So. Da wär mer wieder. Schließlich gibt es ja doch noch die ein oder andere treue Seele, die sich für mein Leben interessiert – wobei ich nicht gern jemanden als untreu klassifizieren würde. Was mir dabei in letzter Zeit oft durch den Kopf geht, ist 2. Samuel 22, 26+27: „Gegen die Heiligen bist du heilig, gegen die Treuen bist du treu, gegen die Reinen bist du rein, und gegen die Verkehrten bist du verkehrt“. Sehr interessante Aussage, auch wenn ich sie in Bezug auf das Neue Testament relativieren würde. Wer sich dafür interessiert: Ich bin momentan in der 2. Chronik angelangt mit einem recht zügigen Tempo, drei oder vier Verse pro Tag sind keine Seltenheit. Weiterhin lerne ich auch spanisch und hab seit letzter Woche wieder die Tschechischvokabeln aufgenommen. Das ganze per elektronischem Karteikartensystem, unterstützt vom google-Übersetzer, um zusammenhängende Sätze zu üben, und von Rescate und Pranic, die auch sehr helfen beim Lernen.
Dann übe ich momentan für fünf Zwecke: Das Unwichtigste ist das Akkordeon-Ensemble. Zwei Viertsemester und zwei Zweitsemester sind wir und haben wenig Lust dafür zu üben, und es hängt auch nichts davon ab, wie wir spielen. Der Tango von Piazzolla ist aber interessant, weil er sich gegen die Erwartung sperrt. Das nächste ist meine Zwischenprüfung. Ich spiele drei Werke, die ich schon letztes Jahr zum Hochschulwettbewerb gespielt habe, möchte sie dieses Mal „nur“ besser spielen. Aber hier setzt sich meine ungeheure Motivation fort: Zwar gibt es eine Note darauf, aber wenn man sichs genau betrachtet, zählt sie recht wenig fürs Endergebnis. Gut wird sie sowieso, also warum sollte ich mich besonders anstrengen, damit sie sehr gut wird? Da ist mir mein Zusammenspiel schon wichtiger. Ich hab dieses Semester Kammermusik mit einem Saxophon, was mir immer wieder Spaß macht, auch wenn die erste Probe mit dem Professor eine kleine Dämpfung der Freude war. Dafür gibts jetzt gut zu üben. Und da ich den Saxophonisten in seiner KA-Prüfung begleite, ist das natürlich wichtiger, als meine eigene Prüfung. Und zu guter letzt gibt es da noch das Stück mit Sinfonieorchester, das am Besten werden muss. Kurz schrieb ich über all das schon, aber was ist das fünfte? Nun, mein voraussichtlich letztes Semester am Vibraphon. Normalerweise muss man nach vier Semestern auch im Nebenfach eine Prüfung ablegen, und bekommt dann darin keinen Unterricht mehr. Nur bis jetzt hat die Hochschulleitung es vertrant die Prüfung anzusetzen, mal schauen, was das wird.
Feste Termine sind immer noch dienstags SMD, inzwischen regelmäßig mit Abendbrot vorher, donnerstags Aikido, auch das regelmäßig mit Kneipenbesuch nachher und sonntags die Heckinghauser Brüdergemeinde mit danach ebenso regelmäßigem Mittagessen, allerdings bei wechselnden Gastgebern.
Nich so fest waren in letzte Zeit: Letztes Wochenende zwei Konzerte meines Kollegen Kr. in Köln, bei denen jeweils einige aus der Akkordeonklasse da waren als Unterstützung. Davor die Wochenenden eine chinesische Taufe (also eigentlich acht oder neun Taufen in einer chinesischen Gemeinde) und eine chinesische Hochzeit, allerdings nach deutschem Vorbild (in China wird dann nochmal chinesisch gefeiert). Dann kam an nem Freitagabend auch mal ein Freund mich hier besuchen, immerhin der sechste Gast in meiner Wohnung bislang. Ab und zu bin ich mittwochs noch bei einer Bandprobe, außerdem besuchte ich zwei Konzerte in der Wuppertaler Hochschule in der letzten Zeit. Obendrein half ich diese Woche einem Freund bei seiner Diplomarbeit mit Korrekturlesen. Und wenn dann nicht noch abends Freunde online sind und mich anchatten – dann hab ich doch noch einige Abende hier, wo ich zu Hause bleibe und anders als in der Heimat, auch ganz froh darüber bin. Denn schließlich wollte ich diese Woche ausschlafen und so recht tat es mir nicht gelingen – Donnerstag und Freitag waren keine guten Tage, Samstag dann gelang es mir einmal mitm Ausschlafen. Und inzwischen bin ich doch müde geworden über den Eintrag, ich hab auch das Gefühl, dass ihr wieder ausreichend wisst, was bei mir so vorgeht, den Rest würdet ihr vielleicht irgendwann in persönlichen Gesprächen erfahren, momentan erschließt sich mir grad einiges durch das Lesen des AnTs. Ick wünsch euch nen guten Start in die Woche, man schreibt sich.
P.S.: Zu allem Überfluß verpflichte ich mich hiermit noch zu einem weiteren Eintrag die Woche. Sonst wirds wieder nicht.
Montag, 30. Mai 2011
Montag, 9. Mai 2011
Endlich
komm ich zum nächsten Post. Muss aber heute auch sein, da ich das erste Mal bei der Blutspende war. Das wär nich außergewöhnlich genug, aber ich hab dabei bemerkt, dass mein Kreislauf immer noch wegklappen kann unter besonderen Umständen. Ne Dreiviertelstunde nach der Blutabnahme konnte ich dann rausgehn. Dafür hab ich zweimal essen bekommen, einmal vorher, weil ich zu lang nix gegessen hatte, und einmal nachher, weil mein Kreislauf nicht hochkam. Kam mir beim zweiten Abendbrot dann nich so vor, als hätt ich vor ner Stunde schon was gegessen.
Wo wir schon bei Schwächen sind, ich stell auch ne anfangende Sehschwäche bei meinem rechten Auge fest, gut bemerkbar gegenüber dem linken, guten Auge.
Seit Samstagabend hab ich nun einen ausführlichen Übeplan, nachdem die letzte Woche nur mäßig war, ich aber wirklich genügend vor hab in den nächsten zehn Wochen. Es sind nur noch zehn… das Wichtigste dabei ist Nosferatu. Zum Stummfilm werde ich mit dem Sinfonieorchester Wuppertal die Musik dazugeben, das Konzert ist am 13.07. Und es gibt gut Geld, da sollte auch gut geübt sein. Das zweitwichtigste ist mir die Duoarbeit mit einem Saxophon, dann kommt die Solo-Zwischenprüfung und irgendwo ganz hinten das Akkordeon-Ensemble. Alle Prüfungen sind in der einen Woche, da wirds echt lustig.
Was ich immer wieder faszinierend finde, sind Körperlehren im weitesten Sinne. Eine Sache, die ich momentan üben muss, ist den Balg mit viel Kraft langsam zu ziehen. Also stellt euch vor, der Arm ist im ersten Gang, ihr bewegt ihn kaum merklich langsam nach links, aber mit so viel Kraft, dass egal was daran zerrt, er nicht vom Weg abgebracht werden kann – ist ein merkwürdiges Gefühl und unheimlich anstrengend anfangs. Das Gegenteil dazu ist Alexandertechnik, wo ich mich versuche zu entspannen, was eher dem Singen zugute kommt. Letztes Mal hatten wir ne gute Übung für den Kiefer, daraufhin stand ich überall mit offenem Mund rum, um zu überprüfen, ob ich meinen Kiefer wieder so locker hinbekomme.
Dieses Semester lese ich nicht mehr so viel, nur Bonhoeffers „Gemeinsames Leben“ und die Bibel, momentan inmitten dem ersten Buch der Könige. Aber ich hab noch aus dem letzten Semester zwei Nachträge, die ich euch nicht vorenthalten möchte, hier kommt der erste:
Momentan (Anfang Februar) lese ich Dorian Gray, was sehr interessant ist. Vorher wußte ich nur, dass Wilde einer der wenigen bekannten Schwulen dieser Zeit war, das Buch aber ist fabelhaft. Fabelhaft schrecklich. Es lenkt den Blick stetig auf das lüsterne und frevelhafte Leben, ohne es aber zu glorifizieren, nein, Dorian nimmt deutlich Schaden dadurch. Es deswegen zu empfehlen, würde mir trotzdem nicht einfallen, da der Fokus auf dem Schlechten liegt; voran bringt einen meist die Betrachtung des Guten. Als Abschreckung ist das Buch aber bestens geeignet, zumal es im Resümee die Sittenlosigkeit verklagt. Zudem zieht sich eine interessante Diskussion durch das Buch um Schönheit, Sinnlichkeit, Kultur, Fassade, und natürlich Frauen. Allerdings überwiegen die bösartigen (sarkastischen und sadistischen) Argumente deutlich gegenüber den angemessenen; also muss man selbst die geeignete Antwort auf die Lektüre finden. Trotz alledem ein faszinierendes Buch.
Wo wir schon bei Schwächen sind, ich stell auch ne anfangende Sehschwäche bei meinem rechten Auge fest, gut bemerkbar gegenüber dem linken, guten Auge.
Seit Samstagabend hab ich nun einen ausführlichen Übeplan, nachdem die letzte Woche nur mäßig war, ich aber wirklich genügend vor hab in den nächsten zehn Wochen. Es sind nur noch zehn… das Wichtigste dabei ist Nosferatu. Zum Stummfilm werde ich mit dem Sinfonieorchester Wuppertal die Musik dazugeben, das Konzert ist am 13.07. Und es gibt gut Geld, da sollte auch gut geübt sein. Das zweitwichtigste ist mir die Duoarbeit mit einem Saxophon, dann kommt die Solo-Zwischenprüfung und irgendwo ganz hinten das Akkordeon-Ensemble. Alle Prüfungen sind in der einen Woche, da wirds echt lustig.
Was ich immer wieder faszinierend finde, sind Körperlehren im weitesten Sinne. Eine Sache, die ich momentan üben muss, ist den Balg mit viel Kraft langsam zu ziehen. Also stellt euch vor, der Arm ist im ersten Gang, ihr bewegt ihn kaum merklich langsam nach links, aber mit so viel Kraft, dass egal was daran zerrt, er nicht vom Weg abgebracht werden kann – ist ein merkwürdiges Gefühl und unheimlich anstrengend anfangs. Das Gegenteil dazu ist Alexandertechnik, wo ich mich versuche zu entspannen, was eher dem Singen zugute kommt. Letztes Mal hatten wir ne gute Übung für den Kiefer, daraufhin stand ich überall mit offenem Mund rum, um zu überprüfen, ob ich meinen Kiefer wieder so locker hinbekomme.
Dieses Semester lese ich nicht mehr so viel, nur Bonhoeffers „Gemeinsames Leben“ und die Bibel, momentan inmitten dem ersten Buch der Könige. Aber ich hab noch aus dem letzten Semester zwei Nachträge, die ich euch nicht vorenthalten möchte, hier kommt der erste:
Momentan (Anfang Februar) lese ich Dorian Gray, was sehr interessant ist. Vorher wußte ich nur, dass Wilde einer der wenigen bekannten Schwulen dieser Zeit war, das Buch aber ist fabelhaft. Fabelhaft schrecklich. Es lenkt den Blick stetig auf das lüsterne und frevelhafte Leben, ohne es aber zu glorifizieren, nein, Dorian nimmt deutlich Schaden dadurch. Es deswegen zu empfehlen, würde mir trotzdem nicht einfallen, da der Fokus auf dem Schlechten liegt; voran bringt einen meist die Betrachtung des Guten. Als Abschreckung ist das Buch aber bestens geeignet, zumal es im Resümee die Sittenlosigkeit verklagt. Zudem zieht sich eine interessante Diskussion durch das Buch um Schönheit, Sinnlichkeit, Kultur, Fassade, und natürlich Frauen. Allerdings überwiegen die bösartigen (sarkastischen und sadistischen) Argumente deutlich gegenüber den angemessenen; also muss man selbst die geeignete Antwort auf die Lektüre finden. Trotz alledem ein faszinierendes Buch.
Themen:
Alexandertechnik,
Blutspenden,
Nosferatu,
Prüfung,
Sehschwäche,
Wilde
Samstag, 30. April 2011
drei Wochen
ists schon wieder her, dass das Studium anfing. Geübt hab ich in der Zeit noch nicht allzu viel, und auch heute hab ich noch keine Muße und schreib stattdessen lieber nen Blogeintrag…
Vor zwei Tagen hielt ich das Referat über Gluck. Da ich kaum Vorwissen hatte, weder über Gluck noch über die Oper im allgemeinen, musst ich mich in einiges hineinlesen und hab dementsprechend die zwei Wochen vorher genutzt – nicht zum Üben. Das Referat war dann aber auch sehr gut, halbwegs frei, stilistisch hochtrabend und vorallem gut im Stoff. Halbwegs frei, da ich mir zwar komplette Sätze ausformuliert hatte – das letzte Referat mit Stichworten ging schief – aber in denen die Stichworte markiert hatte, und zu guter letzt den Text so gut kannte, dass ich doch nur Satzanfänge abgelesen habe. Stilistisch hochtrabend, weil werte Frau Mama auch bei einem mündlichen Vortrag durchaus auf gehobeneres Deutsch wert legt, und ich mit ihr den ganzen Text am Vorabend einmal durchging. Was auch zur Folge hatte, dass ichs nicht von Textblättern ablas (keine Zeit mehr zum Ausdrucken), sondern vom Laptop, der stand wiederum auf einem Notenständer als Pult – höchst praktisch, auch um seine Hände irgendwohin abzulegen. Vermutlich als finales Schlußwort erübrig bleibend sich nur: „Ich bin begluckt“.
Und sonst… hatte ich nen guten Studiumsstart. Ich hab mich spät angemeldet, bin aber in der Alexandertechnik-Gruppe. Neben dem Seminar Musikgeschichte bin ich freiwillig auch noch bei Literaturkunde am Donnerstag. Und vorgestern abend war ich das erste Mal bei Aikidō, an dem ich wohl das ganze Semester teil nehmen werde; es ist auch eine nette Gruppe, die sich nachher noch zusammensetzt und sonst in der Freizeit auch öfters was gemeinsam unternehmen. Gestern ging dann ein Tag für nen Umzug drauf. Bei der smd essen wir neuerdings zusammen bevor der Abend anfängt. Die Sonne scheint schon relativ lang und relativ stark, bis auf ein paar Wolkenbrüche, Gewitter und Hagel ist hier recht sommerliches Wetter. Über Ostern war ich auf der studikon, was sich auch in jeder Hinsicht gelohnt hat. Mir gehts gut, ich sollte nur langsam mal anfangen zu üben…
Vor zwei Tagen hielt ich das Referat über Gluck. Da ich kaum Vorwissen hatte, weder über Gluck noch über die Oper im allgemeinen, musst ich mich in einiges hineinlesen und hab dementsprechend die zwei Wochen vorher genutzt – nicht zum Üben. Das Referat war dann aber auch sehr gut, halbwegs frei, stilistisch hochtrabend und vorallem gut im Stoff. Halbwegs frei, da ich mir zwar komplette Sätze ausformuliert hatte – das letzte Referat mit Stichworten ging schief – aber in denen die Stichworte markiert hatte, und zu guter letzt den Text so gut kannte, dass ich doch nur Satzanfänge abgelesen habe. Stilistisch hochtrabend, weil werte Frau Mama auch bei einem mündlichen Vortrag durchaus auf gehobeneres Deutsch wert legt, und ich mit ihr den ganzen Text am Vorabend einmal durchging. Was auch zur Folge hatte, dass ichs nicht von Textblättern ablas (keine Zeit mehr zum Ausdrucken), sondern vom Laptop, der stand wiederum auf einem Notenständer als Pult – höchst praktisch, auch um seine Hände irgendwohin abzulegen. Vermutlich als finales Schlußwort erübrig bleibend sich nur: „Ich bin begluckt“.
Und sonst… hatte ich nen guten Studiumsstart. Ich hab mich spät angemeldet, bin aber in der Alexandertechnik-Gruppe. Neben dem Seminar Musikgeschichte bin ich freiwillig auch noch bei Literaturkunde am Donnerstag. Und vorgestern abend war ich das erste Mal bei Aikidō, an dem ich wohl das ganze Semester teil nehmen werde; es ist auch eine nette Gruppe, die sich nachher noch zusammensetzt und sonst in der Freizeit auch öfters was gemeinsam unternehmen. Gestern ging dann ein Tag für nen Umzug drauf. Bei der smd essen wir neuerdings zusammen bevor der Abend anfängt. Die Sonne scheint schon relativ lang und relativ stark, bis auf ein paar Wolkenbrüche, Gewitter und Hagel ist hier recht sommerliches Wetter. Über Ostern war ich auf der studikon, was sich auch in jeder Hinsicht gelohnt hat. Mir gehts gut, ich sollte nur langsam mal anfangen zu üben…
Themen:
Aikidō,
Alexandertechnik,
Gluck,
SMD,
studikon
Samstag, 16. April 2011
Arienparodie
Das Semester hat wieder angefangen und ich würde gern ein paar Notizen dazu loswerden, vorerst habe ich aber an einem Referat zu arbeiten. Was mich seit meinem letzten Referat schon etwas ängstigt, das letzte war in Englisch und war sehr in den Sand gesetzt von mir. Nun, das nächste über Christophus Willibaldus Gluck und seine Opernreform wird nicht gerade leichter von Länge und Anspruch. Da ich aber grad bei der Lektüre einen netten Absatz über eine Opernsatire fand, wollte ich den gern mal abtippen:
„Da wird etwa, wie in der folgenden Arie, einer der geheiligten Stützpfeiler der ernsten Oper, die Abgangs-Gleichnis-Da-capo-Arie, auf dreierlei Weise verspottet: mit einem Text voll blühenden Unsinns, mit der Feststellung des Sängers, dass er ohne Arie nicht abgehen kann und mit dem Ersetzen des Da-capos durch einen flehentlichen Appell an die Souffleure:
Ich gehe also – ach nein, erst noch die Arie.
Die Hirtin, wenn sie
im Gras eine Eidechse sieht,
verbirgt sich und ist auf der Hut,
bis sie sie gefangen hat.
Wenn sie sie dann in ihrer Gewalt hat,
verschmäht und verachtet sie sie,
oder tötet oder streichelt
oder lässt sie frei.
Da er die Worte vergessen hat, mit denen der erste Teil der Arie für das Da-capo beginnt, singt er statt dessen:
Sagt mir vor, sagt mir vor,
sagt mir um Himmels willen vor!“
(aus: Christoph Willibald Gluck und seine Zeit, S. 42)
„Da wird etwa, wie in der folgenden Arie, einer der geheiligten Stützpfeiler der ernsten Oper, die Abgangs-Gleichnis-Da-capo-Arie, auf dreierlei Weise verspottet: mit einem Text voll blühenden Unsinns, mit der Feststellung des Sängers, dass er ohne Arie nicht abgehen kann und mit dem Ersetzen des Da-capos durch einen flehentlichen Appell an die Souffleure:
Ich gehe also – ach nein, erst noch die Arie.
Die Hirtin, wenn sie
im Gras eine Eidechse sieht,
verbirgt sich und ist auf der Hut,
bis sie sie gefangen hat.
Wenn sie sie dann in ihrer Gewalt hat,
verschmäht und verachtet sie sie,
oder tötet oder streichelt
oder lässt sie frei.
Da er die Worte vergessen hat, mit denen der erste Teil der Arie für das Da-capo beginnt, singt er statt dessen:
Sagt mir vor, sagt mir vor,
sagt mir um Himmels willen vor!“
(aus: Christoph Willibald Gluck und seine Zeit, S. 42)
Samstag, 12. Februar 2011
Das mach ich mit links
Dacht ich mir so. Und fing beim Zähnebürsten an. Schnitten schmieren sieht auch ok aus, inzwischen. Beim Rasieren hilfts auch. Nur mit dem Schreiben tut se sich noch etwas schwer, aber vielleicht wird auch das noch.
Gestern abend wars Akkordeonkonzert. Meine Laune war den Tag über sehr gut. Dann gabs ein Ermattungsloch um sechs Uhr abends, hab mich hingelegt und langsam wieder meinen Körper unter Kontrolle gehabt. Das Konzert war dann sehr gut, sowohl Duo als auch Solo. Auch die anderen Beiträge waren (fast) alle sehr gut, nur das Programm war deutlich zu lang. Halb acht fing das Konzert an, nach zehn waren wir erst fertig. Inzwischen gibt es einen Erstsemester Kr., der deutlich besser spielt als alle anderen, halt in der internationalen Wettbewerbsliga. Unsere beiden Masterstudenten könnten das wohl auch, sind aber inzwischen zu sehr mit dem Leben beschäftigt, was nichts Gutes verheißt für ihre Prüfung in einem Monat. Tja, und ich… bin zwar noch besser als die anderen, deutschlandweit auch wettbewerbsfähig, aber bis zu Kr. ist es noch ein Stück. Wobei ich das Gefühl habe, dass ichs schaffen würde, wenn ich höhere Anforderungen hier hätte und mich konsequenter dem Üben verschreiben würde. Allerdings ist mein Fokus ja nicht voll auf die solistische Karriere ausgerichtet, und das find ich auch sehr sinnvoll. Netterweise bestätigte die Familie unter mir diese Woche, dass ich genug geübt habe… sie zog aus.
Mit dem Rest des Wintersemesters bin ich ganz zufrieden. Nicht mit allem, aber mit meinen Entdeckungen diese Woche. Das Studium der Jazz-Harmonielehre hat sich gelohnt. Da sich Gehörbildung, Ringvorlesung und jenes Buch gesondert mit dem Thema Melodie beschäftigten, bin ich darin wohl am Weitesten gekommen, hatte wohl aber auch wenig Vorkenntnisse. Auch stimmlich bin ich treffsicherer geworden, was mich überrascht hat, dass ich da eindeutig Fortschritte feststellen konnte. Aber wie schon gesagt, das Thema Melodie war präsent in letzter Zeit, genauso war die praktische Seite recht umfangreich durch den Chor. Letzten Sonntag führten wir mit diesem und natürlich mit Orchester und Solisten den „Messias“ von Händel auf. Was sich streckenweise mehr nach Ausdauersport anfühlt, als nach bewußtem Singen. Wonach es aber natürlich keinesfalls klingen darf. Macht trotzdem eine Heidenfreude (wobei messianische Juden sich mitfreuen dürften), die Lieder gingen mir auch die nächsten Tage nicht ausm Kopf, irgendwann will ich den mal wieder singen. Achja, einen Einsatz hat der Tenor verpatzt, aber da schlief der ganze Chor bei der schönen Bass-Arie vorneweg…
Und sonst so… gehts gut. Hab mit der smd und der Barmer Gemeinde hier auch geistlich ein zu Hause gefunden. Freu mich aber auch auf zu Hause und auf die akkordeonfreie Zeit, allerdings nicht deswegen. Ein bisschen merkwürdig isses, seit Jahren das Akkordeon mal wieder zur Reparatur abzugeben, und das dann für fünf Wochen. Bleibt Zeit für anderes. Wird schnell genug weg sein. Nun denn, wenn keine Buchrezension mehr kommt, wünsch ich euch ne schöne, für Studenten auch entspannte Zeit, Ende März bin ich zu ner Prüfung in Wuppertal, und dann gehts ab April hier weiter. Bis denn.
Gestern abend wars Akkordeonkonzert. Meine Laune war den Tag über sehr gut. Dann gabs ein Ermattungsloch um sechs Uhr abends, hab mich hingelegt und langsam wieder meinen Körper unter Kontrolle gehabt. Das Konzert war dann sehr gut, sowohl Duo als auch Solo. Auch die anderen Beiträge waren (fast) alle sehr gut, nur das Programm war deutlich zu lang. Halb acht fing das Konzert an, nach zehn waren wir erst fertig. Inzwischen gibt es einen Erstsemester Kr., der deutlich besser spielt als alle anderen, halt in der internationalen Wettbewerbsliga. Unsere beiden Masterstudenten könnten das wohl auch, sind aber inzwischen zu sehr mit dem Leben beschäftigt, was nichts Gutes verheißt für ihre Prüfung in einem Monat. Tja, und ich… bin zwar noch besser als die anderen, deutschlandweit auch wettbewerbsfähig, aber bis zu Kr. ist es noch ein Stück. Wobei ich das Gefühl habe, dass ichs schaffen würde, wenn ich höhere Anforderungen hier hätte und mich konsequenter dem Üben verschreiben würde. Allerdings ist mein Fokus ja nicht voll auf die solistische Karriere ausgerichtet, und das find ich auch sehr sinnvoll. Netterweise bestätigte die Familie unter mir diese Woche, dass ich genug geübt habe… sie zog aus.
Mit dem Rest des Wintersemesters bin ich ganz zufrieden. Nicht mit allem, aber mit meinen Entdeckungen diese Woche. Das Studium der Jazz-Harmonielehre hat sich gelohnt. Da sich Gehörbildung, Ringvorlesung und jenes Buch gesondert mit dem Thema Melodie beschäftigten, bin ich darin wohl am Weitesten gekommen, hatte wohl aber auch wenig Vorkenntnisse. Auch stimmlich bin ich treffsicherer geworden, was mich überrascht hat, dass ich da eindeutig Fortschritte feststellen konnte. Aber wie schon gesagt, das Thema Melodie war präsent in letzter Zeit, genauso war die praktische Seite recht umfangreich durch den Chor. Letzten Sonntag führten wir mit diesem und natürlich mit Orchester und Solisten den „Messias“ von Händel auf. Was sich streckenweise mehr nach Ausdauersport anfühlt, als nach bewußtem Singen. Wonach es aber natürlich keinesfalls klingen darf. Macht trotzdem eine Heidenfreude (wobei messianische Juden sich mitfreuen dürften), die Lieder gingen mir auch die nächsten Tage nicht ausm Kopf, irgendwann will ich den mal wieder singen. Achja, einen Einsatz hat der Tenor verpatzt, aber da schlief der ganze Chor bei der schönen Bass-Arie vorneweg…
Und sonst so… gehts gut. Hab mit der smd und der Barmer Gemeinde hier auch geistlich ein zu Hause gefunden. Freu mich aber auch auf zu Hause und auf die akkordeonfreie Zeit, allerdings nicht deswegen. Ein bisschen merkwürdig isses, seit Jahren das Akkordeon mal wieder zur Reparatur abzugeben, und das dann für fünf Wochen. Bleibt Zeit für anderes. Wird schnell genug weg sein. Nun denn, wenn keine Buchrezension mehr kommt, wünsch ich euch ne schöne, für Studenten auch entspannte Zeit, Ende März bin ich zu ner Prüfung in Wuppertal, und dann gehts ab April hier weiter. Bis denn.
Donnerstag, 10. Februar 2011
My tea can

Gestatten: Meine Teekanne. Normalerweise arbeitet sie bei mir täglich an der Warmhaltung des Tees; auch wenn das manchmal eine unmögliche Aufgabe ist, bis ich den letzten Schluck Tee genommen habe. Letztes Wochenende hat sie aber ein Praktikum bekommen, mit dem sie sich zukünftig einen Nebenjob verdient hat. Als Bügelglas. Für Taschentücher und T-Shirts ist sie durchaus geeignet. Nur mit dem Hemd tat sie sich etwas schwer, aber das ist beim ersten Hemd ja nichts ungewöhnliches.
Das Leben ist schön!
Themen:
Bügelei
Montag, 31. Januar 2011
Kurzmeldungen vom Januar
Am 15. war Klassenstunde. Nach einer guten Übewoche, sehr gut gelaufen, obwohl ich nicht auswendig spielen konnte vor Publikum. Programm ist derzeit Bach und Scarlatti (möglichst auswendig), Aho (sehr modern) und von Lundquist das Duell für Schlagzeug und Akkordeon.
Letzteres spielten wir am 18. öffentlich und verrissen es. Das Publikum fands trotzdem gut, obwohls wirklich schlecht war. Lustig, wie mein Duopartner Jo. sich an dem Abend noch ewig lang drüber aufregte, was wir alles verrissen haten, da kann ich sowas schneller abhaken. Warn natürlich noch ne Stunde oder zwei im Café Moritz.
Vom folgenden Tag berichtete ich schon.
Am 21. war SMD-Mitarbeitertreffen. Noch hab ich die Richtlinien nicht unterschrieben, werds wohl aber tun, und auch gleich als Kassenwart einsteigen. Der Abend war sehr schön, auch geistlich eindeutig ein zu Hause.
Am 26. das letzte Mal Ringvorlesung. Thema: Melodien in der Neuen Musik. Vortrag: Recht schlecht, aber mit interessanten Gedankenanstößen zur Frage, was Melodie eigentlich ist. Wer kann einen guten Lexikon-Eintrag über Melodie finden?
Am 28. interessante Alexandertechnik-Stunde gehabt. Werd wohl noch öfters ordentlich sitzen, auf- und stehen üben müssen. Am Abend dann ein gutes Konzert der Masterstudenten der Posaunenklasse. Anschließend kleinen Abendspaziergang gehabt und noch bei Jo. und Ph. eingekehrt. Kurz nach Vier den Nachtbus zurückgenommen, dementsprechend spät und verkatert war auch der folgende Samstag. Abend war trotzdem sehr interessant gewesen.
Am 30. abends sehr gutes Konzert vom djo gehört. Gustav Holsts „Planeten“ sind klasse, qualitativ auch gut gespielt. Nur Beethovens „Pastorale“ im ersten Teil kann ich wenig abgewinnen, zumindest als Konzertstück, dem man lauschen möchte. Der Dirigent war dazu mir zu unruhig für so eine ruhige Sinfonie.
Gelesen in der Zeit: Rinser: „Gefängnistagebuch“, Schweitzer: „Aus meiner Kindheit und Jugendzeit“, 2 brand.eins-Magazine, Wilde: „Dorian Gray“ zu 2/3, Sikora: „Neue Jazz-Harmonielehre“ zu 1/3, 3. Buch Mose 2. Hälfte und 4. Buch Mose.
Gesehen: 3 Filme von Helge Schneider, die grad kostenlos und legal abrufbar waren.
Letzteres spielten wir am 18. öffentlich und verrissen es. Das Publikum fands trotzdem gut, obwohls wirklich schlecht war. Lustig, wie mein Duopartner Jo. sich an dem Abend noch ewig lang drüber aufregte, was wir alles verrissen haten, da kann ich sowas schneller abhaken. Warn natürlich noch ne Stunde oder zwei im Café Moritz.
Vom folgenden Tag berichtete ich schon.
Am 21. war SMD-Mitarbeitertreffen. Noch hab ich die Richtlinien nicht unterschrieben, werds wohl aber tun, und auch gleich als Kassenwart einsteigen. Der Abend war sehr schön, auch geistlich eindeutig ein zu Hause.
Am 26. das letzte Mal Ringvorlesung. Thema: Melodien in der Neuen Musik. Vortrag: Recht schlecht, aber mit interessanten Gedankenanstößen zur Frage, was Melodie eigentlich ist. Wer kann einen guten Lexikon-Eintrag über Melodie finden?
Am 28. interessante Alexandertechnik-Stunde gehabt. Werd wohl noch öfters ordentlich sitzen, auf- und stehen üben müssen. Am Abend dann ein gutes Konzert der Masterstudenten der Posaunenklasse. Anschließend kleinen Abendspaziergang gehabt und noch bei Jo. und Ph. eingekehrt. Kurz nach Vier den Nachtbus zurückgenommen, dementsprechend spät und verkatert war auch der folgende Samstag. Abend war trotzdem sehr interessant gewesen.
Am 30. abends sehr gutes Konzert vom djo gehört. Gustav Holsts „Planeten“ sind klasse, qualitativ auch gut gespielt. Nur Beethovens „Pastorale“ im ersten Teil kann ich wenig abgewinnen, zumindest als Konzertstück, dem man lauschen möchte. Der Dirigent war dazu mir zu unruhig für so eine ruhige Sinfonie.
Gelesen in der Zeit: Rinser: „Gefängnistagebuch“, Schweitzer: „Aus meiner Kindheit und Jugendzeit“, 2 brand.eins-Magazine, Wilde: „Dorian Gray“ zu 2/3, Sikora: „Neue Jazz-Harmonielehre“ zu 1/3, 3. Buch Mose 2. Hälfte und 4. Buch Mose.
Gesehen: 3 Filme von Helge Schneider, die grad kostenlos und legal abrufbar waren.
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