Jede Nachricht hat 4 Seiten: Einen Sach-/Inhaltsaspekt, einen Beziehungsaspekt, einen Appell und eine Selbstoffenbarung. D.h. z.B. wenn jemand sagt, „Mein Bier ist alle“, dann sind das nicht nur 4 Wörter, die einen Sinn ergeben, sondern auch ein Appell (Hol neues. Oder bemitleide mich.), eine Selbstoffenbarung (je nach Tonfall: Ich hab immer noch Durst. Ich geh ins Bett.) und es zeigt, dass in der Beziehungsebene ein leeres Bier irgendwie einen Stellenwert hat, sei es dadurch, dass der andere ein neues holen soll, oder wie auch immer.
Warum ich diese Gedanken aus dem ersten Psychologie-Blockseminar euch aufschreibe? Der Prof hatte um den Beziehungsaspekt zu verdeutlichen den Satz gewählt: „Du bist der größte Hampelmann aller Zeiten“. An einem lustigen Abend zu einem Freund wird er ganz anders interpretiert als am nächsten Morgen zum Prof gesagt. Aufbauend auf diesen Gedanken nun meine These: Wahrheit ist nicht nur was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird. Oftmals behaupte ich, gibt es keine Probleme mit der absoluten Wahrheit, viel öfter Probleme mit der Präsentierung dieser Wahrheit. So kann für mich richtige Kritik falsch werden, wenn man sie überheblich ablässt oder zum falschen Zeitpunkt. Klingt logisch, oder? Trotzdem wird es oft nicht beachtet, deswegen wollt ichs doch nochmal loswerden.
Donnerstag, 6. Mai 2010
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