider funktioniert es nur in der Theorie, da Schule als Arbeit gehändelt wird, und keiner übermäßig arbeiten will. Dass der eine nur kurze Prosa liest, der andere aber Epen, kann man unter den Bedingungen keinem schmackhaft machen, obwohl gerade das eine Betonung der Individualität wäre. Ein Ziel, das die Schule leider nicht verfolgt und somit den Musiksendern und den Jugendmoden überlassen hat. Wir sind zwar nicht zwangsläufig Epigonen, aber doch Kinder unserer Zeit. – Wer bei diesem Satz die Kehrseiten von angewandter Bildung spürt, sollte sich nicht ärgern. Online kann man das Problem prima umgehen, z.B. indem man auf wikipedia verlinkt, auch wenn ich gegen ebendiese nun leichte Ressentiments habe.
Was kann man aus der theoretischen Abhandlung lernen? Ich meine, Bildung ist gut, Kanon und Erwartung derselben nicht. Das gesellschaftliche Spiel und die Klassifizierung kann man eh nicht unterbinden, deswegen sollte man sie sich bewußt machen. Suche die Bildung, die dein Gesprächspartner hat, nicht diejenige die du voraussetzen würdest. Es gefällt nunmal nicht, auf seine Unbildung aufmerksam gemacht zu werden, weil dahinter gleich der Anspruch eines verpassten Kanons steht. Selbstverfreilich sollte man sich weiterbilden, eventuell aber bevorzugt dort, wo andere es nicht tun. Ein Bildungsspiel ohne Bildungskanon zu spielen ist schwer, aber nicht unmöglich und vorallem – lohnenswert.

Montag, 30. Mai 2011

Klartext

So. Da wär mer wieder. Schließlich gibt es ja doch noch die ein oder andere treue Seele, die sich für mein Leben interessiert – wobei ich nicht gern jemanden als untreu klassifizieren würde. Was mir dabei in letzter Zeit oft durch den Kopf geht, ist 2. Samuel 22, 26+27: „Gegen die Heiligen bist du heilig, gegen die Treuen bist du treu, gegen die Reinen bist du rein, und gegen die Verkehrten bist du verkehrt“. Sehr interessante Aussage, auch wenn ich sie in Bezug auf das Neue Testament relativieren würde. Wer sich dafür interessiert: Ich bin momentan in der 2. Chronik angelangt mit einem recht zügigen Tempo, drei oder vier Verse pro Tag sind keine Seltenheit. Weiterhin lerne ich auch spanisch und hab seit letzter Woche wieder die Tschechischvokabeln aufgenommen. Das ganze per elektronischem Karteikartensystem, unterstützt vom google-Übersetzer, um zusammenhängende Sätze zu üben, und von Rescate und Pranic, die auch sehr helfen beim Lernen.
Dann übe ich momentan für fünf Zwecke: Das Unwichtigste ist das Akkordeon-Ensemble. Zwei Viertsemester und zwei Zweitsemester sind wir und haben wenig Lust dafür zu üben, und es hängt auch nichts davon ab, wie wir spielen. Der Tango von Piazzolla ist aber interessant, weil er sich gegen die Erwartung sperrt. Das nächste ist meine Zwischenprüfung. Ich spiele drei Werke, die ich schon letztes Jahr zum Hochschulwettbewerb gespielt habe, möchte sie dieses Mal „nur“ besser spielen. Aber hier setzt sich meine ungeheure Motivation fort: Zwar gibt es eine Note darauf, aber wenn man sichs genau betrachtet, zählt sie recht wenig fürs Endergebnis. Gut wird sie sowieso, also warum sollte ich mich besonders anstrengen, damit sie sehr gut wird? Da ist mir mein Zusammenspiel schon wichtiger. Ich hab dieses Semester Kammermusik mit einem Saxophon, was mir immer wieder Spaß macht, auch wenn die erste Probe mit dem Professor eine kleine Dämpfung der Freude war. Dafür gibts jetzt gut zu üben. Und da ich den Saxophonisten in seiner KA-Prüfung begleite, ist das natürlich wichtiger, als meine eigene Prüfung. Und zu guter letzt gibt es da noch das Stück mit Sinfonieorchester, das am Besten werden muss. Kurz schrieb ich über all das schon, aber was ist das fünfte? Nun, mein voraussichtlich letztes Semester am Vibraphon. Normalerweise muss man nach vier Semestern auch im Nebenfach eine Prüfung ablegen, und bekommt dann darin keinen Unterricht mehr. Nur bis jetzt hat die Hochschulleitung es vertrant die Prüfung anzusetzen, mal schauen, was das wird.
Feste Termine sind immer noch dienstags SMD, inzwischen regelmäßig mit Abendbrot vorher, donnerstags Aikido, auch das regelmäßig mit Kneipenbesuch nachher und sonntags die Heckinghauser Brüdergemeinde mit danach ebenso regelmäßigem Mittagessen, allerdings bei wechselnden Gastgebern.
Nich so fest waren in letzte Zeit: Letztes Wochenende zwei Konzerte meines Kollegen Kr. in Köln, bei denen jeweils einige aus der Akkordeonklasse da waren als Unterstützung. Davor die Wochenenden eine chinesische Taufe (also eigentlich acht oder neun Taufen in einer chinesischen Gemeinde) und eine chinesische Hochzeit, allerdings nach deutschem Vorbild (in China wird dann nochmal chinesisch gefeiert). Dann kam an nem Freitagabend auch mal ein Freund mich hier besuchen, immerhin der sechste Gast in meiner Wohnung bislang. Ab und zu bin ich mittwochs noch bei einer Bandprobe, außerdem besuchte ich zwei Konzerte in der Wuppertaler Hochschule in der letzten Zeit. Obendrein half ich diese Woche einem Freund bei seiner Diplomarbeit mit Korrekturlesen. Und wenn dann nicht noch abends Freunde online sind und mich anchatten – dann hab ich doch noch einige Abende hier, wo ich zu Hause bleibe und anders als in der Heimat, auch ganz froh darüber bin. Denn schließlich wollte ich diese Woche ausschlafen und so recht tat es mir nicht gelingen – Donnerstag und Freitag waren keine guten Tage, Samstag dann gelang es mir einmal mitm Ausschlafen. Und inzwischen bin ich doch müde geworden über den Eintrag, ich hab auch das Gefühl, dass ihr wieder ausreichend wisst, was bei mir so vorgeht, den Rest würdet ihr vielleicht irgendwann in persönlichen Gesprächen erfahren, momentan erschließt sich mir grad einiges durch das Lesen des AnTs. Ick wünsch euch nen guten Start in die Woche, man schreibt sich.

P.S.: Zu allem Überfluß verpflichte ich mich hiermit noch zu einem weiteren Eintrag die Woche. Sonst wirds wieder nicht.

Montag, 9. Mai 2011

Endlich

komm ich zum nächsten Post. Muss aber heute auch sein, da ich das erste Mal bei der Blutspende war. Das wär nich außergewöhnlich genug, aber ich hab dabei bemerkt, dass mein Kreislauf immer noch wegklappen kann unter besonderen Umständen. Ne Dreiviertelstunde nach der Blutabnahme konnte ich dann rausgehn. Dafür hab ich zweimal essen bekommen, einmal vorher, weil ich zu lang nix gegessen hatte, und einmal nachher, weil mein Kreislauf nicht hochkam. Kam mir beim zweiten Abendbrot dann nich so vor, als hätt ich vor ner Stunde schon was gegessen.
Wo wir schon bei Schwächen sind, ich stell auch ne anfangende Sehschwäche bei meinem rechten Auge fest, gut bemerkbar gegenüber dem linken, guten Auge.
Seit Samstagabend hab ich nun einen ausführlichen Übeplan, nachdem die letzte Woche nur mäßig war, ich aber wirklich genügend vor hab in den nächsten zehn Wochen. Es sind nur noch zehn… das Wichtigste dabei ist Nosferatu. Zum Stummfilm werde ich mit dem Sinfonieorchester Wuppertal die Musik dazugeben, das Konzert ist am 13.07. Und es gibt gut Geld, da sollte auch gut geübt sein. Das zweitwichtigste ist mir die Duoarbeit mit einem Saxophon, dann kommt die Solo-Zwischenprüfung und irgendwo ganz hinten das Akkordeon-Ensemble. Alle Prüfungen sind in der einen Woche, da wirds echt lustig.
Was ich immer wieder faszinierend finde, sind Körperlehren im weitesten Sinne. Eine Sache, die ich momentan üben muss, ist den Balg mit viel Kraft langsam zu ziehen. Also stellt euch vor, der Arm ist im ersten Gang, ihr bewegt ihn kaum merklich langsam nach links, aber mit so viel Kraft, dass egal was daran zerrt, er nicht vom Weg abgebracht werden kann – ist ein merkwürdiges Gefühl und unheimlich anstrengend anfangs. Das Gegenteil dazu ist Alexandertechnik, wo ich mich versuche zu entspannen, was eher dem Singen zugute kommt. Letztes Mal hatten wir ne gute Übung für den Kiefer, daraufhin stand ich überall mit offenem Mund rum, um zu überprüfen, ob ich meinen Kiefer wieder so locker hinbekomme.
Dieses Semester lese ich nicht mehr so viel, nur Bonhoeffers „Gemeinsames Leben“ und die Bibel, momentan inmitten dem ersten Buch der Könige. Aber ich hab noch aus dem letzten Semester zwei Nachträge, die ich euch nicht vorenthalten möchte, hier kommt der erste:

Momentan (Anfang Februar) lese ich Dorian Gray, was sehr interessant ist. Vorher wußte ich nur, dass Wilde einer der wenigen bekannten Schwulen dieser Zeit war, das Buch aber ist fabelhaft. Fabelhaft schrecklich. Es lenkt den Blick stetig auf das lüsterne und frevelhafte Leben, ohne es aber zu glorifizieren, nein, Dorian nimmt deutlich Schaden dadurch. Es deswegen zu empfehlen, würde mir trotzdem nicht einfallen, da der Fokus auf dem Schlechten liegt; voran bringt einen meist die Betrachtung des Guten. Als Abschreckung ist das Buch aber bestens geeignet, zumal es im Resümee die Sittenlosigkeit verklagt. Zudem zieht sich eine interessante Diskussion durch das Buch um Schönheit, Sinnlichkeit, Kultur, Fassade, und natürlich Frauen. Allerdings überwiegen die bösartigen (sarkastischen und sadistischen) Argumente deutlich gegenüber den angemessenen; also muss man selbst die geeignete Antwort auf die Lektüre finden. Trotz alledem ein faszinierendes Buch.