deswegen gibt es diesen Beitrag auch etwas später als im strikten Wochenrhythmus, wehret der Tradition. Nicht mein Ende naht, aber dieser Blog wird über Weihnachten in eine Pause gehen, so lang ich nicht in Wuppertal bin. Und hoffentlich im neuen Jahr etwas kreativer erwachen, der Blog scheint sich genauso eingelebt zu haben, wie mein Leben in Wuppertal... da mein nächster Eintrag eindeutig zu lang wird, habe ich einen interessanten Teil herausgetrennt, den ich gradeben schrieb, in allbekannter verworrener Manier.
Diesen Dienstag bin ich nach Köln gefahren, eine ehemalige Studentin spielte dort. Moderne Stücke, viel elektronischer und visueller Einsatz, einige Stücke waren für sie komponiert worden, da sie ein nomadisches Leben führt, d.h. von Komponist zu Komponist umherzieht. Einerseits fand ich es inspirierend, was sie schon geschafft hat, andererseits die Kompositionen nicht sinnvoll. Kann man bei Musik von sinnvoll sprechen? Ich denke man kann. Die Gehirnforschung hat gezeigt, dass Musik erstaunlich fit das Gehirn hält und viele Verknüpfungen entstehen, ich denke, das ist auch oft der Spaß an neuen Kompositionen. Abgesehen davon, dass sie natürlich auch die emotionale Ebene anspricht, was aber meist stärker ist bei Musik, die wir kennen, mit diesem Ziel sehe ich gar keinen Grund für neue Kompositionen. Sieht man auch in der Popmusik, es wird mit immer einfacherer Harmonik gespielt, da diese reicht, die Emotionen anzusprechen. Kann man von den Gehirnvorgängen aber eine Legitimation für Musik ableiten? Sicher nicht allgemein gültig, aber für mich persönlich möchte ich dies schon, damit ich weiß wohin meine eigene musikalische Reise geht. Dieser Abend hat mir z.B. gezeigt, dass ich meistens den Einsatz von Elektronik für ein Problem halte, weil die Komponisten zu viel damit machen. Was ich aber wiederum nur am Beispiel und nicht auf diesem Blog erklären kann. Weiter bei der Legitimation: Das Thema ist für mich sehr aktuell, weil ich modernere Musik spiele, als die meisten kennen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich Isaac und Annie zu einem langen Gelächter verhalf, als ich ernsthaft ein modernes Stück spielte. Dabei ist zu beachten, welche musikalischen Mittel, welche Assoziationen im Gehirn auslösen (auch ein Grund gegen Allgemeingültigkeit). Ich merke es immer beim Proben von modernen Stücken, dass das Gehirn sich richtig anstrengt, dass ich danach sehr schläfrig bin. Dann verstehe ich aber auch neue Stücke in ähnlicher Weise besser. Nun mein zweites Problem mit der Musik an diesem Dienstagabend: Es war Programmmusik ohne Programm. Und damit habe ich immer mehr ein Problem. Die meisten Komponisten schreiben zu Themen. Dabei sind es entweder gegenständliche Themen (Programmmusik) oder musikalische Themen. Diese Kompositionen hatten aber entweder gar kein erkennbares Thema oder waren bewusst zufällig komponiert worden. Und dafür ist mein Anspruch zu hoch, als dass ich freiwillig diese Musik spielen würde, denn ich sehe keinen Sinn in absichtlich destruktiven Kompositionen, die keinen Zusammenhang haben sollen. Oft meinen die Komponisten, dass sie den Alltag darstellen wollen, das Leben wie es sie umgibt, aber mich umgibt wohl ein anderes. Naja... viel geredet, kurzer Sinn, die Gedanken sind nicht ausgereift, habt ihr noch was, das ihr dazu beisteuern wollt?
Donnerstag, 17. Dezember 2009
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Und Arnold Schönberg.
AntwortenLöschenFiF lässt grüßen.
AntwortenLöschenDieser Artikel hat noch gute Gedanken dazu:
AntwortenLöschenhttp://www.nmz.de/online/verstand-musik-als-spielerischen-akt-komponist-juerg-baur-91jaehrig-gestorben