Wie schon hier erwähnt, lese ich seit längerem Carl Zuckmayers „Als wär’s ein Stück von mir“. Da darin zwischen vielen autobiographischen Erzählungen immer wieder interessante Feststellungen sind, wollte ich hier mal ein paar zitieren, vorerst unkommentiert. Zum Zusammenhang noch: Carl Zuckmayer ist vor dem zweiten Weltkrieg in die USA emmigriert und dass er nicht in einem KZ gelandet ist, war teilweise mehr Glück.
„Doch es wird immer anders. Es wird immer anders, solange man lebt. Zwar heilt die Zeit keineswegs alle Wunden. Doch sie lehrt uns eine Dialektik der Metamorphose, des Sich-Verwandeln-Müssens. Ihre These ist: der Lebenswille! Ihre Antithese: die Verzweiflung. Ihre Synthese ist die Freundschaft.“ (S. 112)
„Man soll die Emigration nicht für einen Ausflug halten […] wieviel Selbsttäuschung, vergebliche Hoffnung, falsche Zuversicht, zerbrochene Lebensmitte! Dabei hatten wir ein gutes Beispiel, wie man es nicht machen soll: das waren die Russen, die nach der Oktober-Revolution von 1917 geflüchtet waren […] und jedes Osterfest mit dem Trinkspruch begingen: zu Weihnachten sind wir daheim!“ (S. 113)
Hmm, ich könnte ein paar Seiten dazu zitieren, aber das wäre zu lang, wahrscheinlich sind erlaubte Zitate noch kürzer…
Montag, 17. Mai 2010
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
fand ich auch sehr interessant die Beobachtung in diesem Buch
AntwortenLöschen