Sonntag, 29. November 2009

Wochenbericht No. 6

Mal in keiner Erzähllaune und trotzdem einiges zu erzählen. Den Anfang der Woche hatte ich ja bereits, das Lied begleitet mich weiterhin. Am Donnerstagabend war dann Konzert der Gesangsklassen, auch ohne Erstis ein volles Programm, da wir 3 Dozenten (davon eine Professorin) für Gesang an der Hochschule haben. Danach ging ich mit einer kleineren Gruppe von Gesangsstudenten in das Brauhaus, ein sehr schöner Abend wurde es.
Am Freitagmorgen ging ich zur Uni und an der höchsten Stelle meines Weges fegte ein derart eisiger Wind, dass ich dachte, ich könnte auch in Rokytnice sein. Trotzdem wird es hier nur nich schneien, fehlt mir jetzt schon. Dann ging es nachmittags auf nach Köln zum letzten Konzert der modernen Musik. In der Pause hab ich mir den Kölner Weihnachtsmarkt angeschaut, ein recht großer Weihnachtsmarkt, da gefiel mir der Aachener besser. Außerdem ist der Kölner soweit ich es gesehen habe, auf 2 Standorte verteilt, und teilweise wird direkt daneben gebaut, was das Bild etwas stört. Das Konzert war mäßig gut besucht, wesentlich besser als in Wuppertal oder Aachen. Ich spielte dagegen schlechter als in Wuppertal, aber etwas besser als in Aachen, wo ich ja bei einer Stelle richtig rausgeflogen war. Diesmal hatte ich mir die Schlagzeugstimme als Orientierung dazugeschrieben und hab mich auch mehrmals daran orientiert, weil merkwürdigerweise der Schlagzeuger immer anders spielte, als ich dachte... also eigentlich recht inakkurat, ich hoffe, keiner hört sich zu genau die Aufnahme an. Benni war übrigens mit Freundin da. Danach gingen wir noch in eine Bar, wieder mit einigen interessanten Gesprächen, eher zum Zuhören. Die Verwaltung in Köln ist wohl wahnsinnig langsam; ein anderes Thema waren einige interessante moderne Stücke und Kompositionsweisen, manche lassen die Melodie im Differenzton erklingen. Also wenn beispielsweise zwei Klarinetten nur einen Halbton auseinander spielen, bildet sich ein tiefer Ton. Wenn man damit experimentiert, kann es passieren, dass Leute den Saal verlassen, weil sie seekrank werden, oder sich unter die Stühle verkriechen, weil sie Angst bekommen. Muss ich mir unbedingt mal sowas anhören. Auf der Rückfahrt hatte ich noch ein merkwürdiges Erlebnis, ich wartete 25 Minuten am Hauptbahnhof auf den Bus. Da ich ein Akkordeon dabei hatte, hab ich das neben mir auf den Sitz gestellt und meinen Kopf draufgelegt und gedöst. Und plötzlich, fühlt es sich an, wie morgens beim Sonnenaufgang, als würde ich nach einer durchmachten Nacht zurückkommen und es nicht erst 10 vor 1 sein... als ich merkte, was den Schock bei mir ausgelöst hatte, musste ich lachen, da sangen doch wirklich die Vögel mitten in der Nacht, und für mich klang es, als würde grad die Dämmerung einsetzen... Dorfkind.
Am Samstag kam dann mein Cousin Martin (der andere) zu Besuch, es war wie zur Demonstration Wuppertaler Lieblingswetter, wir sind trotzdem viel durch die Stadt gelaufen. Hab ihm gezeigt, was ich hier schon an schönen Plätzen kenne, er hat ein paar Fotos gemacht, auch von meiner Wohnung und wir haben viel gequatscht. Nachmittags sind wir dann noch in die Monet-Ausstellung des Von-der-Heydt-Museums gegangen, schöne Ausstellung, sehr eindrücklich, guter Film zum Leben des Künstlers, nur die Typographie war wirklich nicht eines Museums würdig. Tja, danach fuhr er wieder und ich hab am Abend mal wieder geübt, ich hoffe, die Nachbarn nehmen mir das nicht übel, oder beschweren sich wenigstens persönlich, wenn doch.
Tja, und nun ist wieder eine Woche vorbei, 3 noch bis ich wieder zu Hause bin... meine todo-Listen werden immer größer, todo morgen, todo Weihnachten, todo Internet, todo Blog, todo nächster Anruf der Eltern... wird Zeit, dass ich Internet und Telefon habe und paar Dinge gleich erledigen kann, wenn sie mir einfallen.

Mittwoch, 25. November 2009

Lesetip

Da ich ja gerne als Pater-Brown mich ausgebe, versuche ich momentan sämtliche Geschichten von ihm durchzulesen. Was recht viel ist bei 51 Kapiteln, jedes um die 15 Seiten rum. Und natürlich auf englisch. Allerdings kostenfrei im Internet verfügbar. Und wirklich lesenswert, also wer noch nichts von ihm gelesen hat, dem empfehle ich zumindest das erste Kapitel.
Außerdem wollte ich noch auf eine gute Broschüre vom EC hinweisen, die aber leider doch nicht online ist, sehr schade. Mal sehn, ob ich nochmal ein paar davon mitgehen lassen kann vor Weihnachten, wäre vielleicht für den Teenykreis interessant.

Ein verregneter Mittwoch

Sowohl auf den Straßen, wie auch bildlich. Der Telekom-Techniker kam heute ein zweites Mal nicht vorbei, muss also wieder bei Alice anrufen und den nächsten Termin vereinbaren.
Aber davon ließ ich mir meine Laune nicht verderben, auch nicht von der Krankheit, beides gab mir Grund genug heut kaum die Wohnung zu verlassen und mich auszukurieren. Dabei hab ich ein Lied gefunden, was mich echt fasziniert: Song of the Volga Boatman (Traditionell, arr. Glenn Miller). Erst recht, als ichs nachgespielt und harmonisch analysiert habe, das erste Mal höre ich, wie kreativ eine Komposition mit den Kirchentonarten arbeitet. Ok, ich hab noch nicht so viele Jazz-Stücke analysiert, aber bei Glenn Miller wunderte es mich, da ich nicht dachte, dass es schon im frühen Jazz ausgeprägt war mit Kirchentonarten zu arbeiten.

Dienstag, 24. November 2009

Ein Dienstagabend

Sitz grad im Zug zurück nach Wuppertal, da es aber recht spät ist und der Zug ein paar Minuten bis zur Abfahrt hat, bin ich allein im Abteil, mache mir Musik an und hoffe, dass es so bleibt.
Was habe ich heute geschafft? Ein Konzert. Klingt nicht nach so viel, nimmt aber ziemlich viel Zeit in Anspruch. D.h. morgens frühstücken, duschen, Zeug möglichst ordentlich und platzsparend zusammenpacken, in die Hochschule, Instrument wechseln, Mittagessen und kurz vor eins gings dann los nach Aachen. Zug hatte Verspätung, zum Glück war ein anderer Musikstudent im Zug mitgefahren, der mir dann den Weg zeigte. Dann hatte ich beim Packen meine Noten vergessen (aber nicht die Bibel zu der ich sie legte), musste also aus der Partitur spielen, vielleicht flog ich deswegen auch einmal länger raus beim Auftritt. Dann hab ich mir noch Aachen angeschaut, das Stadtzentrum ist schön kompakt, auch der Weihnachtsmarkt gefiel mir, kein Vergleich zu Wuppertal (genauer: zu Barmen, wo ich ihn gar nicht mag), viele schöne alte Häuser, leider nicht viel Zeit zum Besichtigen gehabt.
Jippieh, der Zug fährt los und keiner kam mehr vorbei. Dann können ja Miller und Goodman weiter trällern.
Tja, und beim Konzert war dann mein lieber Cousin Martin da... also der Hamburger... naja, er meinte er findet die Neue Musik weder gut noch schlecht, er fands auf alle Fälle interessant es sich angehört und angesehen zu haben. Also die Grimassen der Musiker und der Zuhörenden. Nachher noch geplaudert, mal sehn, ob ich mir mal nen Samstag Zeit nehme für Aachen.
Ach ja, das interessanteste hab ich bis hierhin vergessen, ich bin durch den gestrigen Abend heut leicht kränklich gewesen, was sich doch ziemlich auf die Produktivität auswirkt. Jetzt nur noch die Frage, ob dieser Eintrag auf den Blog kommt oder doch nur ins Tagebuch...? Hab ja bis Wuppertal noch knapp 2 Stunden Zeit das zu entscheiden. schönen Abend noch, und macht was aus eurem Leben.
Nachtrag: Gradeben kam der Schaffner vorbei und erklärte mir, warum ich alleine da saß. War ausversehen in der 1. Klasse. Dabei dachte ich, die Züge wären immer gleichmäßig aufgebaut und ich kenne schon die Zugtypen...

Montag, 23. November 2009

Es gibt Sachen, die kann man nur mit Humor nehmen.

So zum Beispiel, dass sich der Nachbar gegenüber gedacht hat, er müsste in der dunklen Jahreszeit (und vorallem in Anbetracht des grauen Plattenbaus in dem er wohnt) seine Fenster optisch damit aufwerten, dass er sie mit Lichterketten umrahmt. Die dann die meiste Zeit abartig schnell blinken in rot-grün-gelb-blau-gelb-grün+rot-shuffle-grün-rot-gel-blau-grün-grün-grün-rot+gelb-blau-gelb-rot-paradiddle-grün-grün- nur ein Fenster leuchtet gleichmäßig friedlich vor sich hin. Wie halten die das nur aus?

Sonntag, 22. November 2009

Wochenbericht No. 5

Soo, wie war die Woche? Mhm, asiatisch leider. In der Mensa war eine Aktionswoche, die allerdings recht schlecht bei den Studenten ankam. Und bei uns gibst als Alternative nur das vegetarische Menü, nicht wie in der Hauptmensa, wo es noch ein zweites Menü gibt. Ansonsten hab ich am Montagabend wieder ein paar Jazz-Standards geträllert, was jetzt regelmäßig möglich ist. Dann Dienstag und Mittwoch morgen ab nach Köln zu Proben für das Ensemble der modernen Musik, leider verliefen beide Proben nicht so wie erwünscht. Auch bei der Generalprobe am Donnerstag hatten wir nicht einen Durchlauf gemacht, im Konzert klappte das Stück trotzdem erstaunlich gut, seltene Aussetzer nur. Allerdings war das Konzert nicht gut besucht, nur ein-zwei Wuppertaler, dann noch 4-5 von der Hochschule und ansonsten 20-30 Mitspielende. Normalerweise sind immer 60-70 Besucher da, auch am Abend vorher wo neue amerikanische Klaviermusik kam, waren so viele da. Dabei war dieser Abend eigentlich qualitativ schlechter, die Professorin versuchte ihn aufzuwerten mit Hintergrundinformationen, aber auch diese waren viel zu viele, bis endlich das Konzert anfing.
Am Mittwoch war dann noch Studentenvollversammlung, viel Gerede, wenig ist herausgekommen, aber interessant war es schon. Auch hier funktioniert einiges nicht so, wie es sollte, der offizielle Weg bis nach Köln ist anstrengend, am Besten funktioniert, was man einfach macht ohne wen zu fragen.
Am Freitag ein Gitarren-/Vihuelaabend, nichts dazu zu sagen. Am Samstag war mal wieder Wohnung putzen dran, ansonsten zur Hälfte ein vorgezogener Sonntag. Am Abend dann einen „Goal“ besucht, nette Menschen, nette Gespräche, und obwohl durchaus herzlich und freundlich, komme ich mir etwas sehr eigentümlich vor, respektive kommen mir die anderen merkwürdig vor in ihrer (Wuppertaler?) Art. Heute hab ich das erste Mal eine Einladung zu nem Essen vorbeizuschauen bekommen, freu mich drauf. Außerdem mal ne Jugend kennengelernt, wie ich sie verstehe... nicht als 18- bis 30-jährige, sondern als Teenies.
Nachher geh ich dann noch in ein Konzert vom Landesjugend-akkordeonorchester, eigentlich nicht ganz so mein Fall, aber da auch eine Kommilitonin mitspielt, wollte ichs mir mal anhören.
Hmm... ansonsten... nichts mehr für die breite Masse. Ab Mittwoch habe ich hoffentlich zu Hause Internet (und einen Telefonanschluss), da könnt ihr mich gern persönlich nochmal auf das Leben hier ansprechen. Wünsche noch eine schöne Woche.

Zeitung

Ich les immer wieder mal die Wuppertaler Rundschau. Niveaumäßig etwa mit dem Oberlausitzer Kurier gleichzusetzen. Aber dadurch weiß ich jetzt, dass es der Stadt Wuppertal doch recht schlecht geht, das Land will keine Extragelder für Schuldenabbau herausgeben, die Wuppertal aber braucht bei 1,8 Mia. Schulden. Jetzt hat die Stadt erstmal ein Paket vorgelegt, wo noch 80 Mio. gespart werden können. Da wäre mit inbegriffen: Schließung aller Bürgerbüros der Stadtteile, einiger Grund- und Hauptschulen, 2 Hallen- und 3 Freibäder, und das Schauspielhaus soll geschlossen werden. Außerdem Mehreinnahmen bei Ganztagesschulen, Kindertagesstätten, der Bergischen Musikschule, Hundesteuer, Gewerbesteuer und im Straßenverkehr. Die Bürgerbeschwerden werden wohl in nächster Zeit erstmal die Zeitung füllen... nur: damit werden noch keine schwarzen Zahlen geschrieben, jetzt soll das Land den Rest noch drauflegen. Trotzdem ist es natürlich kulturell auch bedenklich... Wuppertal hat so schon nicht allzu viel zu bieten, aber irgendwo muss ja gespart werden. Naja, in vier Jahren bin ich wieder weg...