Donnerstag, 17. Juni 2010

nocheinmal zum Wandern

Da die Freizeit nicht zu viel vorhanden ist, musste ich mir zum Glück keinen Preis für meine Fragen ausdenken. Die Antworten aber kommen natürlich noch: in anderthalb Stunden gut 5 km:


Dienstag, 15. Juni 2010

Zuckmayer (9)

Zuckmayer über das vorläufige Verbot seines Stückes ›Des Teufels General‹ in den ersten beiden Jahren der Besetzung Deutschlands durch die Alliierten:

„Es paßte nicht in das sogenannte ›Umerziehungsprogramm‹, das onhnehin vergeblich war, denn kein Volk kann ein anderes erziehen, am wenigsten durch eine Armee.“ (S. 627)

War es wirklich vergeblich? Ich fürchte nicht. Denn bislang schiebe ich darauf die verklärte Sicht der Aufklärung in den deutschen Schulen – und oft auch im Volk. Denn wer hat etwas über die negativen Seiten der Aufklärung gelernt? Und wer hat nicht die Bedeutung der französischen Revolution für die Entwicklung der Demokratie beigebracht bekommen?

Zuckmayer (8)

„Er müsse das, sagte er, alles einmal aussprechen, gleichsam um vor einem Zeugen sich selbst Rechenschaft abzulegen. Dann nahm er mir das Wort ab, von den Einzelheiten seiner Erlebnisse, von den Grausamkeiten, die er im Konzentrationslager mit ansehen mußte und denen er selbst unterworfen war, nie anderen zu erzählen und vor allem niemals darüber zu schreiben. Die Schilderung von Grausamkeiten, meinte er, schrecke nicht ab, sondern errege den im menschlichen Unterbewußtsein vorhandenen Trieb zur Grausamkeit, die geheime Lust an ihrer Vorstellung, im Tun und im Erleiden, und damit würden die bösen Geister wieder aufgerührt und neu gerufen. Ähnlich sei es mit Kriegsbüchern, auch wenn sie gegen den Krieg gerichtet seien. Ich habe dieses Wort gehalten, weil ich glaube, daß er recht hatte. Hier ist Schweigen kein Verschleiern, sondern ein Überwinden. Die Phantasie ist eine ebenso abgründige wie erlösende Gewalt. Man tut gut, das Teuflische, das in ihren Tiefen schlummert, nicht zu wecken, sondern nach ihren lichteren Sphären zu streben, ihrer vox coelestis zu lauschen, ihre vox humana zu beschwören.“ (S. 617)

Ein für mich durchaus interessantes Thema. In vielen Beispielen würde ich diese Ansicht übernehmen, Schweigen überwindet, was vergeben und vergessen sein soll und womit die Phantasie nicht gefüttert werden sollte. Trotzdem ist eine zu heile Welt, besser: eine romantisierte Vergangenheit, auch anfällig für die gleichen Fehler, wie und was sollte dokumentiert werden, um das Bewußtsein für zukünftigen Fehlern zu schärfen? Leider nützt die theoretische Auseinandersetzung wenig ohne konkreten Anlaß, lasst euch aber nich davon abhalten zu kommentieren.

Zuckmayer (7)

Später emigrierte Zuckmayer in die USA um dem Krieg zu entkommen. Da er dort aber als Literat keinen Erfolg hatte und raus aus den Städten wollte, wurde er bis zum Ende des Krieges Bauer in Vermont mit kleinen Feldern, viel Wald und vorallem genügend Vieh um sich gerade so übers Wasser halten zu können.

„[…] ich konnte mit Tieren umgehen, vom ersten Farmtag an, als hätte ich nie etwas anderes getan. Was ich nicht liebte, war das Schlachten des Geflügels, doch es gehörte zu meinen unumgänglichen Pflichten – manchmal sogar in großer Anzahl, zum Verkauf. Ich gab unseren Schlachthähnen häßliche Namen, um mir die Sache seelisch zu erleichtern, wir hatten Ribbentrops, mehrere Himmlers, zwei Brüder Goebbels (Paul und Joseph), aber ich hätte auch diese nicht gern selbst geschlachtet.“ (S. 587)

Montag, 14. Juni 2010

neulich im Unterricht

sprach unser Dozent: „zählen Sie doch mal im Satz xy alle Durchgänge“ und verschwand auf die Toilette. Die Tür war grad geschlossen, da kam der Satz geschossen: „Das ist doch ganz klar ne ABM!“ Wie recht sie hatte.

Zuckmayer (6)

„Ich hielt mich, als ich heiratete, mit noch nicht neunundzwanzig für einen erwachsenen Mann. Aber wer weiß, wann er erwachsen ist. Ich war zur Ehe, zur Häuslichkeit gewillt, aber ich war noch nicht domestiziert. Ich hatte vieles kennengelernt, aber ebenso viel noch zu erfahren. Unter anderem, daß die Ehe ein Wagestück ist, wie das Seiltanzen und das Stückeschreiben, und auch, wie beides, eine Arbeit. Das ist sie, nach mehr als vierzig Jahren, geblieben – daher auch niemals langweilig oder stumpf geworden – und hat sich am besten bewährt, wenn das Wetter am schlechtesten war.“ (S. 476)

Dienstag, 8. Juni 2010

Wandern

Seit ich hier bin, nutze ich komplett freie Tage, also meistens die Sonntage, um die Gegend zu erkunden. Einerseits weil sonst die Gefahr besteht, dass ich fast den ganzen Tag zu Hause hocke, andererseits weil das Gen meines Großvaters wohl auf mich überwandert ist. In den näheren Stadtteilen bin ich inzwischen recht viel abgelaufen, letzten Sonntag war ich mal wieder in der Natur. Für alle die zu viel Freizeit haben deswegen drei Preisfragen: Wie lang schätzt ihr die Strecke? Wie lang schätzt ihr bin ich gewandert? Wer findet den Ausschnitt von googleMaps?